Skip to main content
DAX
SX5E
SPX
NDX
EUR.USD
MDAX
TDX
INDU
Bitte wählen Sie:

DAX: Vorsicht, „Evening Star“ … wird es jetzt brenzlig?

von Ronald Gehrt
15.01.2026 | 08:15 Uhr

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).

Kurz vor der wichtigen Dezember-Abrechnung an der Terminbörse begann der DAX rapide zu steigen, überwand das bisherige Hoch und nahm problemlos die magische 25.000er-Marke. Der Index zeigte keine Schwäche, das bullische Lager dominierte alles – bis gestern.

Man ist es ja schon gar nicht mehr gewohnt: Am Ende des Mittwoch-Handels stand doch tatsächlich ein Minus zu Buche. -0,53 Prozent sind zwar alles andere als drastisch, trotzdem ist das der höchste Tagesverlust seit Mitte Dezember. Was diesen Tag bemerkenswert macht, ist aber nicht das Minus an sich, sondern die Konstellation, die daraus entstanden ist:

Wir sehen jetzt einen „Evening Star“, zu Deutsch Abendstern, im Chartbild. Eine potenziell bärische Formation in der Candlestick-Lehre, die aus einer grünen Kerze nach einem längeren Aufwärtsimpuls besteht, die von einem Doji und nach diesem von einer roten Kerze gefolgt wird. Die Aussage lautet: Das bullische Lager droht, die Kontrolle abzugeben.

DAX: Tages-Chart vom 14.01.2026, Kurs 25.286,24 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Tages-Chart vom 14.01.2026, Kurs 25.286,24 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Im Gegensatz zu einem nahezu gleich aussehenden Doji, der am Donnerstag vergangener Woche auftauchte, wurde gestern nach den damit im Chartbild sichtbaren, einsetzenden Gewinnmitnahmen nicht sofort wieder mit entschlossenen Käufen zurückgeschlagen. Diesmal kamen die Käufer am Tag danach nicht zurück. Damit endete der Mittwoch mit einer roten Kerze. War es das also mit der DAX-Rallye?

Den aktuellen Kurs und Chart des DAX sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

Expertenmeinung: Das kann so sein, aber noch ist die Formation nur vorhanden. Was ihr noch fehlt, wäre eine Bestätigung. Denn ein „Evening Star“ braucht laut Regelwerk eine Bestätigung in Form weiterer Abgaben, die entweder gleich heute oder spätestens morgen zu einer erneuten, nennenswert langen roten Kerze führen. Will heissen: Erst, wenn wir im Chart sehen können, dass die Marktteilnehmer auf den „Evening Star“ auch tatsächlich mit Abgaben reagieren, ist er ein faktisches bärisches Signal. Und auch dann muss das Kind noch nicht im Brunnen liegen, denn:

DAX: Wochen-Chart vom 14.01.2026, Kurs 25.286,24 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Wochen-Chart vom 14.01.2026, Kurs 25.286,24 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Alle Candlestick-Formationen haben nur eine Prognosereichweite von vier bis fünf Zeiteinheiten, d.h. hier, im Tageschart, würde der „Arm“ eines bestätigten „Evening Stars“ nur etwa eine Handelswoche weit reichen. Was hiesse: Eine Korrektur wäre drin, für eine Trendumkehr müssten aber auch auf der Wochen- und sogar auf der Monatsebene entsprechend bärische Signale der Candlestick-Lehre oder der klassischen Charttechnik auftauchen – und da sehen wir bislang noch keine problematischen Signale.

Damit käme beim DAX im Fall einer Korrektur die jetzt als Unterstützung fungierende Zone zwischen 24.479 und 24.771 Punkten ins Spiel, die die Zwischenhochs seit Juni 2025 sowie die 20-Tage-Linie umfasst. Dieser Bereich wäre ein naheliegendes Ziel einer durch einen bestätigten „Evening Star“ ausgelösten Korrektur. Aber erst, wenn diese Zone brechen sollte, würde es für das bullische Lager wirklich ernst!

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 14.01.2026 um 22:19 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Margin Konto – Handeln mit höchster Flexibilität

Mit einem Margin Konto können Sie zum Beispiel mit Hebel handeln und Ihre Trading-Strategien durch Leerverkäufe oder den Einsatz von Optionen und Futures diversifizieren.

Entdecken Sie jetzt die umfangreichen Handelsmöglichkeiten, die Ihnen dieser Kontotyp bietet: Margin Konto


Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.