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Die US-Notenbank hat auf ihrer gestrigen Sitzung erwartungsgemäss den Leitzins um weitere 75 Basispunkte auf die neue Range von 2,25 bis 2,50 Prozent angehoben. Auf der folgenden Pressekonferenz kündigte FED-Chef Jerome Powell ausserdem an, dass diesem Zinsschritt angesichts einer weiterhin unerwünscht hohen Inflation und einem weiter robusten Arbeitsmarkt in diesem Jahr mit grosser Sicherheit noch weitere folgen werden. Die Mehrzahl der Analysten geht in den verbleibenden drei Sitzungen von weiter steigenden Zinsen in Höhe von 100 Basispunkte aus.

Nach dem wie erwartet ausgefallenen Zinsschritt griffen die Anleger gestern bei US-Aktien kräftig zu und der Dow Jones schloss 440 Punkte bzw. 1,4 Prozent höher. Der breiter angelegte S&P 500 konnte bis zum Handelsschluss sogar 2,6 Prozent zulegen, der Nasdaq100 stieg um 4,3 Prozent.

Trotz der guten Vorgaben aus den USA startet der DAX nur mit einem kleinen Plus in den Tag und gibt auch das in den ersten Handelsstunden bereits wieder ab. Vor allem die Sorgen über eine weitere Verschärfung der Gaskrise verunsichert die Anleger, die sich deshalb mit Neuengagements weiterhin zurückhalten. Zumal die Anleger die Nachricht über den Rückgang der US-Wirtschaft im zweiten Quartal um 0,9 Prozent – dem zweiten Quartalsrückgang in Folge – erst einmal einordnen müssen. Rein technisch gesehen befinden sich die USA damit nun in einer Rezession. Die an sich wenig erfreuliche Nachricht könnte nämlich auch so ausgelegt werden, dass das die FED vielleicht veranlassen könnte, weniger stark an der Zinsschraube zu drehen.

Der deutsche Leitindex DAX, der bei 13.094 Punkten sein bisheriges Tagestief markiert hat, liegt in diesem Umfeld späten Nachmittag mit 0,1 Prozent im Plus bei 13.190 Punkten.

Nach der gestrigen Kursrallye an der US-Börsen atmen die Anleger heute erst einmal kräftig durch. Der Dow Jones startet mit einem kleinen Minus von 0,3 Prozent bei 32.120 Punkten in den Handel, der breiter gefasste S&P 500 verliert ebenfalls 0,3 Prozent auf 4.011 Punkte und der Nasdaq100 gibt zum Handelsbeginn rund ein Prozent auf 12.476 Zähler nach.

Von Unternehmensseite sorgen heute u.a. die folgenden Nachrichten für Bewegung bei Einzelwerten:

Aktien von Fresenius und FMC brechen nach Prognosesenkung von FMC ein

Im freien Fall befinden sich heute die im DAX notierten Aktien von Fresenius Medical Care (FMC) und deren Muttergesellschaft Fresenius SE, nachdem FMC heute mitgeteilt hat, dass wegen „verschiedener nachteiliger Faktoren“ das Ergebnis für das laufende Geschäftsjahr schlechter als bislang prognostiziert ausfallen dürfte. 

Zu diesen nachteiligen Faktoren gehören beispielsweise eine erhöhte Lohninflation sowie der verschärfte Arbeitskräftemangel, was zu Kapazitätsengpässen im Bereich Gesundheitsdienstleistungen in Nordamerika führt.

Währungsbereinigt und vor Sondereffekten soll das Umsatzwachstum im Jahr 2022 am unteren Ende des bislang prognostizierten niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereiches liegen, das auf die Anteilseigner entfallende Konzernergebnis im hohen Zehner-Prozentbereich zurückgehen.

Die Anleger ziehen daraufhin heute die Reissleine und Aktien von FMC brechen um aktuelle 13,1 Prozent auf 38,00 Euro ein. Die Kursverluste der letzten sechs Monate summieren sich damit bereits auf fast 30 Prozent.

Aktien der Konzernmutter Fresenius SE geben als zweitschwächster DAX-Wert aktuell 9,2 Prozent auf 24,72 Euro nach, hier belaufen sich die Kursverluste der letzten sechs Monate auf rund 26 Prozent.

RWE erhöht Gewinnprognose kräftig

Weiterhin hervorragend laufen die Geschäfte beim Energiekonzern RWE, der sein Geschäftsmodell weiter konsequent auf den Bereich der Erneuerbaren Energien ausrichtet.

Wie der Konzern gestern Abend bereits mitteilte, wird „aufgrund eines ausserordentlich guten Ergebnisses“ in den Bereichen Wasser, Biomasse und Gas sowie beim Energiehandel für das laufende Geschäftsjahr auf Konzernebene ein Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von 5,0 bis 5,5 Milliarden Euro erwartet. Bislang lag hier die Prognose nur bei 3,6 bis 4,0 Milliarden Euro.

Genaue Zahlen zum Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr will RWE am 11. August vorlegen.

Die im DAX notierten RWE-Aktien können heute 1,4 Prozent auf 39,71 Euro zulegen.

Pfizer kann Umsatz und Ergebnis deutlich steigern

Der US-Pharmakonzern und Corona-Impfstoffhersteller Pfizer hat im zweiten Quartal 2022 seinen Umsatz um 47 Prozent auf 27,72 Milliarden US-Dollar gesteigert und damit den höchsten Quartalsumsatz der Unternehmensgeschichte erzielt. Noch kräftiger legte der Nettogewinn zu, der mit 9,9 Milliarden US-Dollar sogar 78 Prozent über dem Vorjahreswert liegt.

Gleichzeitig hob Pfizer seine Jahresprognose für Umsatz und Ergebnis an.

Pfizer-Aktien, die gestern an der US-Börse mit einem kleinen Verlust von 0,7 Prozent bei 51,95 US-Dollar aus dem Handel gingen, verlieren heute zum Handelsstart deutlich um 4,5 Prozent auf 49,25 US-Dollar zu.

Meta mit erstem Umsatzrückgang der Unternehmensgeschichte

In seiner noch nicht so langen Unternehmensgeschichte hat der Facebook-Konzern Meta Platforms im zweiten Quartal 2022 seinen ersten Umsatzrückgang erzielt.

Von April bis Juni 2022 ging der Umsatz bei Meta um ein Prozent auf 28,8 Milliarden US-Dollar zurück. Der Konzerngewinn brach in diesem Zeitraum sogar um 27 Prozent auf ca. 6,7 Milliarden US-Dollar ein. Ohne den starken Dollar, der zu geringen Einnahmen auf den Auslandsmärkten des Konzerns führte, wäre der Umsatz um rund drei Prozent gestiegen.

Für das laufende Quartal erwartet Meta jetzt einen Umsatz von 26 bis 28,5 Milliarden US-Dollar und damit weniger, als bislang von Analysten erwartet.

Meta-Aktien legten gestern vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen an der US-Börse noch kräftig um 6,6 Prozent auf 169,58 US-Dollar zu. Zum Start in den heutigen Handelstag zeigt sich allerdings die Enttäuschung der Anleger und die geben aktuell 8,1 Prozent auf 155,77 US-Dollar nach.

 

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