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Seit dem Rekordhoch Mitte Mai hat die Aktie der Reederei Hapag Lloyd 65 Prozent verloren. Dadurch liegt das Kurs/Gewinn-Verhältnis bei 2. Das wirkt, als bekäme man die Aktie geschenkt. Aber das täuscht, im Gegenteil ist hier weiterhin Luft nach unten. Was ist da los?

Es ist gerade einmal vier Wochen her, dass ich an dieser Stelle letztmalig Hapag Lloyd vorgestellt hatte. Damals lautete ein Kernsatz: „Für ein mittelfristig relevantes Short-Signal müsste der Kurs nicht nur die Aufwärtstrendlinie bei 256 Euro brechen, sondern auch die bis in den Sommer 2021 zurückreichende Unterstützungszone 225/236 Euro.“ Der Blick auf den Chart zeigt: Da kann man einen Haken dahinter machen. Und mit zuletzt nur noch 165,50 Euro hätte die Aktie auch schon so viel Boden preisgegeben, wie das bei einem mittelfristigen Short-Signal zu erwarten wäre. Sogar das markante Hoch des Jahres 2020 ist bereits gefallen.

Und eine Aktie, die ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 2 hat, ist doch schon fast zwingend ein Kauf, zumal Hapag Lloyd für 2021 sagenhafte 35 Euro Dividende bezahlt hatte. Gäbe es das für 2022 auch, könnte man doch leichter kein Geld verdienen … oder?

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Expertenmeinung: Da man davon ausgehen darf, dass eine Aktie, die so niedrig bewertet ist und eine unglaubliche Dividendenrendite hätte, falls die Vorjahresdividende erneut gezahlt würde, nicht aus Versehen fällt, sollte man gar nicht erst über „billig“ nachdenken, sondern nach den Gründen suchen, warum sie wie ein defekter Fahrstuhl abwärts rauscht. Und wenn man sich die zu Gemüte führt, kommt man zu dem Schluss: Ob die das niedrige Kurs/Gewinn-Verhältnis begründenden Gewinnschätzungen der Analysten für 2022 wirklich Realität werden, ist nicht nur offen, sondern zweifelhaft. Und das gilt für die Traum-Dividende ebenso.

Denn genau die beiden Faktoren, die zu dieser Ende 2020 begonnenen Super-Hausse geführt hatten, beginnen sich umzukehren: die Nachfrage nach Schiffs-Frachtraum und mit ihr die Schifffrachtraten selbst. Die beiden wichtigsten Indikationen für die Schifffracht-Preise, der Baltic Dry Index und der Harpex, sind beide derzeit im freien Fall. Und dabei hat die weltweite Rezession noch nicht einmal begonnen, immer noch herrscht die Notwendigkeit, überfällige Fracht endlich zu verschiffen, weiterhin stauen sich Containerschiffe vor Häfen.

Das macht klar: Die Frachtraten dürften weiter fallen … und mit ihnen die Gewinnspanne von Hapag Lloyd. Und da diese konjunkturellen Aspekte den Takt angeben, wäre es daher auch keine verlässliche Basis für einen spekulativen Einstieg, wenn der Kurs die Kreuzunterstützung aus dem Zwischentief vom Mai 2021 und der in diesem Wochenchart schwarz gehaltenen 1.000-Tage-Linie im Bereich 130/132 Euro ansteuert. Würden entsprechend bärische Konjunkturdaten auf einen weiteren Rückgang der Nachfrage nach Schifffracht deuten, würde auch eine solche Unterstützung problemlos durchbrochen, daher:

Hier jetzt erst Short zu gehen, nachdem das mittelfristige Short-Signal nach dem Bruch der Zone 225/236 Euro längst erfolgt ist und die Reaktion darauf ebenso, wäre nicht ratsam, auch, wenn die Aktie grundsätzlich noch Luft nach unten haben dürfte. Denn je tiefer der Kurs fällt, desto plötzlicher und weitreichender werden Eindeckungs-Rallyes der Bären. Wer Short ist, kann am Ball bleiben und regelmässig den Stopp nachziehen. Und einsteigen? Das würde ich angesichts dieser Perspektive für Umsatz und Gewinn von Hapag Lloyd besser nicht.

Hapag Lloyd-Aktie: Chart vom 23.09.2022, Kurs 165,50 Euro, Kürzel HLAG | Online Broker LYNX
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