Börsenblick

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Aktienanalyse:
Renault dreht nach Kurssturz. 6,7% Dividende

Renault ist einer der weltweit größten Automobilhersteller und die Nummer eins in Frankreich.
Die größten Absatzmärkte außerhalb der Heimat sind Russland, Deutschland, China und Italien.

Der französische Staat hält 19,74% am Unternehmen, darüber hinaus ist Nissan seit der strategischen Partnerschaft mit 15% beteiligt.

CEO verhaftet

Blickt man auf die wichtigsten Märkte, kann man schon erahnen, warum es mit der Aktie so drastisch abwärts gegangen ist.
In Frankreich regieren die Demonstranten, in Russland und China hat sich die Wirtschaft spürbar abgekühlt und Italien befindet sich in einer Dauerkrise.

Mindestens genauso schwer wiegen die Vorwürfe gegen den Noch-Vorstandschef Carlos Ghosn.
Bei Nissan hatte er gleichzeitig den Posten als Verwaltungsratsvorsitzender inne und die Allianz zwischen den beiden Autobauern und Mitsubishi maßgeblich vorangetrieben.

Derzeit sitzt Ghosn wegen möglicher Verstöße gegen die japanischen Finanzmarktregeln in Untersuchungshaft. Ihm wird unter anderem auch Veruntreuung vorgeworfen. Der Staatsanwaltschaft zufolge drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft.
Die Aktie von Nissan brach infolgedessen ebenfalls ein.

Ausblick und fundamentale Bewertung

Die Probleme um den CEO sind natürlich nicht förderlich, auf Konzernebene dürfte der finanzielle Schaden aber minimal sein, selbst wenn etliche Millionen Euro veruntreut wurden.

Nach einer Kurshalbierung lohnt es sich, die Lage zu sondieren, vielleicht stellt sich die Aktie ja als Schnäppchen heraus.

In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres legte der Umsatz um 1,4% auf 29,96 Mrd. Euro zu, das Ergebnis war allerdings von 8,85 auf 7,24 Euro je Aktie rückläufig.
Das ist aber vor allem durch den rückläufigen Gewinn der verbundenen Unternehmen wie Nissan zu erklären. Das operative Ergebnis von Renault selbst war nahezu unverändert.

Die Kurshalbierung lässt sich damit nicht annähernd rechtfertigen.

Weitere Argumente für die Bären liefern die Absatzzahlen im dritten Quartal. Der Umsatz war auf Jahressicht um 6,0% rückläufig.
Je nach Region sind die Zahlen aber sehr unterschiedlich. Überraschenderweise legte der Umsatz im Kernmarkt Europa um mehr als 8% zu, brach in Afrika und im Mittleren Osten aber um über 20% ein.

Gleichzeitig konnte Renault seine Marktanteile aber in 8 der 10 der wichtigsten Länder steigern.
So schlecht sieht es also gar nicht aus. Für das Gesamtjahr wird ein Gewinn von 14,29 Euro je Aktie erwartet und 2019 dann 15,00 Euro.

Renault kommt somit auf ein KGV von 4. Im laufenden Kalenderjahr könnte dieser Wert auf 3,8 fallen.

Selbst bei keinerlei Wachstum und im Branchenvergleich ist die Bewertung außerordentlich niedrig. In den letzten fünf Jahren lag das KGV durchschnittlich bei 7,8.

Ein weiterer Vergleich ist ebenfalls aufschlussreich: Die Aktie notiert heute wieder auf demselben Niveau wie 2014. Seitdem ist der Umsatz um nahezu 50% und der Gewinn um 100% gestiegen.

Darüber hinaus hat Renault zwei Probleme nicht, die ein Großteil der Autobauer hat. Die Franzosen erwirtschaften einen ordentlichen freien Cashflow und sind nicht überschuldet. Ganz im Gegenteil, das Unternehmen hatte zuletzt über 14 Mrd. Euro an Barmitteln und nur 5,4 Mrd. Euro an langfristigen Verbindlichkeiten.

Netto ergibt das ein Plus von 8,6 Mrd. Euro – bei einem Börsenwert von 16,6 Mrd. Euro. Man könnte also leicht argumentieren, dass das echte KGV noch deutlich niedriger als 4 ist.

Obwohl die Dividendenrendite bei 6,7% liegt, wird nur ein kleiner Teil des Gewinns ausgeschüttet. Darüber hinaus könnte Renault die Dividende über Jahre hinweg durch die Reserven finanzieren.

Was sagt der Chart?

Die Aktie von Renault hat auf die langfristig bedeutende Unterstützungszone bei 50 Euro zurückgesetzt und ist dort auf Interesse gestoßen.

Nach dem massiven Abverkauf ist eine Gegenbewegung überfällig. Oberhalb von 57,50 Euro wäre der Weg in Richtung 62,50 Euro frei.

Chart vom 18.01.2019 Kurs: 57,06 Kürzel: RNO - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

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