Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
RIB Software: Sollte man jetzt nach -70% zuschlagen?

RIB Software ist ein Spezialist für Softwareleistungen rund um das Bauwesen.

Mit den Lösungen der Gesellschaft decken die gesamte Wertschöpfungskette bei Bau- und Infrastrukturprojekten ab, darunter die Projekt-Konzeption, die Planung, Budgetierung und Ausschreibung, die Schätzung, Beschaffung und Koordinierung sowie die Kontrolle und Wartung.

Profiteur des Baubooms

Da sich der Immobilienmarkt in den letzten Jahren prächtig entwickelt hat, ist es also auch kein Wunder, dass die Unternehmenszahlen erfreulich waren.

Seit dem Börsengang 2014 ist der Umsatz von 70 auf 108 Millionen Euro gestiegen. Der Gewinn ist im selben Zeitraum von 0,24 auf 0,41 Euro je Aktie gestiegen, zumindest wenn man 2014 ignoriert. Damals lag das Ergebnis bei 0,52 Euro je Aktie.

Warum nur? Warum?

Grundsätzlich hört sich das nicht schlecht an. Die starke Abhängigkeit von einem zyklischen Sektor ist aber nicht unproblematisch.
Der Immobilienmarkt kann sich nicht ewig so weiterentwickeln, wie es in den Vorjahren der Fall war.

Die Probleme waren also ohnehin vorprogrammiert, nur der Zeitpunkt stand noch nicht fest. Doch wie so oft an der Börse, wird alle Vernunft über Bord geworfen, denn schließlich steigt die Aktie ja von einem Hoch zum anderen.

Wie in den allermeisten Fällen ist der Beginn einer Rallye gut nachvollziehbar, denn Mitte 2016 lag das KGV von RIB Software bei nur knapp über 20 und das bei einem Gewinnwachstum von 25-30%. Die Aktie war günstig.

Was in den Folgemonaten passierte, war allerdings nicht mehr nachvollziehbar. Die Aktie legte mehrere Hundert Prozent zu. Am Hoch lag das KGV bei über 80 und der Crash war unausweichlich.

Kaputte Schallplatte

Es ist immer wieder dasselbe:
Nemetschek, Isra Vision (nur noch Teaser verfügbar), Delivery Hero, Wirecard, Aixtron, SMA Solar, Osram, bet-at-home, Medigene usw.
Vor RIB Software hatte ich auf Guidants und im Webinar ebenfalls mehrfach gewarnt.

Es ist nicht schwierig, derartige Überbewertungen zu erkennen. Lassen Sie die Finger von solchen Aktien, Sie ersparen sich viel Leid.

Sie möchten verstehen, wie es immer wieder zu diesen Entwicklungen kommt?
Dann lesen Sie hier den Abschnitt „Wie funktioniert die Börse?“

Ausblick und fundamentale Bewertung

Selbst wenn der Gewinn auch 2018 und darüber hinaus um 20-30% p.a. gestiegen wäre, wäre ein KGV von 80 nicht zu vertreten gewesen.

Tatsächlich ziehen außerordentlich hohe Bewertungen Probleme aber geradezu magisch an.

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres stieg der Umsatz zwar um 16% auf 94,9 Mio. Euro, doch das Ergebnis brach von 0,35 auf 0,25 Euro je Aktie ein.

Für das Gesamtjahr wird ein Rückgang des Gewinns von 0,41 auf 0,32 Euro je Aktie erwartet und 2019 sollen es dann 0,36 Euro werden.

RIB Software kommt also auch nach den massiven Kursverlusten noch auf ein KGV 35 und für 2019 auf ein KGVe von 31.

In Anbetracht der Probleme und jahrelang stagnierender Gewinne kann aus fundamentaler Sicht keine Kaufempfehlung ausgesprochen werden.

Shame on you!

Manche Banken sollten sich für ihre Ratings wirklich schämen.

Zum Zeitpunkt der letzten Quartalszahlen stufte Berenberg die Aktie mit buy und Kursziel 40 Euro ein.
Kepler Cheuvreux mit buy und 32 Euro, Equinet mit buy und 25 Euro.
Das entspräche KGVs zwischen 80 und 129! Es ist der blanke Hohn.

Die meisten Ratings sind die Emails nicht wert, in denen sie in die Welt gefeuert werden. Statt einer Hilfestellung zu sein, erhöhen die Ratings nur die Wahrscheinlichkeit, dass Anleger in die Falle tappen

Im Endeffekt folgen die Ratings nur den Kursen. Ist eine Aktie gestiegen, wird das Kursziel erhöht. Sind die Papiere gefallen, wird das Kursziel gesenkt. Welchen Nutzen bringt das dem Anleger?

Und der Chart?

Der sieht nicht mal so schlecht aus und eine Gegenbewegung ist natürlich immer drin. Gelingt ein nachhaltiger Anstieg über 12 Euro, wäre der Weg in Richtung 13,30 und 14,40 Euro frei.
Mit Investment hat das aber nichts zu tun, es ist die reine Zockerei.

Solange der Ausbruch nicht gelungen ist, kann es jederzeit wieder auf 10 Euro abwärtsgehen. Darunter droht ein Einbruch bis 9 und 8 Euro.

Chart vom 11.01.2019 Kurs: 11,44 Kürzel: RIB1 - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

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