Nicht erst, seitdem der Online-Essenslieferant Delivery Hero im August 2020 den Skandalkonzern Wirecard im deutschen Leitindex DAX abgelöst hat, kritisieren viele Beobachter das Geschäftsmodell der Berliner. Denn seit der Unternehmensgründung im Jahr 2011 ordnet das aus der Startup-Schmiede des Inkubators Rocket Internet hervorgegangene Unternehmen alles dem Unternehmenswachstum unter. 

Mit dem Ergebnis, dass Delivery Hero bislang zwar Jahr für Jahr kräftig wächst und allein von Januar bis Juli 2021 seinen Umsatz auf 2,68 Milliarden Euro mehr als verdoppeln konnte (+138 Prozent). Allerdings verdoppelte sich auch der Verlust im ersten Halbjahr 2021 auf 918 Mio. Euro und Delivery Hero beendete seit Unternehmensgründung bislang jedes Jahr mit deutlichen Verlusten.

Dabei expandiert Delivery Hero weiter kräftig in neue Märkte und übernahm erst Ende des letzten Jahres den spanischen Anbieter Glovo – an dem Delivery Hero vorher bereits schon mit 44 Prozent beteiligt war – mehrheitlich. Glovo erzielt mit seiner „Multi-Kategorie-Liefer-App“, über die Nutzer bei den angeschlossenen Unternehmen wie Restaurants, Lebensmittelhändler, Apotheken oder Supermärkten bestellen können, im letzten Jahr einen Jahresumsatz von rund 800 Mio. Euro.

Aus anderen Märkten zieht sich Delivery Hero dagegen wieder zurück, beispielsweise Ende letzten Jahres mit seiner Marke Foodpanda vom deutschen und dem japanischen Markt.

Delivery Hero erwartet im 2. Halbjahr 2022 den Break-Even

Die vielen Experimente bei der Unternehmensexpansion und das Austesten neuer Märkten zeigt nun endlich auch Erfolge beim Unternehmensgewinn, was zahlreichen Kritikern des Geschäftsmodells von Delivery Hero vorerst ein wenig die Luft aus den Segeln nehmen dürfte.

Denn wie der Konzern heute mitteilt, wird für die zweite Jahreshälfte 2022 mit dem Geschäft für Essenslieferungen beim bereinigten operativen Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) das Erreichen der Gewinnschwelle (Break-Even) erwartet. Im vierten Quartal 2022 soll das bereinigte EBITDA – einschliesslich der jüngst übernommenen Glovo – dann zwischen 0 und 100 Millionen Euro liegen. 

Da die Investitionen in das sogenannte „Quick-Commerce-Geschäft“ im ersten Quartal 2022 ihren Höhepunkt erreicht haben und danach schrittweise sinken werden, geht Delivery Hero langfristig von einer bereinigten EBITDA-Marge zwischen 5 und 8 Prozent aus.

Aktien von Delivery Hero reagieren mit Kurssprung

Auf die Ankündigung von schwarzen Zahlen – zumindest beim EBITDA – im laufenden Geschäftsjahr sowie auf eine langfristig positive EBITDA-Marge reagieren die Anleger begeistert. 

Aktien von Delivery Hero, die noch im letzten Jahr mit einem Jahresverlust von über 40 Prozent der schwächste Wert im deutschen Leitindex waren, legen zum Handelsstart mehr als fünf Prozent auf 86,00 Euro zu und setzen sich damit heute an die DAX-Spitze.

Delivery Hero: Chart vom 11.01.2022
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