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Der Mittwoch endete für den Euro Stoxx 50 mit einem Rekordhoch. Hier läuft es gerade, im Vergleich zu DAX, Dow Jones oder Nasdaq 100, absolut rund für die Bullen. Was indes auffällt, ist, wie sorgsam darauf geachtet wird, die entscheidende Trendlinie bloss nicht zu unterbieten.
Wenn der Aktienmarkt in einem Umfeld unterwegs ist, das von einem Wechselbad aus Hypes und Verunsicherung geprägt ist, sind Trendimpulse normalerweise deutlich weniger stabil als in einem ruhigeren Fahrwasser. Der europäische Leitindex ist hin- und hergerissen zwischen der Spekulation in Sachen KI und Verteidigung und einem eher mageren Wachstum, verunsicherten Verbrauchern und der aktuell umgehenden Sorge, die KI könnte den Softwareunternehmen die Grundlage und den Verbrauchern die Arbeitsplätze nehmen. Dafür präsentiert sich der Euro Stoxx 50 auffallend robust:
Nichts kann bislang den im November etablierten Aufwärtstrend gefährden. Sobald der Index diese Linie touchiert, zuletzt gesehen zu Beginn dieser Woche, wird gekauft. Auf den ersten Blick entsteht dadurch der Eindruck, dass das bullische Lager hier alles unter Kontrolle hat und man daher mit Long-Trades im Depot entspannt die Füsse hochlegen kann. Aber genauer betrachtet ist es gerade dieses so beflissene Verteidigen der Aufwärtstrendlinie, das bei erfahrenen Tradern dazu führt, dass eine Augenbraue nach oben wandert, denn:
Expertenmeinung: Auf kurzfristiger Ebene passt alles, was die Chart- und Markttechnik angeht: Der Rücksetzer im Januar wurde sauber auf Höhe der vorherigen Hochs abgefangen, seither fungiert diese November-Aufwärtstrendlinie als zuverlässige „Schiene“ für die Bullen. Und es geht langsam genug voran, um zu verhindern, dass der Index auf Tagesbasis markttechnisch heiss läuft. Aber genau das ist der Punkt, der auffällt: dieses „immer an der Wand lang“.

Denn wenn es gute und immer noch nicht „verbrauchte“ Argumente für die Fortsetzung der Hausse gibt, warum kann sich der Euro Stoxx 50 dann nicht von dieser Linie lösen und statt des ständigen „zwei Schritte vor, einer zurück“ mal richtig Fahrt aufnehmen? Weil, so muss man vermuten, diese frischen Argumente nicht mehr da sind. Es wirkt, als würde das bullische Lager nur – womöglich auch der hohen Investitionsquote und der morgen anstehenden Abrechnung am Terminmarkt wegen – gezielt dafür sorgen, dass der „Lack“ des Aufwärtstrends ja keinen Kratzer bekommt.
Und wenn man sich statt des „Mikrokosmos“ auf Tagesebene einmal das übergeordnete Bild ansieht, kann man die Sorge, es könnte in Sachen ewige Hausse jederzeit etwas schiefgehen, allemal nachvollziehen. Der europäische Leitindex ist mehrere Monate in Folge gestiegen und dadurch auf Monatsbasis markttechnisch seitens des RSI-Indikators so überkauft wie seit 2007 nicht mehr. Normalerweise wäre deshalb in den nächsten Wochen und Monaten eine Korrektur zu erwarten.

Solange diese November-Trendlinie weiterhin derart sorgsam verteidigt wird, weckt man keine schlafenden Hunde. Das kann durchaus die Motivation sein, die grosse Adressen auf bullischer Seite umtreibt. Aber wenn das schiefgeht, sollte man zu den ersten gehören, die aufwachen: Achten Sie auf diese, aktuell bei knapp 5.970 Punkten verlaufende, Trendlinie!
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 18.02.2026 um 22:41 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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