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Nur einen Tag vor der Quartalsbilanz fiel die Evotec-Aktie auf einmal massiv. Nach den Zahlen, die durchaus ordentlich waren, stieg Evotec zunächst wieder, doch jetzt geht es schon wieder abwärts. Kann aus der Bodenbildung nebst Aufwärtswende noch etwas werden?

Das war schon eine ganz seltsame Geschichte. Für den Morgen des 11. August stand Evotecs Bilanz des ersten Halbjahrs im Terminplan. Und nur einen Tag vorher kommt ein Analyst von Morgan Stanley daher, senkt das Kursziel für die Aktie von 42 auf 32 Euro und reduziert seine Empfehlung von „Übergewichten“ auf „Untergewichten“. Die Aktie, kurz zuvor gerade dabei, mit einem Ausbruch über die Widerstandslinie bei 29,20 Euro eine breit angelegte Bodenbildung zu vollenden, rutschte massiv ab. Kein Wunder, denn so kurz vor den Zahlen entstand der Eindruck, bei Morgan Stanley wisse man schon, was alle anderen erst am nächsten Tag erfahren würden.

Doch das, was man dann erfuhr, war durchaus nicht schlecht. Der Umsatz war im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum solide gewachsen. Das EBITDA, der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen, war zwar zurückgegangen, von 36,2 auf 33,6 Millionen. Aber bei Biotech-Unternehmen wie Evotec, die einen Teil der Einnahmen aus sogenannten „Meilensteinzahlungen“ für Forschungs- und Entwicklungserfolge bei Kooperationen erzielen, sind die Gewinne immer sehr volatil, da kann einfach mal mehr, mal weniger hereinkommen. Für das Gesamtjahr hielt Evotec die Spur: Die Umsatzprognose wurde sogar leicht angehoben, beim EBITDA sieht man wie bisher prognostiziert eine Spanne zwischen 105 und 120 Millionen. Kein Grund also, die Aktie wie eine heisse Kartoffel fallen zu lassen.

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Expertenmeinung: Das dachten sich einige, die diese Ergebnisse unter die Lupe nahmen, offenbar auch, denn am Bilanztag sowie am Folgetag ging es mit Evotec erst einmal wieder aufwärts. Doch die Käufe versickerten bald. Und das führte dazu, dass der Kurs genau dort drehte, wo er aus Sicht der Bullen bloss nicht hätte drehen dürfen.

Wir sehen im Chart, dass Evotec genau dort steckenblieb, wo das Abwärts-Gap, das durch diese einen Tag vor den Zahlen erfolgte Abstufung der Aktie durch Morgan Stanley entstanden war, geschlossen wurde. Der Abgabedruck war zwar mehrere Tage lang gering. Aber am Dienstag wurde er auf einmal massiv. Und zwar, weil da dann die im Mai entstandene Aufwärtstrendlinie gebrochen wurde. Das dürfte einiges an Stop Loss-Verkaufsorders ausgelöst haben, die den Druck auf den Kurs natürlich intensivierten. War es das jetzt mit der Bodenbildung?

Das war es zwar mit der Chance, diese langgezogene, untertassenförmige Bodenbildung schnell zu vollenden. Aber vom Tisch ist die deswegen noch nicht. Dazu müsste Evotec das Tief der „Untertasse“, zugleich das Jahres-Verlaufstief, bei 20,16 Euro, unterschreiten. Das ist noch ein gutes Stück entfernt und wie gesagt, die Bilanz war ja keineswegs so ausgefallen, dass sie neue Tiefs rechtfertigen würde. Hier nach dem Bruch des Mai-Aufwärtstrends Short zu gehen, hätte also durchaus seine Risiken, weil die Rahmenbedingungen neue Tiefs nicht unterfüttern würden. Nur heisst diese Konstellation für die Long-Seite im Gegenzug: Es ist mal wieder, wie oft bei Evotec, Geduld gefragt.

Evotec-Aktie: Chart vom 24.08.2022, Kurs 23,61 Euro, Kürzel EVT | Online Broker LYNX
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