Heue Abend nach US-Handelsende wird Netflix das Ergebnis des zweiten Quartals vorlegen. Und das Chartbild macht klar: Entweder die Aktie bricht nach oben oder unten aus … beides wäre mit einer kräftigen Reaktion auf das Zahlenwerk schon zur morgigen Handelseröffnung machbar. Und dass die Reaktion kräftig ausfallen dürfte, macht eben dieses Chartbild klar. Denn wenn eine ansonsten so volatile Aktie so lange in einer relativ engen Handelsspanne gefangen ist, baut sich massiver Druck im Kessel auf.

Über und unter der Range haben sich über die Monate immer mehr Stop Loss-Verkaufsorders angesammelt, die einen Ausbruch intensivieren würden. Die obere Begrenzung wird durch das Hoch vom September 2018 bei 386,80 US-Dollar gestellt, an dem die Aktie jetzt bereits mehrfach wieder nach unten abgedreht hat. Die Unterseite wird prominent durch die im Chart dick schwarz hervorgehobene 200-Tage-Linie bei knapp 338 US-Dollar vertreten, auch sie hat bereits mehrfach gehalten. Die Spanne dazwischen ist für eine Aktie wie Netflix eigentlich viel zu eng. Da wird also etwas geboten sein, nachbörslich ebenso wie morgen zum Handelsstart. Und viele werden sich fragen: Ließe sich die Ausbruchsrichtung erraten?

Expertenmeinung: Nein, denn wäre das absehbar, wäre der Kurs gestern bereits in die entsprechende Richtung gedriftet. Aber es tat sich wenig. Und dass die Aktie im Vorfeld der Bilanz in etwa in der Mitte der Handelsspanne notiert, macht sehr deutlich: Wer da im Vorfeld auf die Ausbruchsrichtung setzt, könnte auch Roulette spielen. Denn dass man so vorsichtig ist, hat seinen Grund. Netflix prognostizierte im Zuge der Ergebnisse des ersten Quartals zwar einem Umsatzanstieg auf 4,93 Milliarden US-Dollar (Q1 2019: 4,52 Milliarden, Q2 2018: 3,9 Milliarden).

Aber was den Gewinn angeht, sah das Unternehmen für das abgelaufene Quartal nur 0,55 US-Dollar pro Aktie. Im Vorjahresquartal hatte man 0,85 US-Dollar erreicht. Das mag an kurzfristigen Belastungen durch höhere Investitionen liegen, für das dritte Quartal sehen die Analysten schon wieder weitaus mehr, nämlich im Schnitt 1,03 US-Dollar pro Aktie. Aber an der Zahl neuer Abonnenten (Erwartung plus fünf Millionen) und der unternehmenseigenen Prognose des Gewinns im dritten Quartal wird sich zeigen, ob Netflix wirklich so schnell und stark weiter wachsen wird, wie es die Experten und Investoren derzeit erwarten.

Wenn ja, ist ein Ausbruch nach oben allemal drin. Wenn aber nicht, kann die 200-Tage-Linie blitzschnell brechen. Da man nicht wissen kann, was das Unternehmen heute Abend auf den Tisch legt, wäre eine Vorab-Positionierung definitiv eine gewagte Wette. Bei Netflix würde es nicht zum ersten Mal zu gewaltigen Kurslücken nach Quartalsergebnissen kommen, so dass enge Stop Loss wenig helfen würden. Und nicht umsonst nennen einige Trader die Aktie „das Biest“, also: Vorsicht!

Chart vom 16.07.2019, Kurs 365,99 US-Dollar, Kürzel NFLX | LYNX Aktienempfehlungen

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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: In den letzten beiden Handelstagen konnte der Silberpreis stark zulegen. Gleichzeitig lieferte das Edelmetall ein mittel- bis längerfristiges Kaufsignal. Lange Zeit fragten sich Anleger, wann sich Silber der Rallye des Goldes anschließen wird. Das gelbe Edelmetall konnte bereits Ende Mai dieses Jahres einen entscheidenden Ausbruch hinlegen und befindet sich seither in einer stabilen Aufwärtsbewegung. Mit dem Anstieg des Silberpreises stieg unverzüglich auch das Interesse an den Aktien des Sektors und es konnte der Branchenprimus Wheaton Precious Metals ebenfalls mitziehen. Der Widerstand im Bereich von 24.25 USD wurde gebrochen und es setzte neue Kaufsignale. Spannend wird es vor allem beim nächsten größeren Widerstand, welcher sich bei 25.24 USD befindet.

Expertenmeinung: Die neu erwachte Euphorie im Sektor der Edelmetallaktien ist derzeit regelrecht zu spüren. Nachdem sich bereits die Goldaktien wie Barrick Gold, Newmont Mining und Co. in Szene gesetzt haben, wir hatten darüber berichtet, scheint nun die Rallye der Silberaktien zu starten. Welche Aktien sollten sich Anleger noch auf die Beobachtungsliste setzen? Es gibt noch große Unternehmen wie First Majestic Silver oder Pan American Silver zu nennen, welche ebenfalls entscheidende Ausbrüche im gestrigen Handel hinlegen konnten. Wir bleiben vorerst bullisch auf den gesamten Sektor.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 16.07.2019 mit Kurs 24.68 Kürzel: WPM | LYNX Aktienempfehlungen

Und wieder einmal präsentierte die US-Investmentbank Goldman Sachs Umsatz und Gewinn weit über den Erwartungen der Analysten. Das wirkte bullisch und so sollte es auch wirken. Aber in Wahrheit ist das eine Mogelpackung. Die überzeugte zwar am Dienstag immerhin so viele Anleger, dass die Aktie ein Plus von 1,86 Prozent schaffte. Aber damit schloss sie in etwa auf ihrem Eröffnungskurs und produzierte einen Doji, der gut und gerne einen Wendepunkt markieren könnte. Erstens, weil die Aktie bei überkaufter Markttechnik nahe an die Widerstandslinie bei 219 US-Dollar herangelaufen ist.

Zweitens, weil die Zahlen eigentlich ganz und gar nicht grandios waren und das eher magere Plus andeutet, dass dieser alte Analystentrick mehr und mehr Akteuren bewusst wird. Der Trick, ganz gezielt viel zu niedrige Prognosen abzugeben. Was gerade bei dieser Aktie schon Tradition hat. Alle durchschnittlichen Gewinnprognosen der vorangegangenen vier Quartale wurden meilenweit überboten. Hier die Schätzungen und die dann gelieferten Gewinne ab den 2. Quartal 2018: Q2/2018 Prognose 4,66 US-Dollar, Ergebnis 5,98 US-Dollar. Q3/2018 Prognose 5,38 US-Dollar, Ergebnis 6,28 US-Dollar. Q4/2018 Prognose 4,45 US-Dollar, Ergebnis 6,04 US-Dollar. Q1/2019 Prognose 4,89 US-Dollar, Ergebnis 5,71 US-Dollar. Und diesmal?

Expertenmeinung: Diesmal lag die Konsens-Prognose bei 4,89 US-Dollar, es wurden 5,81 US-Dollar. Klingt gut, war aber weniger als die 5,98 US-Dollar im Vergleichsquartal vor einem Jahr. Und das ist es, was eigentlich zählt. Auch der Umsatz war gefallen: Er lag zwar mit 9,46 Milliarden US-Dollar weit über der Analystenprognose von 8,9 Milliarden, aber zwei Prozent unter dem Umsatz des zweiten Quartals 2018. Nicht gut. Es sah eben nur gut aus, weil die meisten Medien einfach die Ergebnisse mit den Schätzungen vergleichen statt mit denen des repräsentativen Vorjahresquartals.

Damit ist einer Verzerrung der Realität Tür und Tor geöffnet … und dass das so lange schon funktioniert, basiert darauf, dass die meisten Anleger entweder an die relevanten Daten nicht herankommen oder sich die Mühe einfach nicht machen. So aber wird so getan, als habe Goldman Sachs wieder einmal alle verblüfft. Wären die Zahlen wirklich so gut gewesen wie man das vorgaukelte, wäre die Aktie indes weitaus stärker gelaufen, hätte nicht unter Tageshoch geschlossen und die Hürde bei 219 US-Dollar genommen. So müssen die Bullen darauf bauen, dass der übermorgen anstehende Abrechnungstermin am Terminmarkt die Aktie weiterzieht. Denn sollte der Kurs heute wieder nachgeben, könnte es ungemütlich werden.

Die pünktlich zum Halbjahresultimo erstmals seit April 2018 überwundene, im Chart dick schwarz hervorgehobene 200-Tage-Linie bei knapp 198,50 US-Dollar wäre auch für mittelfristige Anleger eine sinnvolle Basis, um sich für den Fall der Fälle abzusichern, dass diejenigen, die den Mummenschanz um die Quartalsbilanz durchschauen, nur abgewartet haben, ob es sich nicht zu besseren Kursen verkaufen ließe.

Chart vom 16.07.2019, Kurs 215,54 US-Dollar, Kürzel GS | LYNX Aktienempfehlungen

Gemäß des letzten CoT-Reports, der die spekulativen Positionen der nicht-kommerziellen Trader ausweist, waren die Trader vor einer Woche noch sehr stark auf der Long-Seite engagiert. So stark wie seit zwei Jahren nicht mehr … und da kommt einem natürlich der Gedanke, dass dieser Gold-Hausse langsam die Käufer ausgehen müssten. Das mag kurzfristig richtig sein und dürfte zudem der Grund sein, weshalb der Goldpreis seit drei Wochen nicht mehr von der Stelle kommt. Aber er kippt nicht. Die Bären bleiben vorerst inaktiv. Wieso?

Immerhin ist Gold für den Moment an der oberen Begrenzung der Nackenlinien-Zone einer gewaltigen Bodenbildungsformation hängen geblieben, die sich, wie unser ganz langfristiger Chart auf Monatsbasis zeigt, bereits über sechs Jahre hinzieht. Das wäre die Gelegenheit, um eine Short-Attacke zu reiten, den Kurs aus dieser Widerstandszone nach unten heraus zu drücken, was mit Schlusskursen unter 1.350 US-Dollar der Fall wäre. Und immerhin bewegen sich zumindest die US-Aktienindizes auf Rekordniveau, das müsste eigentlich dazu animieren, Gold als bei einer intakten Aktien-Hausse eigentlich unnützen, „sicheren Hafen“ effektiv unter Druck zu setzen. Also, warum tut sich da bislang nichts?

Kein echter technisch orientierter Trader wird als „Bär“, als Short-Seller geboren oder ist das aus Prinzip. Die Trader agieren nach den technischen Vorgaben. Und da besteht eben im Moment für größere Short-Trades noch keine Basis. Es wäre gut möglich, dass diese bei Gold äußerst wichtige Klientel kurzfristiger Trader mehrheitlich so lange auf der Long-Seite bleibt, bis ein klar bärisches Signal nach Closings unter 1.350 US-Dollar entsteht, nicht zuletzt, weil die erfahrenen unter den Marktteilnehmer der US-Aktienhausse misstrauen dürften.

Chart auf Wochenbasis vom 16.07.2019, Kurs 1.402,70 US-Dollar, Kürzel XAUUSD | LYNX Aktienempfehlungen

Immerhin sind nicht nur die Rahmenbedingungen für die US-Indizes negativ, auch die internen Daten wie die Zahl neuer 52-Wochen-Hochs oder die Zahl an Aktien über dem SMA 200 sind verdächtig schwach. Und wenn die US-Indizes nach unten abdrehen sollten, in einem grundsätzlich immer kritischer werdenden Umfeld, könnte Gold als „Fluchtwährung“ mit einem Schlag nach oben ausbrechen.

Wir sehen im kurzfristigen Chartbild auf Tagesbasis, dass Gold in einer Wimpel-Formation konsolidiert. Dessen beide Schenkel nähern sich nur langsam an, ein Ausbruch wäre also noch nicht zwingend, wenngleich jederzeit möglich. Solange dieser Wimpel nicht klar nach unten verlassen wurde, wäre die Chance weiter greifbar, dass diese riesige Bodenbildung durch Schlusskurse über 1.439 US-Dollar … und damit über dem bisherigen Jahreshoch … vollendet würde. Und rein rechnerisch, nach charttechnischem Lehrbuch, würde das ein Aufwärtspotenzial in der Größenordnung der Distanz zwischen dem Tief der Bodenbildung und dem Ausbruchslevel freisetzen. Und das hieße: 400 US-Dollar. Durchaus nachvollziehbar also, dass die Trader da nicht vor eindeutig bärischen Signalen auf die Short-Seite wechseln wollen.

Chart auf Tagesbasis vom 16.07.2019, Kurs 1.402,70 US-Dollar, Kürzel XAUUSD | LYNX Aktienempfehlungen

 

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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Es ist soweit. Die Bullen haben sich die Vormachtstellung bei der Aktie des Chipherstellers Intel wieder zurückerarbeitet und zeigen sich in Bestform. In den letzten Monaten war das Wertpapier deutlich angeschlagen, nachdem der Konzern im April dieses Jahres die Aussichten für das zweite Quartal, als auch für das Gesamtjahr leicht nach unten revidiert hatte. Dies war übrigens das erste Mal nach über acht positiven Quartalen in Folge, dass das Unternehmen seine Erwartungen nach unten schraubte. Die Folge war ein scharfer Kurssturz, welcher jedoch mittlerweile beendet wurde. Die zweite Kurslücke von Anfang April konnte nicht nur geschlossen (Gapfill), sondern mittlerweile auch überboten werden. Somit stehen erstmals seit dem 25. April wieder alle Ampeln auf Grün.

Expertenmeinung: Das aktuelle Chartbild liefert wieder klare Kaufsignale und es sieht ganz danach aus, als ob jetzt die nächste Kurslücke als mögliches Kursziel in Betracht gezogen werden könnte. Aufgerissen wurde das größere Gap bei rund 53 USD und könnte noch bis zum Quartalstermin, welcher am 25. Juli ansteht, erreicht werden. Danach werden die Karten neu gemischt, denn wieder einmal werden es die Fundamentaldaten sein, welche die weitere Kursentwicklung maßgeblich beeinflussen werden. Die Hoffnung ist groß, dass sich die Zahlen des Konzerns wieder verbessern werden, zumal auch der Konkurrent Micron Technologies zuletzt mit guten Daten aufwarten konnte – wir hatten darüber berichtet.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 15.07.2019 mit Kurs 50.12 Kürzel: INTC | LYNX Aktienempfehlungen

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Es war eine Nachricht, die womöglich nicht das Zeug hatte, zur Schlagzeile zu werden, aber es war eine Meldung, die erneut deutlich macht, dass das deutsche Wirkstoff-Forschungsunternehmen Evotec besonnen und klug agiert, wenn es darum geht, Kapital zu investieren. Die Zukäufe der letzten Jahre waren ideal geeignet, um die eigene Aktionsplattform zu verbreitern. Die Kooperationen erscheinen solide gefächert und viel versprechend. Und gestern meldete das Hamburger Unternehmen, dass man von einem auf Stammzellen spezialisierten Unternehmen namens Ncardia „geistiges Eigentum“ für die Wirkstoffentwicklung erworben habe, sprich das Recht, bestimmte Errungenschaften von Ncardia für die eigene Arbeit zu nutzen.

Hinzu kam ein Portfolio aus Zellprodukten. Und Evotec übernimmt ein 17-Personen-Team aus Experten im Bereich der Stammzellenbiologie. Was Evotec dafür auf den Tisch legt, wurde nicht genannt, aber entscheidend ist, dass sich das Unternehmen, das ohnehin seit Jahren stabil in der Gewinnzone agiert (was bei Biotechunternehmen durchaus nicht die Regel ist), dadurch erneut gezielt vergrößert. Und die sukzessiv einlaufenden Meilenstein-Zahlungen machen deutlich, dass diese Strategie Früchte trägt. Und die Aktie?

Expertenmeinung: Die legte daraufhin am Montag 2,75 Prozent zu. Das ist kein gewaltiger Sprung, aber diese Meldung war auch nicht angetan, eine völlig neue Käufer-Klientel zu aktivieren. Auf der anderen Seite ist eine eher behutsame Aufwärtsbewegung mittelfristig die gesündere. Sie hält den Anteil an hochspekulativen Tradern überschaubar, reduziert damit das Risiko, dass Gewinnmitnahmen die Short-Seller anlocken.

Evotec ist eine volatile Aktie, die aufgrund der nicht allzu hohen Umsätze immer mal wieder scharfe Selloffs erlebt, da kann es nur von Vorteil sein, wenn dieser Anstieg sich nicht zu „wild“ vollzieht. Durch dieses Plus zum Wochenstart hat der Kurs auf der am Freitag getesteten und gehaltenen 20-Tage-Linie nach oben gedreht und könnte das Hoch vom April, an dem die Aktie in der vergangenen Woche noch abgeprallt war, jetzt in Angriff nehmen.

Damit hätten kurzfristig agierende Trader im Bereich um 24,50 Euro eine gute Orientierung für einen Stop Loss. Aber wer hier einen etwas längeren Zeithorizont hat, sollte den Stoppkurs nicht zu eng setzen. Die Aktie sackt zwar immer mal wieder scharf durch, aber die überzeugende Entwicklung von Umsatz und Gewinn führt dazu, dass sie mittelfristig eben doch immer wieder ein neues Hoch schafft – Evotec bewegt sich derzeit auf dem höchsten Kursniveau seit 18 Jahren.

Chart vom 15.07.2019, Kurs 25,76 Euro, Kürzel EVT | LYNX Aktienempfehlungen

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Der Medizintechnik-Spezialist Carl Zeiss Meditec steht bei den Anlegern seit Monaten hoch im Kurs, aber diese am Montagmorgen präsentierten Ergebnisse dürften auch die Optimisten positiv überrascht haben. Für die ersten neun Monate des bei Carl Zeiss bis 30.9. laufenden Geschäftsjahres meldete das Unternehmen einen Umsatzanstieg von elf Prozent gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum des vorherigen Geschäftsjahrs.

Gut, aber nicht umwerfend. Der Gewinn aber schon, denn aus diesen elf Prozent mehr Umsatz machte Carl Zeiss ein Gewinnplus, gerechnet als EBIT (Gewinn vor Steuern und Zinsen), von 36 Prozent. Dieser überproportional gestiegene Gewinn fußt auf einer markanten Steigerung der Gewinnmarge um ganze 3,3 Prozentpunkte auf 17,9 Prozent. In einem Umfeld nachgebenden Wachstums die Gewinnmarge ausbauen zu können, ist eine starke Leistung, die zudem andeutet, dass diese Branche sich womöglich von der Wachstumsschwäche anderer Bereiche abkoppeln könnte.

Carl Zeiss Meditec erwartet für das gesamte Geschäftsjahr jetzt einen Umsatz am oberen Rand der Prognose, wobei das die Anleger weniger interessiert haben dürfte: Es war diese deutlich von 14,6 auf 17,9 Prozent gesteigerte Marge, die den Kurs am Montag um satte 10,18 Prozent nach oben katapultierte. Aber bleibt jetzt noch Spielraum nach oben?

Expertenmeinung: Richtig ist, dass dieser Satz nach oben den Kurs nahe an das bisherige Verlaufs-Rekordhoch von 94,65 Euro getragen hat, das Mitte Juni erreicht wurde. Richtig ist auch, dass die Aktie auch dann vom Kurs/Gewinn-Verhältnis mit aktuell 46 nicht gerade ein Schnäppchen ist, wenn es gelingt, den Gewinnanstieg um 36 Prozent ins Geschäftsjahresende zu retten. Aber davon abgesehen, dass die bullischen Trader zweifellos die obere Begrenzung des breiten, mittelfristigen Aufwärtstrendkanals im Auge haben, die derzeit bei 97,20 Euro liegt und sukzessive ansteigt, könnte ein anderer Aspekt dazu führen, dass diese Aktie sogar noch ein wenig mehr Spielraum nach oben hätte.

Konkret der Umstand, dass Carl Zeiss Meditec sich in einem allgemein schwierigen wirtschaftlichen Umfeld so gut schlägt. Viele Anleger sind derzeit auf der Suche nach Aktien, die eine gute Chance hätten, in einem sukzessiv negativer werdenden Wachstumsumfeld stabil zu bleiben oder sogar zuzulegen. Diese Neun-Monats-Zahlen könnten dazu beitragen, dass Carl Zeiss in diese Kategorie hineinrutscht.

Ob man jetzt unbedingt noch auf den fahrenden Zug springen sollte, hängt von der eigenen Risikobereitschaft und dem Zeithorizont ab. Denn die Chance, die diese Aktie nach oben hat, muss natürlich nicht zwingend genutzt werden, weshalb es sich auch anbieten würde, die Absicherung bestehender Positionen mit diesem Kurssprung enger zu fassen. Ein Level um 84 Euro und damit knapp unter den Verlaufstiefs der Vorwoche wäre hier eine Überlegung wert, denn diesen Anstieg sollte der Kurs auf keinen Fall wieder zurücknehmen!

Chart vom 15.07.2019, Kurs 93,60 Euro, Kürzel AFX | LYNX Aktienempfehlungen

In der vergangenen Woche war die relative Schwäche des DAX zum US-Aktienmarkt sehr auffällig. Gut ausgefallene Konjunkturdaten aus China mag einige Marktteilnehmer bewogen haben, diese Schwäche durch eine kräftige Kaufwelle am Montagmorgen zu beenden. Wobei auch der am Freitag anstehende Abrechnungstermin an der Terminbörse seinen Anteil daran haben dürfte, dass versucht wurde, ein weiteres Abgleiten des deutschen Leitindex zu verhindern.

Die Frage ist, ob das am Ende doch recht überschaubare Plus von 0,5 Prozent ausreicht, um das zu erreichen, um den DAX womöglich sogar an und über das bisherige, am 4. Juni erreichte Jahres-Verlaufshoch von 12.656 Punkten zu tragen?

Aus rein charttechnischer Sicht wäre das dann eine greifbare Möglichkeit, wenn aus dem Sprungbrett, dass sich das bullische Lager am Montag gebaut hat, ein Anstieg über die Widerstandszone 12.435/12.438 Punkte würde (die Zwischenhochs von Anfang Mai und Mitte Juni). An dieser wurde der Anstieg des DAX am Montag nämlich erst einmal ausgebremst. Und angesichts der zahlreichen Gewinnwarnungen, die in den letzten Wochen von deutschen, börsennotierten Unternehmen lanciert wurden, ist es nicht gerade überraschend, dass Marktteilnehmer auch eher kleine Anstiege zum Abbau von Positionen nutzen. Das würde sich wohl ändern, wenn der DAX diese vorgenannte Hürde bezwingt. Aber das muss eben erst einmal gelingen. Die Basis, das „Sprungbrett“ wäre gegeben – in Form eines „Morning Star“.

Sie sehen im Chart auf Tagesbasis, dass der roten Kerze des Donnerstags am Freitag ein „Doji“ folgte und am Montag eine grüne Kerze. Das zusammengenommen bildet diese grundsätzlich bullische Formation eines „Morning Star“ im Candlestick-Chart. Und immerhin hatte diese Schwächephase des DAX Anfang Juli das genaue Gegenstück, einen „Evening Star“, als Basis. Aber eine solche Formation benötigt eine Bestätigung, um gültig zu werden, das heißt, der DAX müsste heute erneut zulegen. Was dann wiederum auch dazu führen würde, dass die Widerstandszone 12.435/12.438 Punkte genommen wäre.

Chart auf Wochenbasis vom 15.07.2019, Kurs 12.387,34 Punkte, Kürzel DAX | LYNX Aktienempfehlungen

Gelingt das, könnte die Sogwirkung einer Terminbörsen-Abrechnung den Rest übernehmen, denn in Aufwärtstrends laufen die Notierungen zum Abrechnungstermin gerne ans obere Ende der Handelsspanne. Genau darauf setzen sicherlich diejenigen, die am Montag zugegriffen haben – und es könnte funktionieren. Nur: Es muss nicht.

Die chinesischen Konjunkturdaten waren eigentlich ein wenig zu gut, um wahr zu sein. Und ansonsten fand sich eher wenig, dass die Bullen wiederbeleben könnte. Es wäre daher unbedingt nötig, dass die Wall Street in den kommenden Tagen weiter zulegt, um den DAX zu ziehen. Das wäre grundsätzlich die wahrscheinlichere Variante, immerhin findet auch dort am Freitag eine Terminbörsen-Abrechnung statt. Und auch dort wäre zu vermuten, dass die großen Adressen am Terminmarkt versuchen, die Indizes so hoch wie irgend möglich in diesen Termin zu tragen.

Aber sich auf diesem Rekordlevel bei zugleich durchaus nicht rekordverdächtigen US-Konjunkturdaten auf die Wall Street zu verlassen, wäre riskant. Besser wäre, direkt unter diesem Sprungbrett der Bullen ein Sprungtuch zu platzieren. Der DAX drehte in den letzten drei Handelstagen jedes Mal knapp über der Marke von 12.300 Punkten wieder nach oben. Was impliziert, dass der Traum der Bullen platzen dürfte, sollte dieser Level doch noch brechen. Knapp darunter einen Stop Loss anzusiedeln, wäre daher unbedingt zu überlegen.

Chart auf Tagesbasis vom 15.07.2019, Kurs 12.387,34 Punkte, Kürzel DAX | LYNX Aktienempfehlungen

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In der neuen Börsenwoche wird der Fokus der Markteilnehmer auf den Beginn der US-Berichtssaison ausgerichtet sein. Unter anderem berichten die US-Großbanken Citigroup, JPMorgan, Morgan Stanley und Wells Fargo, aber auch weitere US-Großkonzerne wie Johnson & Johnson, IBM, Netflix, American Express, sowie der wertvollste DAX-Konzern SAP von ihren aktuellen Quartalszahlen. Als Aktie der Woche wird der US-Konzern Harley-Davidson vorgestellt.

 

 

 

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Bereits Ende Juni hatten wir unser Kursziel auf den fünf größten Halbleiterhersteller Micron Technologies angehoben. Die Zielmarke lag bei 41 USD und diese wurde mühelos erreicht. Exakt auf diesem Niveau bildete sich die erste kleine Zwischenkorrektur, welche nach dem steilen Anstieg der letzten Wochen eine willkommene Verschnaufpause darstellte. Die Bullen warteten nicht lange, um die Aktie bei günstigeren Kursen zurückzukaufen und es folgte die nächste Impulswelle gegen Norden. Mittlerweile ist das Wertpapier wieder am Jahreshoch knapp unter der Marke von 45 USD angekommen. Die Bullen bleiben weiter am Ball und der Kursverlauf ist längst in einen Aufwärtstrend übergegangen.

Expertenmeinung: Mittel- bis langfristig sieht der Chart attraktiv aus und alle Ampeln stehen auf Grün. Dennoch gibt es zumindest aus kurzfristiger Sicht ein mögliches Problem, welches auf die Aktie nun zukommen könnte. Die Kurse haben sich dem eingezeichneten Widerstandsbereich etwas zu steil genähert. Somit ist eine schärfere Zwischenkorrektur zu erwarten, welche sich wieder in Richtung des alten Kursziels hinbewegen dürfte. Dies könnte für Anleger, welche die Rallye der letzten Wochen verpasst haben, die nächste interessante Einstiegsmöglichkeit darstellen. Wir bleiben weiter bullisch auf die Aktie.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 12.07.2019 mit Kurs 44.51 Kürzel: MU | LYNX Aktienempfehlungen

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