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Es war klar, dass SMA Solar zum ersten Halbjahr nichts Gutes würde berichten können. Dass die Aktie im Vorfeld der gestern vorgelegten Bilanz stieg, wirkte daher wie eine hochriskante Wette. Aber sie ging auf: Der Kurs stieg nach den Zahlen weiter. Was steckt dahinter?

Basis der Käufe ist, dass diejenigen, die weiter kaufen, einfach das Hier und Jetzt abhaken und sich auf die Zukunft konzentrieren. Was grundsätzlich sinnvoll ist … aber auch riskant. Fakt ist: Bei SMA Solar lief das erste Halbjahr klar schlechter als das des Vorjahres. Der Umsatz lag um 3,3 Prozent niedriger, das EBITDA, d.h. der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen, um 58 Prozent. Netto kam es sogar zu einem Verlust von gut zehn Millionen Euro, nach einem Gewinn von 13,3 Millionen im Vorjahreszeitraum. Was aber nicht daran liegt, dass SMA Solar seine Solar-Wechselrichter nicht verkaufen könnte. Es klemmt an der Produktionskapazität, eingeschränkt durch die zu geringe Verfügbarkeit von Chips.

Und da setzen diejenigen an, die die Aktie derzeit einsammeln. SMA Solar rechnet damit, dass sich die Probleme im zweiten Halbjahr verringern und bestätigt deshalb die Gesamtjahres-Prognose. Die zwar auch keine grossen Sprünge verheisst, aber: Mit den Zahlen kam auch die Aussage, dass man ab 2023 mit einer deutlichen Verbesserung der Gesamtsituation und einem profitablen Umsatzwachstum rechnet und auf Basis des Baus einer neuen Fabrik am Standort Kassel die Verdopplung der Produktionskapazität bis 2024 erreichen werde. Das klingt in der Tat, als liesse es sich zuversichtlich nach vorne blicken. Die Frage ist allerdings:

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Expertenmeinung: Rechtfertigt das auch dieses neue Jahreshoch der Aktie? Zumindest ruht dieser Kursanstieg nicht auf einem soliden Fundament aus Fakten, sondern balanciert auf Hoffnungen. Und die müssten schon gross sein und zügig erfüllt werden, um zu erreichen, dass das charttechnische Potenzial, das sich durch den laufenden, nach der Bilanz fortgeführten Anstieg ergibt, ausgelotet wird und sich die Aktie dann auch auf höherem Niveau hält. Denn ja, per heute hätte SMA Solar auf Wochenbasis den Ausbruch aus dem leicht keilförmigen, zu Jahresbeginn etablierten Trendkanal vollzogen, wodurch grundsätzlich Spielraum bis in die Widerstandszone zwischen 68 und 71,80 Euro vorhanden wäre, aber:

Als diese Kurslevels Anfang 2021 erreicht wurden, ahnte man noch nichts von Chipmangel und reissenden Lieferketten, auch nicht davon, dass die Kosten derart steigen würden. Damals hatte SMA Solar für 2021 einen Gewinnausblick auf EBITDA-Basis von 75 – 90 Millionen Euro ausgegeben. Und das war im März, als die Aktie bereits auf dem Rückzug war und im Bereich um 50/55 Euro notierte, denn zuvor hatten die Trader es mit ihrem Optimismus übertrieben.

75 bis 90 Millionen im EBITDA (die es dann übrigens nicht wurden, sondern mit 8,7 Millionen dramatisch weniger) waren da also 50/55 Euro im Aktienkurs „wert“. Heute notiert SMA Solar aufgrund dieser Käufe als Reaktion auf den optimistischen, zugleich aber vagen Ausblick höher, während das Unternehmen für das laufende Jahr ein EBITDA zwischen 10 und 60 Millionen sieht. Das ist sehr dünnes Eis, daher: Wer Long dabei ist, täte gut daran, den Stop Loss eng zu halten und sukzessiv nachzuziehen. Neu einzusteigen oder zuzukaufen wäre im Licht des immensen Hoffnungsfaktors riskant. Und sollte der Kurs auf Wochenschlusskurs-Basis wieder in diesen Trendkanal zurückfallen, was derzeit mit Freitags-Schlusskursen unter 54 Euro der Fall wäre, müsste man überlegen, ob man nicht besser den Gewinn mitnimmt.

SMA Solar-Aktie: Chart vom 11.08.2022, Kurs 58,75 Euro, Kürzel Y92 | Online Broker LYNX
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