Nach den überzeugenden Halbjahreszahlen, die der Baukonzern Hochtief am 23. Juli vorgelegt hatte, kam die Aktie zwar kurzzeitig ins Stocken, ab Anfang August waren die Bullen aber wieder voll dabei. Jetzt allerdings liesse sich behaupten, dass man damit zu weit ging.
Wachstum bei Umsatz und Gewinn eines Unternehmens und ein Aufwärtstrend der entsprechenden Aktie, natürlich geht das grundsätzlich zusammen. Aber nicht unbegrenzt. Denn wenn ein Kurs drastisch stärker steigt als der Gewinn pro Aktie, ist eine solche Aktie eben irgendwann überbewertet und damit anfällig für auch scharfe Korrekturen, die den Kurs zurück auf den Boden der Normalität bringen. Das gälte derzeit auch für Hochtief.
Die LBBW stufte die Aktie des Baukonzerns am Mittwoch als Aktualisierung einer älteren Einstufung („Kaufen“ mit Kursziel 181 Euro) neu ein. Jetzt sieht man ein Kursziel bei 207 Euro, was leicht unter dem gestrigen Schlusskurs läge, und rät zu „Halten“. Und das ist nachvollziehbar, wenn man sich die Wachstumsraten in Relation zur Bewertung ansieht.
Denn mit einem Umsatzanstieg von 25 Prozent, einem um 26 Prozent höheren Auftragseingang und einem operativen Gewinnplus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum war Hochtief im ersten Halbjahr zwar gut unterwegs. Und man darf vermuten, dass das Wachstum mit Blick auf die Infrastrukturpläne der Bundesregierung weitergeht, zumal man in Bereichen, in denen viel Wachstumspotenzial besteht, einen Fuss in der Tür hat, beispielsweise beim Bau von Rechenzentren, der Energieversorgung oder der Verkehrsinfrastruktur, aber:
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Expertenmeinung: In der Spitze lag das Kurs-/Gewinn-Verhältnis der Aktie zuletzt bei 23. Das ist für eine Aktie, deren KGV Ende 2024 um 13 und Ende 2023 um 14 lag, einfach zu hoch. Auch Ende 2021 hatte die Hochtief-Aktie schon einmal ein vergleichbar hohes KGV von 24. Doch das bekam ihr nicht gut. 2022 gab der Kurs um die 35 Prozent nach. Zwar könnte man argumentieren, dass dieses aktuell hohe Wachstumspotenzial eine entsprechend hohe Bewertung rechtfertigen würde. Aber läge man damit richtig?

Dass der Konzern seine vorbestehende Gesamtjahresprognose trotz der guten Halbjahresergebnisse nicht anhob, sollte genauso vorsichtig stimmen wie der Umstand, dass das durchschnittliche Analysten-Kursziel derzeit bei 175 Euro liegt und damit erheblich unter dem jetzt bereits ein Stück konsolidierten Kurs. Und nur einer der acht die Aktie zuletzt bewertenden Analysten sieht Hochtief als kaufenswert an, der Rest wertet mit „Halten“, einer sogar mit „Verkaufen“. Und man darf unterstellen, dass diese Analysten diese Sache mit dem Infrastrukturprogramm des Bundes mitbekommen haben.
Die Bäume wachsen nicht so schnell in den Himmel, wie das diejenigen, die auch nach den Halbjahreszahlen kräftig weiter gekauft hatten, unterstellen. Mit diesem jüngsten Rekordhoch von 228,60 Euro war man schlicht zu weit gegangen. Jetzt wäre ein „Rückbau“ dieses Hausse-Impulses nicht überraschend. Angesichts der Wachstumsperspektive und des Umstands, dass der Kurs im Bereich 180/185 Euro charttechnisch solide unterstützt ist, wäre das zwar keine Aktie, die zu Short-Trades einlädt. Aber auch keine, bei der man die bislang kleine Konsolidierung bereits als grandiose Einstiegschance ansehen könnte. Um 180/185 Euro wäre das schon eher zu überlegen, sofern sich da dann Hinweise darauf zeigen, dass Hochtief in diesem Unterstützungsbereich auch wirklich drehen könnte.
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