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Dow Jones: Flucht nach vorne – was passiert, wenn das schiefgeht?

Am Montag stellte die US-Regierung ihren Rahmenplan für das Infrastrukturprogramm vor, das die marode Infrastruktur der USA wieder auf Vordermann bringen und zugleich das Wachstum befeuern soll. Die Reaktion der Investoren war nahezu null. Was nicht wundert, denn das Programm kam blass daher. Zahlen sollen vor allem andere: Bundesstaaten, Kommunen, private Investoren. Und ob dieses Programm überhaupt eine Chance hat, die beiden Kammern des US-Kongresses zu passieren, ist fraglich. Damit liegen die beiden für die Aktienmärkte entscheidenden Elemente auf dem Tisch, die die Investoren seit Trumps Wahlsieg dazu brachten, Monat für Monat auf deren Effekte hin vorzukaufen: die Steuerreform und das Infrastrukturprogramm. Aber damit ist auch der Anreiz dahin, denn niemand dürfte übersehen haben, dass die Aktienmärkte in Hinblick auf den Effekt dieser Maßnahmen erheblich in Vorleistung gegangen sind. Würden diese Programme nicht einschlagen wie erhofft, wären Dow Jones & Co. trotz der aktuellen Korrektur noch zu hoch bewertet. Würde der erwartete Effekt eintreten, wäre das in den Kursen großenteils bereits drin. Eine knifflige Konstellation, in der dem bullischen Lager nur die Flucht nach vorne bleibt: Es muss unbedingt verhindert werden, dass das letzte Tief des Dow Jones unterboten wird, indem kurzfristige Kaufsignale die Trader wieder auf die Long-Seite bringen. Wieso? Was wäre so tragisch daran, wenn der Index das letzte Tief ein wenig unterbieten würde?

Nichts – wenn es bei „ein wenig“ bleiben würde. Aber genau das wäre wenig wahrscheinlich. Man müsste damit rechnen, dass der Dow Jones erneut massiv unter Abgabedruck geriete. Das Problem ist: Die großen Fonds haben derart riesige Portfolios, dass sie beim Versuch, ihre Investitionsquote nennenswert zu verringern, genau den Kurseinbruch auslösen würden, dem sie entkommen wollen. Gestern kam das Ergebnis der monatlichen Fondsmanager-Umfrage der Bank of America auf den Tisch, das dieses Problem bestätigt: Die Fonds haben ihre Barreserven in den letzten Wochen im Zuge des Kurseinbruchs im Schnitt nur von 4,4 auf 4,7 Prozent anheben können. Und trotzdem sackte der Dow Jones nach unten weg wie ein Stein! Und man müsste damit rechnen, dass diese großen Fonds versuchen würden, ihre Bestände weiter zurückzufahren, wenn das letzte Tief von 23.360 Punkten unterboten würden, denn dieses Tief entstand nicht im charttechnischen Niemandsland, sondern oberhalb immens wichtiger charttechnischer Unterstützungen:

Sie sehen im Chart auf Tagesbasis, dass es gelang, den Dow Jones haarscharf oberhalb der Aufwärtstrendlinie vom Mai, aktuell bei 23.346 Punkten, abzufangen. Nicht allzu viel tiefer, bei aktuell 22.830 Punkten, verläuft die wichtige 200-Tage-Linie. Aber das ist noch nicht alles. Sieht man sich den Dow Jones auf Wochenbasis an, stellt man fest, dass es gerade so gelungen war, den Index im Wochenschlusskurs über der oberen Begrenzung eines Anfang 2016 etablierten Aufwärtstrendkanals zu halten. Dessen untere Begrenzungslinie verläuft derzeit bei knapp 22.000 Punkten – und der Trendfolgeindikator MACD hat auf Wochenbasis gerade erst auf Verkauf gedreht. Ein Anlauf an die 22.000 Punkte-Marke wäre aufgrund der immer noch immens hohen Investitionsquote der US-Fonds noch das Mindeste, was passieren könnte, wenn es den Bullen nicht gelingt, mit Schlusskursen über dem Vorwochenhoch bei 25.300 Punkten und der 20-Tage-Linie bei momentan 25.585 Punkten ein bullisches Signal zu erzeugen. Zukäufe Short bei Schlusskursen unter dem bisherigen Tief wären damit durchaus zu überlegen.

INDU_2018_02_14_Week

 

 

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