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Der gestrige Schlusskurs der Shop Apotheke war der niedrigste seit März 2020. Dazwischen lag ein Rekordhoch bei 249 Euro – und jetzt ist die Aktie wieder da, wo sie vor dem Corona-Lockdown herkam. Wie weit soll sie denn noch fallen? Und warum fällt sie überhaupt?

Am Wachstum an sich liegt es nicht. Als die niederländische Online-Apotheke 2016 an die Börse ging, lag der Umsatz (des Jahres 2016) bei 177 Millionen Euro. 2021 waren es 1,07 Milliarden, für 2022 avisieren die Analysten 1,23 Milliarden. Aber auf den Umsatz alleine kommt es natürlich nicht an, die Kasse muss auch entsprechend klingeln. Und das tut sie nicht. Und wenn man da „noch nicht“ einwendet, könnte einem ein bärischer Anleger entgegnen:

Das hören wir aber schon länger und die schwarzen Zahlen kommen nicht. Und ja, das ist so. Und 2021 ist der Verlust auch noch angewachsen. Dass die Aktie der Shop Apotheke 2020 zu einem scheinbar endlosen Steigflug ansetzte, basierte auf der Überzeugung, dass alleine die Corona-Problematik dazu beitragen würde, nachhaltig schwarze Zahlen zu erreichen. Dieser Aspekt und das sogenannte „E-Rezept“. Und das ist jetzt der Dreh- und Angelpunkt.

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Expertenmeinung: Die Shop Apotheke hat viel Geld in die Hand genommen, um die Logistik hochzufahren, auch, weil man damit rechnete, dass das sogenannte E-Rezept, mit dem ein Patient sein Rezept schnell und einfach online an die Online-Apotheke übermitteln kann, statt es wie bislang per Brief zu senden, zeitgerecht starten würde. Was aber nicht passierte. Eigentlich sollte es 2021 losgehen. Jetzt ist es losgegangen, aber nur in einem ziemlich kleinen Teil Deutschlands. Man spricht jetzt von einem „stufenweisen, bundesweiten Roll-Out“ der E-Rezepte. Das klingt, als würde sich das hinziehen. Und erst, wenn das E-Rezept bundesweit umgesetzt ist, würde nicht nur der Umsatz der Shop-Apotheke deutlicher zulegen, sondern auch die Margen besser aussehen. Denn dort, bei den verschreibungspflichtigen Medikamenten, sind die guten Margen zu erreichen.

Dass den Anlegern mittlerweile klar ist, dass ein „stufenweiser, bundesweiter Roll-Out“ nicht andeutet, dass die Shop Apotheke wenigstens 2023 in die schwarzen Zahlen kommen wird, schlägt sich jetzt eben im Kurs nieder. Die Aktie fällt dorthin zurück, wo sie herkam, bevor man dachte, hier würden die Gewinne in Kürze nur so sprudeln. Aber wäre die Aktie dann nicht trotzdem ein Kauf, für Anleger mit ausreichend langem Atem? Vielleicht. Aber das kommt eben darauf an, wann die Shop Apotheke die Gewinnzone erreicht und wovon wir dann beim Gewinn pro Aktie reden. Und das kann man noch nicht abschätzen. Daher kann es leicht sein, dass die Aktie weiter nachgibt und der Atem, den ein Käufer von heute haben müsste, ein unerfreulich langer sein müsste.

Wie immer, wenn man bei einem Abwärtstrend ein „open end“ anhängen muss, wäre es deshalb ratsam, erst dann über einen Einstieg nachzudenken, wenn das Chartbild das auch hergibt, indem wichtige Widerstände bezwungen wurden … idealerweise mit Rückendeckung positiver, fundamentaler Nachrichten … und so erkennbar wird, dass die Bären nicht mehr aktiv Druck machen. Und dafür reicht es aus aktueller Sicht nicht, den kleinen Sockel knapp unter 57 Euro zu überwinden, der sich Ende August/Anfang gebildet hatte. Die Aktie müsste mindestens mit Schlusskursen über 66 Euro über die Tiefs vom März/April hinaus, um ein glaubwürdiges Long-Signal abzuliefern. Und das wäre aus derzeitiger Sicht ein steiniger Weg.

Shop Apotheke-Aktie: Chart vom 20.09.2022, Kurs 44,95 Euro, Kürzel SAE | Online Broker LYNX
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