Analyse:
Kering: Doppeltopp und Trendbruch möglich – trotz guter Zahlen

Der französische Luxusgüterkonzern Kering ist vom Namen her wohl deutlich weniger Investoren ein Begriff als Louis Vuitton Moet Hennessy, kurz LVMH. Denn Kering selbst ist keine Marke, die auf das verweist, was die in Frankreich zu den bekanntesten gehörende Familie Pinault unter diesem Dach vereint. Dazu gehören Top-Marken wie Gucci, Saint Laurent oder Brioni. Auch bei PUMA ist Kering bzw. die Familie Pinault stark engagiert, wenngleich man dort seine Anteile 2018 reduzierte, um sich mehr auf das Kerngeschäft der Luxusgüter zu konzentrieren.

Luxus, das zeigen die über Jahre hinweg stetig steigenden Umsätze solcher Unternehmen, läuft auch in eher schwierigen Zeiten gut. Und das Ergebnis des ersten Halbjahrs 2019, das Kering vergangene Woche vorlegte, bestätigt das. Der Umsatz stieg um stattliche 19 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Was den Gewinn anging war der schwierig zu beurteilen, weil das Vorjahr ebenso wie dieses Jahr durch Einmaleffekte verzerrt werden, aber man ist bislang auf Kurs, die eigenen Wachstumsziele zu erreichen. Doch die Quittung für dieses Zahlenwerk war trotzdem massiver Abgabedruck. Wieso?

Expertenmeinung: Das erschließt sich weder aus dem Halbjahresergebnis noch aus der Reaktion der Analysten. Es gab zwar mehrere Analysten, die ihr Kursziel für Kering nach der Bilanz herunternahmen, aber das waren jeweils minimale Korrekturen um zwei bis drei Prozent auf Levels, die allesamt über dem derzeitigen Kurs liegen. Und J.P. Morgan stellte sich auf die Gegenseite und hob das Kursziel für die Aktie relativ deutlich von 570 auf 600 Euro an. Im Schnitt lieg der Zielbereich der Experten derzeit um 565 Euro und damit solide über dem aktuellen Kurs. Kann es daran liegen, dass Kering zu teuer bewertet ist? Da hilft der Vergleich zu LVMH.

LVMH hat derzeit ein Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwas über 25 auf Basis der geschätzten 2019er-Gewinne, Kering hingegen ein KGV von knapp 19. Kurz: Diese jetzt drohende Trendwende ist alles, nur nicht zwingend. Und doch sollte man auf der Hut sein: Wenn Kering unter 455 Euro schließen und dadurch das Tief von Anfang Juni unterbieten sollte, wäre ein recht markantes Doppeltopp vollendet, das den Weg an die in diesem längerfristigen Chart gut erkennbare, 2016 etablierte Aufwärtstrendlinie bei aktuell 427 Euro freigeben würde.

Würde die fallen, wäre der Aufwärtstrend dahin und aus rein charttechnischer Sicht ein Rückgang des Kurses in die Region um 350 Euro möglich. Dass Kering angesichts der bislang guten Zahlen dort nicht hingehören würde, mag sein. Aber wenn die Bären ein entsprechendes Signal bekämen, würden sie nicht zögern, es umzusetzen, daher: Diese Aktie ist momentan nicht teuer, aber auch noch nicht zwingend günstig genug, um sie – auch auf mittelfristiger Ebene – einfach einsammeln zu können. Solange hier eine Abwärtswende droht, gilt: Nicht in ein fallendes Messer greifen!

Chart vom 31.07.2019, Kurs 469,50 Euro, Kürzel KER | LYNX Aktienempfehlungen

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