Einen rabenschwarzen Tag erwischen heute die Aktien des Energiekonzerns Siemens Energy: Direkt nach Handelsbeginn brechen die im DAX gelisteten Papiere um mehr als zehn Prozent ein und sind damit der mit Abstand schwächste Wert im deutschen Leitindex.

Windkraft-Tochter Siemens Gamesa senkt Gesamtjahresprognose

Hauptschuld am Kurseinbruch dürfte die Windkraft-Tochter Siemens Gamesa haben, die heute enttäuschende Quartalszahlen vorgelegt und die Gesamtjahresprognose nach unten korrigiert hat. Auf Basis vorläufiger Zahlen hat Siemens Gamesa von Januar bis März 2022 einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis vor Steuern, Zinsen (EBIT) sowie vor Integrations- und Restrukturierungskosten von minus 309 Millionen Euro erzielt. 

Für das gesamte Geschäftsjahr 2022 erwartet Siemens Gamesa deshalb nun eine EBIT-Marge vor Kaufpreisallokationen und Integrations- und Restrukturierungskosten von -4 bis +1 Prozent und liegt damit deutlich unter den bislang prognostizierten +1 bis +4 Prozent. Der Umsatz dürfte im Gesamtjahr um -2 bis -9 Prozent zurückgehen, bislang rechnete der Konzern mit einem Rückgang von -2 bis -7 Prozent.

Siemens Energy muss Gesamtjahresprognose ebenfalls anpassen

Da Siemens Energy die Windkraft-Tochter Siemens Gamesa voll konsolidiert, muss der Konzern reagieren und passt ebenfalls seine Gesamtjahresprognose an. Die bereinigte Umsatzentwicklung dürfte 2022 bei -2 bis +3 Prozent liegen, die Marge auf das operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) nur noch bei +2 bis +4 Prozent (bisherige Bandbreite: +3 bis +5 Prozent). 

Ausserdem soll die Gültigkeit der bisherigen Bandbreite für das 2023 erwartete EBITDA von +6,5 bis +8,5 Prozent nochmals überprüft werden.

Umsatz und Ergebnis im ersten Quartal gehen teils deutlich zurück

Gleichzeitig hat Siemens Energy heute auch Zahlen für das abgelaufene erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres vorgelegt.

Beim Auftragseingang konnte ein Zuwachs von 10,1 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro verzeichnet werden. Der Quartalsumsatz sank aber deutlich um 11,4 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro und lag damit auch unter dem Konsens von 6,3 Milliarden Euro. Das angepasste EBITDA vor Sondereffekten fiel auf -63 Millionen Euro (Q1/2021: +366 Millionen Euro) und liegt ebenfalls unter dem Konsens von 153 Millionen Euro.

Aktie bricht zum Handelsstart kräftig ein

Die Kombination aus unter den Erwartungen liegenden Quartalszahlen bei Siemens Energy, der Prognoseanpassung bei der Windkraft-Tochter Siemens Gamesa und der deshalb notwendig gewordenen Prognosekorrektur bei Siemens Energy sorgen heute zum Handelsstart für kräftigen Verkaufsdruck bei den Aktien von Siemens Energy. 

Die Papiere, die seit Jahresbeginn sogar wieder leicht zulegen konnten, brechen aktuell um 10,3 Prozent auf 20,58 Euro ein.

Siemens Energy Aktie: Chart vom 21.01.2022

 

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