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Seit dem Jahreshoch im März bei 27,49 USD hat sich der Preis für eine Unze Silber in der Spitze um über 10 USD oder 36 Prozent verbilligt. In den letzten Tagen konnte sich der Silberpreis um einen US-Dollar erholen. Ist das bereits ein Kaufsignal und somit ein guter Zeitpunkt für einen Einstieg? Eine Antwort erhalten Sie anhand einer aussichtsreichen Trade-Idee in dieser Silber-Analyse.

Rückblick: Durststrecke für Silberanleger hält an

Im Zuge des 15-prozentigen Kursanstiegs von Mitte Juli bis Mitte August schöpften die Silberanleger neue Hoffnung. Mit der Kurserholung wurde von den Silber-Bullen die psychologisch wichtige Marke von 20,00 USD zurückerobert. Doch plötzlich drehte die Stimmung und der Silberpreis rauschte wieder in die Tiefe.

Am 15. August startete eine neue Verkaufswelle, die sich mit dem Bruch der 50-Tage-Linie noch einmal beschleunigte. In der Spitze hat der Silberkurs seit dem Verlaufshoch im August bei 20,87 USD über 16 Prozent verloren. Denn im Tief der letzten Handelswoche wurden für einen Silberkontrakt mit Laufzeit Dezember 2022 (Kürzel: SIZ2) im Tief nur noch 17,40 USD gezahlt. Also 3,47 USD weniger als noch zwei Wochen zuvor (vgl. Chart unten).

Chart vom 08.09.2022 Kurs: 18,44 Kürzel: SIZ2 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Nachdem sich der Silberpreis im September um ca. einen US-Dollar erholt hat, fragt man sich als Anleger, ob das günstige Einstiegskurse sind, oder schon bald der nächste Kursrutsch zu befürchten ist?

Um eine Antwort zu finden, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das grosse technische und fundamentale Bild einfügt.

Überblick: Silber weiter in der Korrektur

Chart vom 08.09.2022 Kurs: 18,61 Kürzel: XAGUSD Monatskerzen | Online Broker LYNX 

Untergeordneter Abwärtstrend signalisiert weitere Kursverluste

Um einen technischen Überblick zu bekommen, blicken wir aus der Vogelperspektive auf die Entwicklung des Silberpreises. Dazu sehen Sie oben den Monatschart des Rohstoffes Silber (Kürzel: XAGUSD) in der logarithmischen Darstellung.

Als erstes springt einem die impulsive Aufwärtsbewegung aus dem Jahr 2020 ins Auge. Innerhalb von 20 Monaten katapultierten Käufer den Silberpreis von 11,63 USD auf fast 30,00 USD. Das Resultat: Ein Kursanstieg von 156 Prozent.

Seitdem befindet sich der Silberpreis in der Korrektur. Erste Korrekturziele wie das 38,2 Prozent und das 61,8 Prozent Fibonacci Retracement sind bereits erreicht. Der Bruch des letzteren hat sogar das erweiterte Korrekturziel bei 15,55 USD aktiviert (vgl. Chart oben).

Innerhalb dieser Korrektur formte der Silberpreis einen untergeordneten Abwärtstrend. Elementarer Bestandteil des Abwärtstrends, ist die Abfolge von tieferen Verlaufshochs und tieferen Verlaufstiefs. Diese sind im Chart oben mit roten Kreisen markiert. Solange dieser Trend intakt ist, ist aus technischer Sicht mit weiter fallenden Kursen zu rechnen.

Passt die technische Grosswetterlage aber auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

Fundamentale Gründe, die den Silberpreis drücken

Steigender Realzins lastet auf den Edelmetallen

Um die Rekordinflation in den Griff zu bekommen, drücken die Notenbanken mächtig aufs „Zins-Gas“. Man geht davon aus, dass die Preisstabilität nur mit höheren Zinsen wieder herzustellen ist. Am stärksten strafft derzeit die amerikanische Notenbank Fed ihre Geldpolitik. Nach bereits vier Zinserhöhungen befindet sich der US-Leitzins aktuell bei 2,25 – 2,50 Prozent. Am 21. September findet das nächste Fed-Meeting statt. Aktuell gehen 82 Prozent der Marktteilnehmer von einem weiteren Zinsschritt in Höhe von 75 Basispunkten aus. Selbst die EZB hat gestern die Zinsen von 0,5 Prozent auf 1,25 Prozent erhöht.

Mit den steigenden Zinsen steigen auch die Renditen für Staatsanleihen.

In den USA liegen diese derzeit zwischen 3,58 Prozent für die US-Bonds mit 1-jähriger Laufzeit und 3,22 Prozent für die US-Bonds mit 10-jähriger Laufzeit. Gemessen an den immer noch hohen Inflationsraten (in den USA zuletzt bei 8,5 Prozent), ist der Realzins immer noch negativ. Doch das muss sich per se nicht positiv auf den Silberpreis auswirken. Entscheidend ist die Entwicklung des Realzinses. Steigt dieser an (vgl. Grafik unten), sinkt die Attraktivität eines Edelmetallinvestments als Inflationsschutz, welches ja keine Zinsen abwirft.

Chart vom 08.09.2022 Entwicklung Realzins in den USA | Online Broker LYNX 

Der starke US-Dollar bedeutet Gegenwind

Mit den aggressiveren Zinserhöhungen der Fed steigt die Zinsdifferenz zu anderen Währungen wie z.B. dem Euro oder dem Yen. Das hat dazu geführt, dass der US-Dollar seit Jahresbeginn über 14 Prozent an Wert gegenüber anderen Währungen gewonnen hat. Mit 110,78 stand die Leitwährung diese Woche so hoch wie zuletzt vor 20 Jahren.

Messen kann man die Stärke des US-Dollars mit dem Dollar-Index (DX). Zur Erklärung: Der DX ist eine Kennzahl, die den Wert des USD gegenüber einem ausgewählten Währungskorb aus sechs Währungen (EUR, JPY, GBP, CAD, SEK, CHF) misst. Im Chart unten erkennen Sie den rasanten Anstieg des US-Dollars anhand der langen grünen Wochenkerzen.

Chart vom 08.09.2022 Kurs: 109,43 Kürzel: DX∞ Wochenkerzen | Online Broker LYNX 

Der starke US-Dollar ist ein Grund, warum der Silberpreis in den letzten Wochen geschwächelt hat. Denn gewinnt der USD im Vergleich zu anderen Währungen an Wert, müssen Silberanleger ausserhalb des Dollarraums für den Kauf einer Unze Silber tiefer in die Tasche greifen. Edelmetalle werden ja, wie die meisten Rohstoffe, in USD gehandelt.

Charttechnisch hat der DX den Ausbruch über das 2020er Hoch vollzogen. Und das recht dynamisch. Im weiteren Kursverlauf wurde der Aufwärtstrend fortgeführt.

Technisch befindet sich der Silberpreis in einem dynamischen Abwärtstrend. Fundamental könnten höhere Zinsen, steigende Anleiherenditen und ein wieder festerer USD weiter auf das Edelmetall drücken. Welche konkreten Szenarien ergeben sich daraus für den Silberpreis?

Ausblick: Charttechnischen Widerstand zum Short-Einstieg nutzen?

Schauen wir uns im Tageschart (logarithmische Darstellung) an, wie sich die fundamentalen Rahmenbedingungen zuletzt auf den Silberpreis ausgewirkt haben. Was fällt auf?

Dort erkennen wir, dass der Silberpreis am Spotmarkt seit dem Jahreshoch im März bei 27,49 USD in der Spitze um 36,7 Prozent gefallen ist. Dabei formte der Kursverlauf einen untergeordneten Abwärtstrend in Form von tieferen Hochs und tieferen Tiefs (vgl. rote Rechtecke im Chart unten).

Chart vom 08.09.2022 Kurs: 18,50 Kürzel: XAGUSD Tageskerzen | Online Broker LYNX 

Abwärtstrend intakt – fallende Kurse wahrscheinlicher

Ein Merkmal des intakten Abwärtstrends ist die hohe Qualität. Das ist dann der Fall, wenn die neuen Verlaufshochs sich kaum bzw. nicht mit den vorherigen Verlaufstiefs überschneiden.

In Folge des dynamischen Abwärtstrends notiert Silber wieder unter den vielbeachteten Trendindikatoren – dem 50-Tage- und dem 200-Tage-Durchschnitt (vgl. blaue und rote Linie im Chart oben). Solange der Abwärtstrend intakt ist, sind weitere Kursverluste wahrscheinlicher.

Mit dem Kursrutsch unter das letzte Verlaufstief bei 18,01 USD wurde eine weitere Bewegungswelle in diesem Abwärtstrend bestätigt. Sollte Silber diesen Trend fortführen, dann wäre das nächste Kursziel bei 17,23 USD. Fällt der Markt unter diese Kursmarke, würde das mögliche Kursziele bei 16,50 USD und danach bei 15,55 USD aktivieren.

Erst im Falle eines nachhaltigen Anstiegs am Spotmarkt über die Kursmarke von 20,87 USD, würde das untergeordnet bearishe Szenario seine Gültigkeit verlieren. Der Trendbruch würde dann ein Anstiegspotenzial bis 22,25 USD und darüber bis 23,36 USD freisetzen.

Bevor diese Kursmarken erreicht werden können, müssen die Bullen jedoch zunächst die Widerstände bei 19,20 USD und 19,55 USD durchbrechen. Bis dahin haben die Bären das Ruder in der Hand. Unterstützt werden die Bären durch folgende technischen Verkaufssignale.

Silber in den kommenden Wochen tendenziell schwach

Werfen wir einen Blick auf den durchschnittlichen Kursverlauf von Silber in den letzten 15 Jahren. Was fällt auf?

Chart vom 08.09.2022 Silber Saisonalität Analyse | Online Broker LYNX

Die Grafik oben zeigt eine statistische Auswertung des Silberpreises für die vergangenen 15 Jahre in Abhängigkeit der Jahreszeit. Als Zeitraum wurde der 07. September bis 04. Oktober gewählt.

Der Silberpreis fiel in 9 von 15 Jahren. Die durchschnittlichen Verluste lagen dabei mit -11,06 Prozent deutlich über den möglichen Gewinnen. Diese lagen nämlich nur bei +4,83 Prozent. Gepaart mit einer Trefferquote von 60 Prozent führt das unterm Strich zu einem negativen Erwartungswert für diesen Zeitraum.

Diese technischen Verkaufssignale sollten Sie auf dem Radar haben

Der Silberpreis befindet sich, wie oben dargestellt, in einem intakten Abwärtstrend. So lange dieser Trend nicht mit Schlusskursen über 20,87 USD gebrochen wird, sind weitere Kursverluste wahrscheinlicher.

Das Sentiment im Silber ist weiter bearish. Der aktuelle Silberpreis befindet sich sowohl unter dem 50-Tage und 200-Tage-Durchschnitt. Beide einfachen gleitenden Durchschnitte fallen, was von vielen Marktteilnehmer als bearish interpretiert wird.

Sollte der untergeordnete Abwärtstrend fortgesetzt werden, könnte das vom möglichen technischen Widerstand im Bereich von 19,20 USD aus geschehen. Hier könnte der fallende 50-Tage-Durchschnitt bei 19,24 USD dafür sorgen, dass vermehrt Verkaufsorders in den Markt kommen.

Knapp darunter, bei 19,14 USD, verläuft das 50 Prozent Retracement der letzten Abwärtswelle von 20,87 USD bis 17,40 USD.

Zusätzlich wird innerhalb dieser möglichen Widerstandszone ein Harmonisches Kursmuster vervollständigt. Diese Muster signalisieren mögliche Umkehrpunkte im Chart und werden von mir gerne als Einstiegssignal genutzt.

Einblick: Trade-Idee mit einem CRV von 2,81 für einen Short-Einstieg in den Silber-Future

Ein Test des oben beschriebenen Widerstands im Bereich von 19,20 USD könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Short-Trade in Silber liefern. Damit würden Sie von einer möglichen Abwärtsbewegung im Silber profitieren (vgl. Chart unten).

Chart vom 08.09.2022 Silber Saisonalität Analyse | Online Broker LYNX 

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterherzurennen. Basierend auf über 1.000 Echtgeld-Trades weiss ich, dass ich mit den Harmonischen Preismustern über eine grosse Anzahl von Trades in ca. 56 Prozent der Fälle zu den Gewinnern gehöre. Gepaart mit einem Chance-Risiko-Verhältnis wie in diesem Fall von 2,81 zu 1, liefern diese Kennzahlen mir einen statistischen Gewinnvorteil.

Sollten Sie sich für einen Short-Trade entscheiden, können Sie bei 19,12 USD einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 19,60 USD, also über dem letzten Verlaufshoch, absichern. Gleichzeitig wird damit auch die aktuelle Volatilität im Silber-Future berücksichtigt.

Ein mögliches Gewinnziel wäre bei 17,77 USD. Daraus ergibt sich für die Trade-Idee ein Chance-Risiko-Verhältnis von 2,81. Natürlich können Sie bei einem hohen Momentum auch versuchen die Gewinne weiterlaufen zu lassen. Ein weiteres Ziel wäre 17,23 USD.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 18,47 USD erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Das Restrisiko wird damit auf null reduziert.

Fazit der Silber-Analyse:

Die aktuelle Silber-Analyse zeigt: Die Grosswetterlage ist bearish. Eine Erholung im laufenden Abwärtstrend könnte uns eine attraktive Chance für einen Short-Trade eröffnen. Ein möglicher Umkehrpunkt im Chart befindet sich im Bereich von 19,14 USD.

Falls es im Silber-Future von dort weg zu einer weiteren Abwärtsbewegung kommt, könnten Sie als Leser dieser Analyse von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 2,81 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen. Ein aktives Risiko- und Trademanagement sind daher ebenfalls sehr wichtig.

Risiken für die Trade-Idee bestehen vor allem darin, dass die amerikanische Notenbank weniger aggressiv als erwartet die Zinsen erhöht. Im Fahrwasser eines schwächeren Dollars und fallenden Renditen könnte sich der Silberpreis zügig erholen.

Am einfachsten und vor allem kostengünstigsten können Sie die vorgestellte-Trade-Idee mit Futures umsetzen. Je nach Kontogrösse und Risikoeinstellung können Sie z.B. den Dezember 2022 Kontrakt des Silber-Futures (Symbol: SIZ2), oder den kleineren Micro-Future (Symbol: SILZ2) dafür einsetzen. Der Kontrakt mit dieser Laufzeit hat ein ausreichend grosses Handelsvolumen und steht nicht kurz vor dem First Notice Day. Bitte denken Sie daran, falls der Trade länger laufen sollte, den Future rechtzeitig zu rollen.

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