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adidas: Super-Rallye – aber geht das auch weiter?

Ein Umsatzplus von 3,1 Prozent im ersten Halbjahr 2018 gegenüber dem Vorjahreszeitraum? Mickrig, könnte man denken. Aber das Plus, das die adidas-Aktie auf die gestern Früh präsentierten Halbjahresergebnisse hinlegte, war es nicht: Um sagenhafte 9,42 Prozent ging es da nach oben. adidas sorgte dadurch alleine für 42 Pluspunkte im DAX. Was hieß: Ohne adidas wäre der am Donnerstag unverändert aus dem Handel gegangen. Aber man muss sich nicht über diese Diskrepanz zwischen einem moderaten Umsatzanstieg und einer solchen Rallye wundern, denn der Umsatz war nur insofern ein Grund um zuzugreifen, weil es eine auffällige Diskrepanz zwischen ihm und einer anderen Größe gab: dem Gewinn.

Der stieg nämlich in den ersten sechs Monaten 2018 gegenüber Vorjahr um 14,7 Prozent, gerechnet als Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) … und um sagenhafte 52,8 Prozent netto. Das ist ein Wort. Und zwar das Wort „Gewinnmarge“. Die konnte adidas erheblich steigern. Und wenn man bei der Gewinnspanne derart stark zulegt, steigende Preise problemlos durchsetzen kann, dann müsste das Potenzial nach oben beim Gewinn doch noch immens sein – oder nicht?

Expertenmeinung: Das wäre es, falls das weltweite Wachstum erhalten bleibt, der Konsum weiter zulegt, sich immer mehr Menschen Markenprodukte in einem Segment zulegen können und wollen, dass, was die Lebensführung angeht, zu den „Kann-Produkten“ gehört. Aber das einfach vorauszusetzen ist in diesem derzeit zusehends vereisenden politischen Klima gewagt. So stark diese Halbjahresbilanz auch ist, sie kann nicht einfach mit dem Lineal in die Zukunft fortgeschrieben werden. Aber: Das im Hinterkopf zu haben ist zwingend, kann aber nicht als Argument dienen, die Aktie jetzt nahe am bisherigen Rekordhoch zu verkaufen oder gar Short zu gehen. Denn die Mehrheit der Investoren scheint diese Überlegungen nicht anzustellen – und bliebe es dabei, kann adidas das bisherige Rekordhoch, am 18. April bei 215,50 Euro erzielt, durchaus angehen und überwinden, wenn der Schwung dieser Kaufwelle erhalten bleibt.

Aber auch das ist ein „Kann“, kein „Muss“. Denn ein Teil dieser Rallye dürfte durch eine Short Squeeze ausgelöst worden sein, weil schon mit der Eröffnung viele Stop Loss der Leerverkäufer ausgelöst wurden, diese mithalfen, adidas nach dem schon zum Handelsstart erfolgten Ausbruch aus der Dreiecksformation über die Hürde bei 204 Euro zu heben und das gleich die nächsten Stop Loss-Eindeckungen der Bären auslöste. Deren Käufe zur Neutralisierung von Leerverkäufen dürften ab heute wegfallen – wer bei den Bären laufen musste, um aus Short-Positionen herauszukommen, hat gekauft. Daher wäre es in jedem Fall zu überlegen, zumindest bei kurzfristig angelegten Long-Trades einen Stop Loss um 199 Euro anzusetzen, der somit umgehend greifen würde, sollte adidas die gestrige, große Kurslücke, die immerhin bis 192 Euro hinunter reicht, zu schließen beginnen.

Chart vom 09.08.2018, Kurs 208,50 Euro, Kürzel ADS

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