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Zum Wochenstart gehörte die Aktie des Kochboxen-Lieferanten HelloFresh zu den grössten MDAX-Gewinnern. Was ist dieses Plus von 5,31 Prozent wert? Charttechnisch bislang wenig. Und eine Nachricht vom Freitag deutet an, dass man auch nicht zu viel erwarten sollte.

Am Montag meldete HelloFresh, dass man jetzt auch in Irland aktiv geworden sei, eine Marktanalyse habe gezeigt, dass das Land für Kochboxen günstige Bedingungen liefere. Das klingt nach Aufbruch und Wachstum. Was dabei herauskommt, wird man aber erst viel später sehen. Und eine Nachricht, die am Freitag zuvor kam, klingt so gar nicht nach Expansion:

HelloFresh schliesst zum 11. Dezember ein Distributionszentrum in Kalifornien. Begründet wird das damit, dass die Anlage veraltet sei, man wolle sich auf neuere, effizientere Standorte konzentrieren. Das klingt harmlos, aber dabei verlieren 611 Mitarbeiter ihren Job. Da das Unternehmen weltweit etwa 15.000 Menschen beschäftigt, ist das keine unerhebliche Zahl. Und wenn der Wegfall dieses Standorts einfach so weggesteckt werden kann und nicht zugleich ein vergleichbares Distributionszentrum aufgebaut wurde, klingt das nicht danach, als hätte HelloFresh in Kalifornien alle Hände voll zu tun. Man sollte vorsichtig sein, zu viel von der Aktie zu erhoffen.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur HelloFresh Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Mittlerweile backen die Analysten ja in Bezug auf den Unternehmensgewinn deutlich kleinere Brötchen als zu Jahresbeginn. Man rechnet mit einem deutlichen Gewinnrückgang, das durchschnittliche Kursziel liegt mit 53 Euro meilenweit unter dem, was noch im Frühjahr angesetzt wurde. Das wäre immer noch ein grandioses Gewinnpotenzial, würde HelloFresh dieses Kursziel erreichen. Aber dazu müsste auch eintreten, was einige Analysten trotz ihrer gesenkten 2022er-Erwartungen noch unterstellen: dass der Gewinn ab 2023 wieder durchstartet. Und das ist zumindest fraglich.

Der Druck auf die Geldbeutel der Verbraucher ist nicht auf Deutschland beschränkt, sondern betrifft fast alle Regionen weltweit. Und HelloFreshs Dienste sind keine, die den Grundbedarf abdecken. Sich die Zutaten für sein Essen portioniert und nach Wunsch liefern zu lassen, ist ein Luxus, auf den man leicht verzichten kann, wenn das Geld knapp wird. Daher sollte man in Bezug auf die Ergebnisse des dritten Quartals, zu denen es noch keine Hinweise gibt, vor allem aber mit Blick auf das angelaufene Quartal und die ersten Quartale 2023 auf alles gefasst sein. Das dürfte zwar in grossen Teilen schon eingepreist sein. Aber dass man jetzt nicht mehr unbedingt viel erwarten sollte, wenn man auf diesem gedrückten Level noch Short ginge, heisst nicht, dass die Aktie zwingend viel in die Gegenrichtung zuwege bringen müsste.

Der keilförmige Abwärtstrendkanal der vergangenen Monate dürfte nur zu bezwingen sein, wenn wider Erwarten sehr gute Zahlen und ein glaubwürdig bullischer Ausblick auf den Tisch kämen, die klarmachen, dass die Skepsis der Trader übertrieben war. Das ist nicht wahrscheinlich, aber auch nicht völlig unmöglich. Doch bevor solche Nachrichten nicht wirklich kommen und die Aktie darüber hinaus zumindest den eindeutigen Ausbruch über den mittelfristigen Abwärtstrend schafft, der derzeit bei 26,20 Euro verläuft, ist eine Aufwärtswende Wunschdenken.

HelloFresh Aktie: Chart vom 17.10.2022, Kurs 23,02 Euro, Kürzel HFG | Online Broker LYNX
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