Siemens Healthineers – neu ausgegliederte Medizintechnik-Sparte der Siemens AG

Fundamentalanalyse Siemens Healthineers AG

Die Siemens Healthineers AG ist das separat geführte Healthcare-Geschäft der Siemens AG und seit dem 16. März 2018 börsennotiert. Der Konzern ist ein globaler Player im Gesundheitswesen. Den Angaben von Siemens Healthineers zufolge kommen jede Stunde rund 240.000 Patienten mit den Systemen und Geräten des Hauses in Kontakt. Rund 90 Prozent der hundert führenden Gesundheitseinrichtungen weltweit sind Partner des Healthcare-Spezialisten. Das Medizintechnikunternehmen verfügt über 18.000 Patente und ist 2018 mit mehr als 48.000 Mitarbeitern in über 70 Ländern vertreten.

Das Produktportfolio des Konzerns zielt auf die Unterstützung von Gesundheitsversorgern weltweit, gestaltet die Gesundheitsversorgung, verbessert die Patientenerfahrung und fördert und gestaltet die Digitalisierung des Gesundheitswesens. Das Geschäft untergliedert sich in vier Segmente: Bildgebung (Computertomographie, Magnetresonanztomographie, Röntgen, Ultraschall), Labordiagnostik (Analysesysteme, Laborautomation, IT-Lösungen), Advanced Therapies (Angiographie-Systeme, bildgestützte Therapiekonzepte) und Services (Wartung und Schulung). Die Siemens Healthineers AG hat ihre Konzernzentrale im fränkischen Erlangen und wird von CEO Bernd Montag geleitet.

Historie und Produktportfolio

Der früher zum Siemens-Konzern gehörende Geschäftsbereich Healthcare kann insgesamt auf eine rund 120 Jahre währende Historie verweisen. Diese begann 1896 mit der ersten industriell gefertigten Röntgeneinrichtung. Über die Jahre wurden unter anderem trockenchemische Tests auf Glucose im Urin angeboten, vollautomatisierte Blutanalysesysteme für Vollblut und Serum, die weltweit ersten Echtzeitultraschallgeräte, CT-Geräte, MRT-Scanner und Labor-Automationssysteme.

Ein Schritt in die Digitalmedizin erfolgte 1999 mit der ersten intuitiven medizinischen IT-Plattform Syngo. Fortan wurden PET- und CT-Systeme, sowie Dual-Source-CT-Scanner gefertigt. Im Jahr 2008 kamen das robotergestützte Angiographiesystem Artis zeego und mit Ysio ein neues digitales Röntgensystem auf den Markt. Im Jahr 2011 folgte dann das weltweit erste integrierte Ganzkörper-MRT-und-PET-Gerät, der Biograph mMR. Bereits im Jahr 2014 bot Siemens Healthcare das cloudbasierte Netzwerk teamply an. Im Jahr 2017 wurde schließlich Atellica Solution, die Labordiagnostik für klinische Chemie und immunchemische Tests angeboten. Einen Stillstand gab es in der Healthcare-Sparte also nie.

Prognose für 2018 bestätigt

Bereits am 30. Juli 2018 hat Siemens Healthineers die Prognose für das Geschäftsjahr 2018 bestätigt. Die Konzernleitung rechnet weiterhin mit einem Umsatzwachstum von 3–4 Prozent im Vergleich zum Geschäftsjahr 2017 und mit einer bereinigten Ergebnismarge zwischen 17 und 18 Prozent (bereinigt um Personalrestrukturierungen und die Kosten des Börsengangs).

Details zur Aktie

Der IPO von Siemens Healthineers fand am 16. März 2018 statt. Seitdem notieren die Aktien des Konzerns an der Frankfurter Wertpapierbörse und via Xetra. Die Wertpapiere sind dem Segment Prime Standard zuzuordnen. Es handelt sich um auf den Namen lautende Stammaktien ohne Nennbetrag, sogenannte Stückaktien. Das Grundkapital liegt bei 1 Mrd. EUR eingeteilt in 1 Mrd. Aktien. Die Wertpapiere der Aktiengesellschaft sind in zahlreichen Indizes vertreten, die wohl bekanntesten darunter sind der MDAX und der TecDAX.

Der größte Aktionär der Siemens Healthineers ist die Siemens Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co. OHG, die insgesamt 85 Prozent der Aktien hält. Nur 15 Prozent der Wertpapiere befinden sich im Streubesitz. Da die Aktie erst seit dem 16. März dieses Jahres gehandelt wird, sind nur unterjährige Performancevergleiche möglich. In den letzten drei Monaten konnte die Aktie rund 5 Prozent an Wert zulegen, während zum Beispiel der TecDAX im Vergleichszeitraum eine Performance von rund 7 Prozent aufwies. Die Wertpapiere sind somit ein Underperformer.

Der Markt bewertet den Konzern zum Zeitpunkt dieser Analyse via Xetra mit 37,02 Mrd. EUR. Die Aktien kosteten via Xetra in den letzten 52 Wochen 39,95 EUR im Hoch und 28,95 EUR im Tief.

Aktuelle Analysen

Die Analysten von Berenberg, Bernstein, Citigroup, Commerzbank, Credit Suisse, Deutsche Bank, DZ Bank, Equinet, Exane BNP, Goldman Sachs, HSBC, Independent Research, Jefferies, JPMorgan, Kepler Cheuvreux, LBBW, Morgan Stanley, Oddo BHF, RBC und UBS haben im laufenden Jahr Analysen zur Aktie von Siemens Healthineers angefertigt.

Insgesamt finden sich derzeit 20 Analysen mit einer Kurszielangabe. Das höchste Kursziel stammt von der Commerzbank vom 1. August 2018 in Höhe von 43,00 Euro. Das niedrigste Kursziel wies am 27. April 2018 die Credit Suisse mit 33,50 Euro aus. Das Durchschnittskursziel liegt bei 38,52 Euro. Die Aktie ging zum Zeitpunkt dieser Analyse mit einem Xetra-Schlusskurs von 37,015 Euro aus dem Handel.

Fundamentaldaten 2017

Bei der Siemens Healthineers AG wird jeweils zum 30.09. gemäß IFRS in Euro (EUR) bilanziert. Der Umsatz lag bei 13,677 Mrd. EUR und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit bei 2,044 Mrd. EUR. Das Unternehmen wies ein Beteiligungsergebnis in Höhe von 9,0 Mio. EUR aus. Das Zinsergebnis wurde mit einem Minus von 255,0 Mio. EUR testiert. Der Jahresüberschuss summierte sich auf 1,444 Mrd. EUR. Das Ergebnis je Aktie lag bei 1,52 EUR. Eine Dividende wurde bis dato noch nicht ausgezahlt.

Die Gesellschaft wies für 2017 liquide Mittel in Höhe von 184,0 Mio. EUR aus. Das wirtschaftliche Eigenkapital lag bei 3,242 Mrd. EUR und die Verbindlichkeiten wurden mit 17,198 Mrd. EUR angegeben. Die Eigenkapitalquote wurde mit 15,9 Prozent ausgewiesen. Die Bilanzsumme lag bei 20,440 Mrd. EUR. Das Unternehmen beschäftigte im Geschäftsjahr 2017 48.400 Mitarbeiter.

Bilanzprognosen für 2018 und 2019

Die Umsätze könnten 2018 13,5 Mrd. EUR und 2019 14,08 Mrd. EUR betragen. Das EBITDA könnte 2018 bei 2,73 Mrd. EUR und 2019 bei 3 Mrd. EUR eintreffen und das EBIT bei 2,24 Mrd. EUR beziehungsweise 2,5 Mrd. EUR liegen. Der Gewinn je Aktie käme gemäß Schätzung 2018 auf 1,54 EUR und 2019 auf 1,71 EUR. Für 2018 wäre somit eine Dividende in Höhe von 0,70 EUR möglich, für 2019 0,89 EUR. Der Cashflow je Aktie könnte sich 2018 bei 1,69 EUR und 2019 bei 2,02 EUR einpendeln. Das Nettovermögen je Aktie könnte 2018 bei 7,76 EUR und 2019 bei 8,72 EUR liegen. Die Nettoverschuldung könnte sich 2018 auf 3,08 Mrd. EUR belaufen und sich 2019 auf 2,47 Mrd. EUR abmildern.

Termine

Die Siemens Healthineers AG wird am 5. November 2018 den Bericht für das vierte Quartal 2018 und am 22. November 2018 den Geschäftsbericht 2018 veröffentlichen. Am 5. Februar 2019 findet dann die Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2018 in München statt.

Langfristige Chartanalyse der Siemens Healthineers Aktie

Die Aktie von Siemens Healthineers konnte in den vergangenen sieben Monaten etwas Performance aufbauen, wobei der Wert in den letzten vier Handelswochen in einen etwas stärkeren Abwärtsmodus verfiel. Grundlegend ging es aus dem Bereich um 31,50 Euro auf knapp 40,00 Euro hinauf, wobei zwischenzeitlich mehrfach etwas stärkere und vor allem volatilere Rücksetzer verkraftet werden mussten. Auffallend waren mehrere unvolatilere Seitwärtphasen, die teilweise Schwankungen von weniger als einem Euro aufwiesen. Alles in allem eine positive Entwicklung, jedoch mit einem eher unkomfortabel zu handelndem Chartbild. Der Schlusskurs zum letzten Freitag lag bei rund 35,80 Euro.

Aus rein charttechnischer Sicht wirkt die Aktie durch die Bewegungen der vergangenen Wochen etwas angeschlagen und auch der volatile Bruch der starken Unterstützung von rund 37,50 Euro wirkt nicht gerade vertrauenserweckend für Käufe. Betrachtet man jedoch die Verläufe der vergangenen Monate, so boten solch starke Abgaben mehrfach ideale Einstiegssetups. Im Normalfall sollten Käufe erst nach einem erneuten Anstieg über 37,50 Euro wieder eine Trendvorteilsunterstützung gewinnen und Ziele wie 39,00 Euro und auch 40,00 Euro wären durchaus als realistisch einzustufen. Sehr aggressiv, aber dennoch eine denkbare Option wären Käufe im aktuellen Kursniveau, wobei wenigstens ein entsprechender Kauftrigger auf kleineren Zeitebenen abgewartet werden sollte.

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