Wir stellen Ihnen in diesem Artikel die Tradeideen für Iron Condors vor, die mit maximal 300€ Einsatz je Kontrakt eine Rendite von mindestens 25% aufweisen, wenn sich die zugrunde liegenden Aktien seitwärts bewegen und auch positiv abschneiden, wenn die Aktien moderat fallen oder steigen. Die Laufzeiten der Optionen sind dabei sehr kurz gewählt: Alle Iron Condors verfallen schon zwischen dem 31. Januar 2020 und dem 7. Februar 2020.

Optionen Tradeideen: Strenge Kriterien für die Auswahl

In dieser Analyse mussten die Kandidaten für unsere Iron Condors sehr strenge Kriterien durchlaufen, um überhaupt in der engeren Auswahl zu erscheinen. Es wurden nur Aktien von Unternehmen oder ETFs in Betracht gezogen, für die das durchschnittliche Optionshandelsvolumen mindestens 10.000 Kontrakte pro Tag beträgt.

Die Spanne zwischen Geld- und Briefkurs der Optionskombinationen sollte nicht über 0,25 US-Dollar liegen. So wurden günstige Bedingungen für den Einstieg in die Positionen sichergestellt.

Während der Laufzeit des Iron Condors dürfen keine Quartalsergebnisse veröffentlicht werden. Quartalsergebnisse können zu unvorhersehbaren hohen Kursbewegungen führen, sei es nach oben oder nach unten, was für einen Iron Condor von Nachteil wäre.

Während der Laufzeit des Iron Condors dürfen keine Dividenden ausgeschüttet werden. Dividendenausschüttungen könnten eventuell zur Ausübung der verkauften Call Optionen führen, wenn die Aktie in der Nähe des Basispreises des verkauften Calls notiert.

Bei den Optionskombinationen darf der Unterschied zwischen den gewählten Basispreisen maximal 400$ betragen, so dass der Einsatz je Kontrakt, nach Abzug der vereinnahmten Prämie, auf jeden Fall unter 300€ liegt. Dieser Einsatz ist auch die Margin und entspricht dem maximalen Verlust-Risiko.

Die erwartete maximale Rendite sollte mindestens 25% betragen, wenn sich die zugrunde liegende Aktie nur seitwärts bewegt. Diese maximale Rendite wird erzielt, wenn die Aktie am Ende der Laufzeit des Iron Condors zwischen den Basispreisen der verkauften Optionen (short Put und short Call) notiert. Das bedeutet, dass die vereinnahmten Prämien der Iron Condors, die auch dem maximalen Gewinn entsprechen, mehr als 25% des Einsatzes betragen.

Eine positive Rendite sollte auch dann erzielt werden, wenn sich die zugrunde liegende Aktie leicht nach oben oder nach unten bewegt. Ein Sicherheitspolster sollte also in den Iron Condors eingebaut sein.

Das Ergebnis unserer Analyse

Nach Anwendung der oben genannten Kriterien stechen aktuell 4 mögliche Iron Condors hervor, die die strengen Bedingungen eines potenziell erfolgreichen Trades erfüllen:

Aktie
(US Ticker)
UnternehmenKurs der Aktie*Basispreis Long PutBasispreis Short PutBasispreis Short CallBasispreis Long CallPrämie = max. Gewinn je KontraktEinsatz je KontraktMax. RenditeSicherheits-NetzLaufzeit der Optionen
MMacy's, Inc.17,57$16,00$17,00$18,50$19,50$51$49$104,1%6,1%07.02.2020
BBBYBed Bath & Beyond Inc.15,41$14,00$15,00$16,00$17,00$38$62$61,3%5,1%31.01.2020
WMTWal-Mart Stores114,92$110,00$113,00$117,00$120,00$67$233$28,8%2,3%31.01.2020
OXYOccidental Petroleum Corporation45,79$40,50$44,50$47,00$51,00$94$306$30,7%4,7%07.02.2020
* Der Kurs der Aktie ist der Kurs zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels am Freitag, den 17. Januar 2020, und hat sich mittlerweile geändert. Wenn sich eine Aktie zum Beispiel um 1$ verteuert hat, könnte man die nächsthöheren Basispreise in Betracht ziehen.

 

Die Analyse wurde so ausgeführt, dass die Optionen-Kombinationen zum Mittelpunkt zwischen Briefkurs und Geldkurs gehandelt werden.

Die entsprechenden Aktien-Kandidaten weisen attraktive Renditen auf, wenn sich die Aktien in der Kursspanne zwischen den Basispreisen der „short“ Optionen bewegen. Einige Kandidaten dürfen sich sogar um mehr als 5% nach oben oder nach unten bewegen, ohne dass die Gewinnzone des Iron Condors verlassen wird.

Aber Vorsicht: Obwohl die hier vorgestellten Iron Condors besonders erfolgsversprechend erscheinen, heißt das nicht unbedingt, dass die Trades aufgehen werden. Es ist immer möglich, dass zum Beispiel unternehmensspezifische Ereignisse eine Aktie so beeinflussen, dass ihr Kurs stark fällt oder steigt, was dazu führen könnte, dass der Iron Condor in die Verlustzone rutscht.

Unter den ermittelten Kandidaten bevorzugen wir die Aktie von Macy‘s. Mit einem Einsatz von 49$ je Kontrakt, einer maximalen Rendite von 104,1% und einem Sicherheitsnetz von 6,1% weist ein Iron Condor auf Macy‘s besonders gute Eigenschaften auf. Die Laufzeit bis zum 7. Februar 2020 ist dabei sehr kurz.

Verlauf der Macy’s Aktie über 1 Jahr

Die Aktie von Macy’s bewegt sich seit August 2019 seitwärts. Das sind ideale Voraussetzungen für einen Iron Condor, bei dem sich die zugrunde liegende Aktie in einer engen Kursspanne bewegen sollte. Bleibt Macy’s bis zum Ende der Laufzeit zwischen dem Short Put mit Basispreis 17$ und dem Short Call mit Basispreis 18,50$, winkt der maximale Gewinn von 51$ je Kontrakt. Mit einer vereinnahmten Prämie von ca. 51$ darf die Aktie sogar bis auf 19,01$ steigen oder bis auf 16,49$ fallen, um mit dem Iron Condor in der Gewinnzone zu bleiben.

Tradeideen für kurzfristige Iron Condors auf ausgewählte Aktien - Chart Macy's Aktie Januar 2019 bis Januar 2020 | Online Broker LYNX

Prinzip des Iron Condors

Bei der Optionsstrategie Iron Condor kombinieren Sie einen Bull Put Spread mit einem Bear Call Spread. Sie verkaufen eine Put Option und eine Call Option und kaufen gleichzeitig eine andere Put Option und eine andere Call Option. Alle Optionen sind aus dem Geld, das heißt die Basispreise der Put Optionen liegen unter dem aktuellen Aktienkurs und die Basispreise der Calls liegen darüber. Durch diese Optionskombination erhalten Sie eine Prämie, die dem maximalen möglichen Gewinn entspricht. Das Risiko eines Iron Condors ist auf den Einsatz begrenzt: Es gibt keine Nachschusspflicht.

Bei einem traditionellem Iron Condor sind die Abstände zwischen den Basispreisen der Calls und zwischen den Basispreisen der Puts identisch. Der Kurs der zugrunde liegenden Aktie liegt bei der Eröffnung des Trades typischerweise in der Mitte zwischen dem Short Put und dem Short Call.

Beim Einstieg in die Position empfiehlt sich ein „Limit-Auftrag“. Ein Anleger kann versuchen, zu dem Mittelkurs zwischen Geldkurs und Briefkurs einzusteigen und nach und nach diesen Limitkurs anpassen, bis der Einstieg erfolgt. So lassen sich die Einstiegsbedingungen noch leicht verbessern.

Die Position kann jederzeit während der Laufzeit vorzeitig geschlossen werden, sei es, um Gewinne mitzunehmen, oder um Verluste zu begrenzen. Sie können sich zum Beispiel dafür entscheiden, selbst wenn die maximale Rendite theoretisch 100% beträgt, die Position vorzeitig zu schließen, wenn die Buchgewinne bereits die Hälfte der maximalen Rendite betragen. Auch bei der Schließung sollte versucht werden, zu einem Mittelkurs zwischen Geldkurs und Briefkurs auszusteigen.

Die Erwartung ist, dass die Aktie zum Verfallsdatum zwischen den verkauften Optionen notiert. Sie darf während der Laufzeit der Position auch zwischenzeitlich darunter oder darüber rutschen, muss aber, um den maximalen Gewinn abzuwerfen, am Ende der Laufzeit wieder dazwischen notieren.

Ein Iron Condor lässt sich anpassen, wenn sich die Position nicht wie erwartet entwickelt. Es ist möglich, wenn die Aktie zum Beispiel stark gestiegen ist, die Gewinne aus dem Bull Put Spread vorzeitig mitzunehmen (dem Baustein im Iron Condor mit den Put Optionen) und einen neuen Bull Put Spread mit höheren Basispreisen zu eröffnen. So kann eine zusätzliche Prämie vereinnahmt werden und die eventuellen Verluste aus dem Bear Call Spread (dem Baustein im Iron Condor mit den Call Optionen) können zum Teil wettgemacht werden. Mehr Informationen zum Management von Optionen finden Sie in unserem Artikel Das Rollen von Optionen – Optionen-Trades wie ein Profi verteidigen.

So finden Sie die notwendigen Optionen in Ihrer LYNX Handelsplattform

Mehrere Wege führen nach Rom, um einen Iron Condor zu handeln. In unserem Video erfahren Sie, wie Sie mithilfe des OptionTraders der LYNX Handelsplattform die entsprechenden Optionen finden können. Wenn Sie den StrategyBuilder des OptionTrader nutzen, können Sie die Optionen mit nur einem Trade kaufen, sie müssen diese nicht einzeln handeln: Sie können mit einer einzigen Transaktion kombiniert Optionen handeln, sowohl bei der Eröffnung des Trades, als auch bei der Schließung.

Fazit: 100% Rendite möglich mit einem klar begrenzten Risiko

Bei Iron Condors wissen Sie sofort beim Einstieg in die Position, was der maximale Gewinn und das maximale Verlust-Risiko sein werden. Beides ist klar definiert und begrenzt. Der maximale Gewinn wird erzielt, wenn sich die Aktie seitwärts bewegt, mit einem bestimmten Sicherheitspolster nach oben und nach unten.

Die 4 hier vorgestellten Kandidaten wurden aus einem gesamten Universum mit 64.927 möglichen Iron Condors mit Verfallsdatum in den kommenden 30 Tagen herausgefiltert. Der extrem strenge Filter, den wir in dieser Analyse angewandt haben, ließ nur Platz für sehr wenige attraktive Trades. Der Trade auf Macy’s bietet eine 100% Rendite-Chance bei einem sehr überschaubaren und begrenzten Risiko von 49$ je Kontrakt.

Alle Tradeideen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. Die Kursbewegungen der zugrunde liegenden Aktien bleiben unberechenbar und können die Sicherheitspolster der Iron Condors sprengen.

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Heute stellen wir Ihnen Tradeideen für Butterfly Spreads vor, die mit maximal 250$ Einsatz je Kontrakt eine Rendite von mindestens 90% aufweisen, wenn sich die zugrunde liegende Aktie seitwärts bewegt. Die Laufzeiten der Optionen sind dabei kurz gewählt, alle Butterfly Spreads verfallen zwischen dem 24. Januar und dem 7. Februar 2020.

Tradeideen für kurzfristige Butterfly Spreads auf ausgewählte Aktien

In dieser Analyse mussten die Kandidaten für unsere Butterfly Spreads sehr strenge Kriterien durchlaufen, um überhaupt in die engere Auswahl gezogen zu werden. Es wurden nur Aktien von Unternehmen oder ETFs in Betracht gezogen, für die das durchschnittliche Optionshandelsvolumen mindestens 10.000 Kontrakte pro Tag beträgt.

Die Spanne zwischen Geld- und Briefkurs der Optionen-Kombinationen sollte nicht über 0,25 US-Dollar liegen. So wurden günstige Bedingungen für den Einstieg in die Positionen sichergestellt.

Während der Laufzeit des Butterfly Spreads dürfen keine Quartalsergebnisse veröffentlicht werden. Quartalsergebnisse können zu unvorhersehbaren hohen Kursbewegungen führen, sei es nach oben oder nach unten, was für einen Butterfly Spread von Nachteil wäre.

Während der Laufzeit des Butterfly Spreads dürfen keine Dividenden ausgeschüttet werden. Dividendenausschüttungen könnten eventuell zur Ausübung der verkauften Call Optionen führen, wenn die Aktie in der Nähe des Basispreises der verkauften Calls notiert.

Das maximale Verlust-Risiko darf nicht über 250$ je Kontrakt liegen.

Die maximale mögliche Rendite sollte mindestens 90% betragen, wenn sich der Kurs der zugrunde liegenden Aktie bis zum Verfallsdatum nicht oder kaum verändert hat.

Die Laufzeit der Trades sollte maximal 30 Tage betragen.

Unser Ergebnis der Analyse

Nach Anwendung der oben genannten Kriterien stechen aktuell 5 mögliche Butterfly Spreads hervor, die die strengen Bedingungen eines potenziell erfolgreichen Trades erfüllen:

Aktie
(US Ticker)
UnternehmenKurs der Aktie*Long Call BasispreisShort 2x Call BasispreisLong Call BasispreisEinsatz je KontraktMax. GewinnMax. RenditeLaufzeit der Optionen
DISThe Walt Disney Company144,6$140,00$145,00$150,00$213$287$134,7%24.01.2020
OXYOccidental Petroleum Corporation45,91$43,00$46,00$49,00$149$151$101,3%24.01.2020
MMacy's, Inc.17,81$15,50$18,00$20,50$119$131$110,1%07.02.2020
LBL Brands, Inc.19,43$18,00$19,50$21,00$70$80$114,3%24.01.2020
BBBYBed Bath & Beyond Inc.14,56$12,50$14,50$16,50$98$102$104,1%31.01.2020

* Der Kurs der Aktie zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels, am 10. Januar 2020. Dieser Kurs kann sich mittlerweile geändert haben. Wenn sich eine Aktie zum Beispiel um 1$ verteuert hat, könnte man die nächsthöheren Basispreise in Betracht ziehen.

Die Analyse wurde so ausgeführt, dass die Optionen-Kombinationen zum Mittelpunkt zwischen Briefkurs und Geldkurs gehandelt werden. Der Einsatz je Kontrakt entspricht dem maximalen möglichen Verlust. Dieser Wert sowie der maximale Gewinn und die maximale Rendite sind in dieser Tabelle Moment-Aufnahmen und ändern sich im Sekunden-Takt.

Vorsicht: Obwohl die hier vorgestellten Butterfly Spreads besonders erfolgsversprechend erscheinen, heißt das nicht unbedingt, dass die Trades aufgehen werden. Es ist möglich, dass zum Beispiel unternehmensspezifische Ereignisse eine Aktie so beeinflussen, dass Ihr Kurs stark fällt oder steigt, was dazu führen könnte, dass der Butterfly Spread in die Verlustzone rutscht. Auch eine allgemeine Rallye an den Märkten oder eine Korrektur der Indizes können die einzelnen Aktien nach oben beziehungsweise nach unten ziehen.

Unter diesen Kandidaten nehmen wir die Aktie von Disney (US Ticker: DIS) unter die Lupe. Mit einem Einsatz von 213$ je Kontrakt und einer maximalen Rendite von 134,7% weist ein Butterfly Spread auf Disney besonders attraktive Eigenschaften auf. Diese maximale Rendite wird erzielt, wenn die Disney Aktie zum Verfallsdatum exakt bei 145$ notiert. Die sehr kurze Laufzeit bis zum 24. Januar 2020 gibt der Aktie wenig Zeit, sich von ihrem aktuellen Kurs zu entfernen. Geht die Tradeidee auf, kann sich ein Anleger auf einen hohen Gewinn freuen. Wenn nicht, bleiben die Verluste auf 213$ je Kontrakt beschränkt.

In der Handelsplattform würden Sie diesen Butterfly Spread zu ca. 2,13$ handeln. Mit einer Kontraktgröße von 100 entstehen die oben genannten Kosten von 213$.

Verlauf der Disney Aktie über 1 Jahr

Tradeideen für Butterfly Spreads auf ausgewählte Aktien mit kurzer Laufzeit - Chart Disney Aktie Januar 2019 bis Januar 2020 | Online Broker LYNX

Die Aktie von Disney pendelt seit Mitte November 2019 um den Kurs von 145$ herum. Bleibt sie in der Nähe dieses Kurses bis zum 24. Januar 2020, kann der vorgestellte Butterfly Spread einen sehr hohen Gewinn erbringen.

Die Gewinnschwellen von diesem Butterfly Spread befinden sich zwischen ca. 142,17$ und 147,83$. Diese Kurse sind durch den blauen Korridor auf dem oberen Chart markiert. Bleibt die Disney Aktie bis zum 24. Januar 2020 (rechtes Ende der blauen Linien) dazwischen, befindet sich der Anleger in der Gewinnzone. Außerhalb des blauen Korridors entstehen Verluste.
Disney kann sich also in den kommenden 12 Tagen (Laufzeit des Trades) immerhin um 2,2% nach oben und um 1,7% nach unten bewegen, ohne dass ein Verlust bei dem Butterfly Spread entsteht.

Prinzip des Butterfly Spreads

Beim Butterfly Spread kombinieren Sie 2 verkaufte Calls am Geld mit dem Kauf von 1 Call aus dem Geld und dem Kauf von 1 Call im Geld. Alle Optionen haben das gleiche Verfallsdatum. Das Risiko eines Butterfly Spreads ist auf den Einsatz begrenzt: Es gibt keine Nachschusspflicht. Das Gewinnpotenzial ist zwar enorm und ein Vielfaches des maximal möglichen Verlusts, die Gewinnwahrscheinlichkeit ist jedoch sehr gering. Die Strategie geht nur auf, wenn sich die zugrunde liegende Aktie nur minimal bewegt.

Beim Einstieg in die Position empfiehlt sich ein „Limit-Auftrag“. Ein Anleger kann versuchen, zu dem Mittelkurs zwischen Geldkurs und Briefkurs einzusteigen und nach und nach diesen Limitkurs anpassen, bis der Einstieg erfolgt. So lassen sich die Einstiegsbedingungen noch leicht verbessern.

Die Position kann jederzeit während der Laufzeit vorzeitig geschlossen werden, sei es, um Gewinne mitzunehmen, oder um Verluste zu begrenzen. Bei dieser Strategie wird die Optionen-Kombination in der Regel nie bis zum Verfall der Optionen gehalten. Sinnvoll ist es, ein Profit-Ziel anzupeilen, zum Beispiel 30% des maximal möglichen Gewinns.

Auch bei der Schließung sollte versucht werden, zu einem Mittelkurs zwischen Geldkurs und Briefkurs auszusteigen.

Die Erwartung ist, dass die Aktie so lange wie möglich in der Nähe des Basispreises der verkauften Calls bleibt. So würde sich das Gewinnpotenzial der Position zügig entfalten. Der Aktienkurs darf sich während der Laufzeit der Position zwischenzeitlich von dem Basispreis der verkauften Calls entfernen, muss aber, damit ein Gewinn entsteht, zeitnah in die Nähe des Basispreises zurückkehren.

So finden Sie die notwendigen Optionen in Ihrer Lynx Handelsplattform

 Mehrere Wege führen nach Rom, um einen Butterfly Spread zu handeln. In unserem Video erfahren Sie, wie Sie mithilfe des OptionTraders der LYNX Handelsplattform die entsprechenden Optionen finden können. Wenn Sie den StrategyBuilder des OptionTraders nutzen, können Sie die Optionen mit nur einem Trade kaufen, sie müssen diese nicht einzeln handeln: Sie können mit einer einzigen Transaktion kombiniert Optionen handeln, sowohl bei der Eröffnung des Trades als auch bei der Schließung.

Fazit: 5 Butterfly Spreads mit unterschiedlichen Einsätzen und Gewinnchancen

Bei Butterfly Spreads wissen Sie sofort beim Einstieg in die Position, was der maximale Gewinn und das maximale Verlust-Risiko sein werden. Rendite und Risiko sind klar definiert und begrenzt. Der maximale Gewinn wird erzielt, wenn sich die Aktie seitwärts bewegt, mit einem bestimmten Sicherheitspolster nach oben und nach unten.

Die 5 hier vorgestellten Kandidaten wurden aus einem gesamten Universum mit 8.678 möglichen Butterfly Spreads mit maximal 30 Tagen Laufzeit herausgefiltert. Der extrem strenge Filter, den wir in dieser Analyse angewandt haben, ließ Platz für nur sehr wenige attraktive Trades.

Selbst diese Tradeideen sind mit Vorsicht zu genießen. Die Kursbewegungen der zugrunde liegenden Aktien bleiben unberechenbar und können die Sicherheitspolster der Butterfly Spreads sprengen. Bei einem Butterfly Spread ist das Chance-Risiko-Verhältnis sehr oft „alles oder nichts“. Bei kurzen Laufzeiten weiß der Trader sehr schnell, ob er einen hohen Gewinn kassieren wird, oder ob er seinen Einsatz verlieren wird. Profit-Ziele bei 30% des maximalen Gewinns und ein Stop-Loss bei 50% des maximalen Verlusts sind mögliche Management-Methoden, um die Butterfly-Strategie zu handeln.

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Profitieren Sie als Daytrader, Anleger oder Investor von dem ausgezeichneten Angebot von LYNX, denn wir ermöglichen Ihnen den preiswerten Handel von Aktien, ETFs, Futures, Optionen, Forex u.v.m. Nehmen Sie sich die Zeit, unsere Gebühren mit denen der Konkurrenz zu vergleichen und handeln Sie in Zukunft über unsere professionelle Handelsplattform.

Sie möchten ausländische Aktienkurse in Euro umrechnen? Dann nutzen Sie unseren Währungsrechner für über 130 Währungen.

Handeln Sie diese Trading-Idee doch einfach risikolos mit unserem kostenfreien Demokonto nach:

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Ob man ein Glas als halb leer ansieht oder als halb voll, liegt im Auge des Betrachters. Das gilt für alle Lebensbereiche, aber ganz besonders für die Börse. Eigentlich scheint der Vergleich zu hinken, denn wenn das Glas vorher randvoll war, ist „halb leer“ richtig, weil es gerade geleert wird. War es vorher leer, ist es „halb voll“, weil es gerade gefüllt wird. Aber so verkehrt ist dieser Vergleich keineswegs, denn entscheidend ist, ob man überhaupt bereit wäre, die Frage zu stellen, in welche Richtung sich die Füllmenge gerade entwickelt. Gerade am Aktienmarkt gibt es Akteure, für die grundsätzlich alles bullisch ist und andere, die permanent jeden Moment den großen Knall sehen. Die Wahrheit liegt immer dazwischen … aber die nimmt kaum jemand zur Kenntnis.

Warum an der Börse kaum jemand wirklich flexibel ist

Es ist gar nicht so verwunderlich, dass es diese beiden Lager der Bullen und Bären gibt. Zwar bleibt kaum jemand, wie vor zwei Wochen an dieser Stelle ausgeführt, auf Dauer entweder bullisch oder bärisch. Aber geht es Ihnen nicht auch so: Wenn Sie Long sind, wollen Sie schließlich, dass die Kurse steigen und sind damit automatisch empfänglicher für bullische Markt-Statements. Bei einem Short-Trade gilt das vice versa. Wer an der Börse aktuell nicht investiert ist, ist imstande, die Lage deutlich objektiver wahrzunehmen. Aber die Neutralen bewegen die Kurse ja nicht.

Hinzu kommt, dass vor allem viele kurzfristige Trader ziemlich lange und stur in einem der beiden Lager bleiben, weil eine volatile Börsenphase wie derzeit es erschwert, permanent die Seiten zu wechseln. Mehrmals täglich zwischen Long und Short hin und her zu wechseln, ist nervenaufreibend und führt zu diesen kleinen Fehlern, die für Trader leicht große Konsequenzen haben. Also agieren viele an der Börse aktuell ausschließlich mit dem Trend und sind damit, obgleich sie das als Trader nicht sein sollten, „parteiisch“.

Das führt dazu, dass Trends oft länger vorhalten, als selbst Fachleute das für möglich hielten. Und dass solche Trends, ob bei Devisen, Rohstoffen oder Aktien, lange gegen eine Veränderung des Umfelds laufen können, weil die einfach ausgeblendet wird. Nun ließe sich argumentieren, dass die Marktteilnehmer doch bloß auf die Charts schauen müssten, um rechtzeitig zu erkennen, dass es angebracht wäre, die Positionen zu drehen. Wirklich?

Charttechnik ist „Ansichtssache“

Davon abgesehen, dass die Kurse ja die Summe der auf den eigenen subjektiven Entscheidungen und Sichtweisen basierenden Handlungen der Anleger in ihrer Gesamtheit sind und dementsprechend nicht „objektiv“ sein können, ist es ein Kindespiel, eigentlich unübersehbare Warnsignale nicht zu sehen. Denn die Charttechnik ist nun einmal keine exakte Wissenschaft, sondern „Ansichtssache“. Beispielhaft dafür, dass man ein und denselben Kursverlauf völlig gegensätzlich interpretieren könnte, hier der Dow Jones … zunächst in der optimistischen, bullischen Variante:

Börse aktuell: An der Börse gibt es keine Wahrheit - Entwicklung Dow Jones optimistische Variante von September 2018 bis Januar 2020 | Online Broker LYNX

Wenn man sich diese charttechnische Interpretation ansieht, kann man eigentlich nur guter Dinge sein, dass der Index nach dem ersten Touchieren der runden Marke von 29.000 Punkten auch die „magische“ 30.000 umgehend in Angriff nehmen und diese auch deutlich überwinden wird, denn der mittelfristige Aufwärtstrendkanal würde sogar schon jetzt Spielraum bis 30.800 Punkte bieten. Zumal die Markttechnik mitspielt, der unten mit eingeblendete Trendfolgeindikator MACD bleibt bullisch.

Man muss nur ausblenden, was man sehen könnte, aber nicht muss: Beide Trendkanäle, der vom Dezember 2018 ebenso wie der von Anfang Oktober, sind auf der für Aufwärtstrends relevanten Unterseite nur durch zwei Punkte definiert, also noch nie bestätigt worden. Außerdem hat der Dow Jones die obere Begrenzungslinie bei beiden Kanälen schon längere Zeit nicht mehr angelaufen, die letzten Wendepunkte lagen, ob im mittelfristigen oder im kurzfristigeren Trendkanal, klar unterhalb der oberen Begrenzungslinien. Dass der Dow an der Börse aktuell bis 30.800 Punkte laufen kann, glaubt man daher nicht auf Basis zwingender charttechnischer Fakten, sondern weil man es glauben will.

Was gutgeht, solange genug andere das nicht nur denken, sondern auch entsprechend handeln und den Index dadurch höher tragen. Aber wenn nicht, wenn man sich plötzlich in einem bullischen Lager wiederfindet, dem die Truppen davonlaufen, wird es ungemütlich. Jetzt der Blick auf denselben Dow Jones, nur mit einer anderen charttechnischen Gestaltung:

Börse aktuell: An der Börse gibt es keine Wahrheit - Entwicklung Dow Jones pessimistische Variante von September 2018 bis Januar 2020 | Online Broker LYNX

Zeichnet man den Aufwärtstrendkanal auf diese Weise, hat er nicht nur auf der Unterseite einen dritten Kontaktpunkt und darüber hinaus mehrere obere Berührungspunkte. Man sähe auch, dass die obere Begrenzung des Trendkanals ausgerechnet an der runden Marke von 29.000 liegt. Also da, wo er am Freitag ins Minus drehte und dabei auch noch ein Warnsignal im Candlestick-Chart generierte, indem dadurch ein „bearish engulfing pattern“ entstand. Man würde als Skeptiker auch nicht den Trendfolgeindikator MACD als markttechnischen „Sidekick“ wählen, sondern den schneller reagierenden, oft Warnsignale aussendenden RSI. Und der hat zum Index negative Divergenzen ausgebildet, wie wir im Chart sehen können.

Wer diesen Chart betrachtet, würde die Sache schon deutlich weniger bullisch sehen und eher fürchten, dass der Index an der Börse aktuell die bei derzeit 26.600 Punkten liegende, untere Begrenzung dieses Trendkanals ansteuern könnte. Sie sehen: Auch die Charttechnik ist „korrupt“, weil sie sich dem beugt, der sie anwendet. An der Börse gibt es somit keine objektive „Wahrheit“. Was auch für die angeblich objektiven Konjunkturdaten oder interne Daten gilt. Beispiel gefällig?

Statistiken, Konjunkturdaten, Internals: Alles beugt sich der eigenen Meinung

Am Freitag sah ich auf dem Börsensender „Bloomberg“ ein Interview mit einem Analysten, der erklärte, dass US-Aktien „billig“ seien. Wie will man so etwas mit Fakten unterlegen, nach einem derartigen Sturmlauf der US-Indizes an der Börse aktuell auf immer neue Rekorde? Ganz einfach: Man nehme zum Beispiel das Kurs/Gewinn-Verhältnis der Dow Jones-Aktien und präsentiert, wie niedrig das im Vergleich zu den vergangenen Jahren geworden ist, siehe der folgende Chart:

Börse aktuell: An der Börse gibt es keine Wahrheit - Entwicklung Kurs-Gewinn-Verhältnis Dow Jones von Januar 2018 bis Januar 2020 | Online Broker LYNX

Zugegeben, das sieht günstig aus. Und wenn dieses durchschnittliche Kurs/Gewinn-Verhältnis der 30 im Dow Jones gelisteten Aktien wieder auf das alte Hoch Anfang 2018 laufen würde, würde der Dow Jones bei sagenhaften 36.000 Punkten notieren. Und das auch nur, wenn die Unternehmensgewinne nicht steigen. Steigen die, kann er noch viel höher laufen. Na, da kann man doch nur bullisch sein. Es sei denn … man schaut sich genau diese Daten in einem anderen Zeitraster an:

Börse aktuell: An der Börse gibt es keine Wahrheit - Entwicklung Kurs-Gewinn-Verhältnis Dow Jones von August 2010 bis Januar 2020 | Online Broker LYNX

Gleicher Chart, anderer Zeitrahmen. Wenn man sich die letzten zehn Jahre ansieht und gleichzeitig noch erwähnt, wodurch dieser Sprung des KGV Anfang 2018 zustande kam, sieht das alles schon ganz anders aus. Vor Trumps Wahlsieg lag der Schnitt für das Kurs/Gewinn-Verhältnis jahrelang um 16. Dann kam zuerst die Trump-Hausse in der Erwartung massiv steigenden Wirtschaftswachstums (was sich derzeit schon wieder erledigt hat). Es folgte die US-Steuerreform, die die Gewinne deutlich steigen ließ, ohne dass das auf organischem Wachstum der Unternehmen basierte. Den Level knapp über 28 erreichte das KGV damals nur, weil die meisten Unternehmen ihre Gewinne Ende 2017 so gut als möglich auf Anfang 2018 verlagerten, um weniger versteuern zu müssen. Dadurch waren die Gewinne für das vierte Quartal 2017 erbärmlich und das KGV schoss in die Höhe.

Der dann folgende Abstieg basierte neben den durch geringere Steuern gestiegenen Gewinnen auf den massiven Aktienrückkäufen, die als Nebeneffekt der Steuerreform einsetzen und dazu führten, dass der Gewinn pro Aktie vieler Unternehmen stieg, weil der Gesamtgewinn sich auf weniger Aktien verteilte. Ein Prozess, der an der Börse aktuell immer noch anhält. Auf natürlichem Weg wurde diese KGV-Spitze bei 28 also nie erreicht und kann daher nicht als Ziel gelten. Wenn man es so sieht, sind die US-Aktien des Dow Jones nicht billig, sondern tendenziell eher teuer. Sie sehen:

Fazit: Wer weiß, dass er/sie subjektiv urteilt, hat einen großen Vorteil

Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters. Man kann sich Fakten immer so zurechtbiegen, dass sie zur aktuellen Ausrichtung der eigenen Trades passen. Am Ende zählt, was die Mehrheit derer, die aktiv am Markt agieren, als „wahr“ sehen wollen. Ob das auch nur ansatzweise objektiv ist, spielt dann keine Rolle, denn nicht die Fakten, sondern diejenigen, die sie interpretieren, bewegen an der Börse aktuell die Kurse. Wichtig ist aber, dass man sich dessen bewusst ist. Wer weiß, dass er/sie nie wirklich objektiv urteilt und handelt, ist weitaus leichter imstande, seine Meinung zu überdenken und schnell und ohne vorherigen monetären Blutzoll ins vorher gegnerische Lager zu wechseln.

Ob das wohl diese Woche nötig wird? In dieser Woche soll der ominöse „Phase I-Deal“ unterzeichnet werden. Spätestens dann wird man wohl nicht darum herumkommen offenzulegen, was diese Vereinbarung wirklich umfasst. Wird es ein Feuerwerk großer Fortschritte? Oder tut sich da der Abgrund eines ewigen Konflikts auf, wenn die Anleger nur dünne, vage, für die Börse nicht entscheidende Fortschritte vorfinden? Das kann und wird die Märkte bewegen. Nicht nur die Wall Street, sondern alle Märkte!

 

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Börsenwoche!

Ihr

Ronald Gehrt

Charts vom 10.01.2020, Chartquelle marketmaker pp4

Franklin Resources (US Ticker: BEN) gehört zu den sogenannten „Dividend Champions“ (Unternehmen, die in den letzten 25 Jahren ihre Dividenden Jahr für Jahr ohne Unterbrechung erhöht haben). Franklin Resources erhöhte seine Dividenden jedes Jahr in den letzten 40 Jahren. Die jährliche Dividenden-Rendite beträgt aktuell ca. 4,2%.

Trotz dieser langen Historie an Dividenden-Ausschüttungen hat sich die Aktie von Franklin Resources in den letzten Jahren unterdurchschnittlich entwickelt. Sie notiert aktuell in der Nähe ihres 8-Jahres-Tiefs, knapp über 25$. Wenn Sie der Meinung sind, dass diese Aktie vielleicht endlich einen Boden gefunden hat, ist die heutige Trade-Idee einen Blick wert.

Ein Cash-Secured Put mit einer Prämie von mindestens 60$ (oder höher) wäre eine gute Möglichkeit, im Falle einer Ausübung, die Aktie zu einem billigeren Kurs zu erwerben. Dies bedeutet, dass Sie beim Verkauf des Puts die Option zu mindestens 0,60$ oder höher verkaufen müssten. Die Prämie selbst bietet eine jährliche Rendite von umgerechnet +95,4% (bezogen auf die Margin von ca. 470€) und von +20,4% in Bezug auf das Kapital, das notwendig wäre, um die Aktie zu erwerben. Notiert die Aktie am Ende der Laufzeit über dem Basispreis von 25$, wird die Prämie zu 100% als Gewinn abkassiert, ohne dass die Aktien eingebucht werden.

Bedenken Sie, dass Franklin Resources am 29. Januar 2020 Quartalsergebnisse veröffentlichen wird. Die Laufzeit des hier vorgestellten Trades geht über diesen Termin hinaus. An dem 29. Januar 2020 sind also höhere Kursschwankungen möglich, die einen Einfluss auf die gehandelte Position haben können.

Prinzip des Cash-Secured Puts

Wenn Sie die Put Option leerverkaufen, ohne die Absicht, die Aktie zu kaufen, möchten Sie, dass diese Put Option wertlos verfällt. Das ist der Fall, wenn die Franklin Resources Aktie am Ende der Laufzeit über dem Basispreis (Strike) von 25$ schließt. In diesem Fall ist der Trade beendet und Sie kassieren die Prämie von mindestens 60$ je Kontrakt als Gewinn ab. Vorzeitige Gewinnmitnahmen sind jederzeit möglich. Dazu kaufen Sie einfach die Put Option zurück.

Wenn die Franklin Resources Aktie unter 25$ notiert, kann eine vorzeitige Ausübung der Option erfolgen, so dass je gehandeltem Kontrakt 100 Franklin Resources Aktien zu einem Kurs von 25$ in Ihr Depot eingebucht werden. Die Ausübung der Option ist vor dem Verfallsdatum eher unwahrscheinlich, sie ist allerdings sicher, wenn die Franklin Resources Aktie am Ende der Laufzeit, am 21. Februar 2020, unter 25$ schließt. Nach Abzug der Prämie, die Ihnen auf jeden Fall erhalten bleibt, ist es dann so, als würden Sie 100 Aktien je Kontrakt zu 24,40$ erwerben. Die Prämie der Put Option, die Sie leerverkaufen, senkt also die Kostenbasis für die Aktie: Sie würden sie um 4,5% billiger erwerben als zu dem aktuellen Kurs von 25,56$.

Aufgrund dieses möglichen Szenarios sollte bei einem Cash-Secured Put der notwendige Bar-Betrag im Depot gehalten werden, um die Aktien gegebenenfalls kaufen zu können. Bei einem Basispreis von 25$ und einer vereinnahmten Prämie von 60$ wären 2.440$ Kapital nötig (2.500$ – 60$). Umgerechnet sind es ca. 2.192€.

Sollte die Option ausgeübt werden und 100 Franklin Resources Aktien in Ihr Depot eingebucht werden, können Sie mit der Covered Call Strategie fortfahren. Sie verkaufen auf Ihrem Aktien-Bestand je 100 Aktien 1 Call Option leer, zum Beispiel mit Basispreis 25$ und zwischen 45 und 65 Tagen Laufzeit.

Mehr Informationen zu der Strategie des Cash-Secured Puts finden Sie in unserem Artikel „Optionsstrategie Cash Secured Put: Kaufen Sie Ihre Aktien mit Rabatt“.

Entwicklung von Franklin Resources über 1 Jahr:

Cash-Secured Put auf Franklin Resources - Entwicklung Franklin Resources Aktie von Januar 2019 bis Januar 2020 | Online Broker LYNX

Die Franklin Resources Aktie notiert aktuell in der Nähe ihres 8-Jahres-Tiefs. Der Basispreis von 25$ könnte aber als Unterstützung fungieren.

So finden Sie die Put-Option in der Handelsplattform

 Unter https://www.lynxbroker.ch/service/videotutorials/#OptionTrader erfahren Sie, wie Sie mithilfe des OptionTraders der LYNX Handelsplattform die Put Option handeln können.

 Performance-Profil zum Zeitpunkt der Erstellung der Tradeidee am 08.01.2020 (die Daten können sich seitdem verändert haben)

 Cash-Secured Put auf Franklin Resources - Performance Chart Gewinnwahrscheinlichkeit Franklin Resources Aktie | Online Broker LYNX

Rechts auf dem Performance-Graph sehen Sie den maximalen möglichen Gewinn am Ende der Laufzeit am 21. Februar 2020. Dieser Gewinn ist auf die vereinnahmte Prämie begrenzt und wird erzielt, wenn die Aktie zum Verfallsdatum über 25$ notiert. Die Linie im Performance-Graph rutscht unter 0 am Break-Even Kurs (Gewinnschwelle).

Links auf dem Bild finden Sie Statistiken zu dem Trade, wie Gewinnwahrscheinlichkeit, maximale Rendite, Break-Even Kurs und vieles mehr. Das Performance-Profil zeigt aktuell sogar eine mögliche Prämie von 65$ an (Geldkurs von 0,65$). Bitte bedenken Sie, dass sich diese Zahlen im Sekunden-Takt ändern. Das Bild ist entsprechend nur eine Momentaufnahme zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Tradeidee.

Alle Daten zu dieser Tradeidee auf einem Blick

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Wir befinden uns wieder in dieser Jahreszeit, in der wir uns gerne neue gute Vorsätze ausdenken. Für viele von uns bedeutet dies, wieder in Form zu kommen oder in Form zu bleiben, oder einem neuen Hobby nachzugehen. Für einen Anleger kommen weitere Überlegungen ins Spiel. Ein Anleger müsste prinzipiell permanent seine Erfolge und Misserfolge Revue passieren lassen. Wenn dies nicht regelmäßig erfolgt, ist der Anfang eines Jahres tatsächlich ein guter Zeitpunkt, um sich neue Ziele zu setzen und einen Plan zu entwickeln, um sie zu erreichen. In dem heutigen Artikel liefern wir Ihnen einige Ideen, um als Anleger das neue Jahr erfolgsversprechend zu beginnen.

Eine Investition in Wissen zahlt sich aus

Erfolgreiches Trading gelingt nur dann, wenn Sie bereit sind, Zeit zu investieren. Sich Zeit zu nehmen, um die eigenen Anlagefähigkeiten zu verbessern, ist im Börsenhandel unabdingbar. Es kann sich lohnen, an einem Seminar teilnehmen, einen Trading-Coach zu rekrutieren und einige gute Börsenbücher zu lesen. Nicht alles ist umsonst und ja, Bildung kann teuer sein. Unwissen ist aber noch viel teurer.

Im Börsenhandel wird grundsätzlich das Geld von den schwachen Händen zu den starken Händen übergeben. Die Anleger mit den größten Fähigkeiten gehören zu den Gewinnern. Und das sollte niemanden überraschen. Dieser Grundsatz gilt für alle komplexen Bereiche. Anwälte, Mediziner, Piloten, professionelle Sportler und erfolgreiche Investoren haben alle Zeit und Mühe investiert, um sich Fähigkeiten anzueignen, die sie zum Erfolg führten. Es gibt keine schnelle Abkürzung, mit der Sie über alle Arten von Märkten hinweg konsistente Erfolge erzielen können.

Suchen Sie Inspiration in erfolgreichen Strategien, aber folgen Sie Ihren eigenen Ideen

Um auf dem Börsenparkett erfolgreich zu sein, müssen Sie ihre eigenen Handelsideen entwickeln. Es reicht nicht, Empfehlungen von Börsenzeitschriften oder von Börsendiensten blind zu folgen. Wenn es um Investitionen geht, stechen Anleger hervor, die ihre Hausaufgaben machen und die ihre eigenen Strategien und Handelsansätze entwerfen. Dieser Unterfangen erfordert Übung und Geduld.

Es spricht jedoch nichts dagegen, sich von anderen erfolgreichen Strategien inspirieren zu lassen. Stellen Sie dabei nur sicher, dass sie Hand und Fuß haben. Gute Strategien erkennen Sie daran, dass sie schon lange am Markt sind und eine transparente und erfolgreiche Trade-Historie aufweisen können. Ausschlaggebend in der Bewertung einer Börsen-Strategie ist die Eigenschaft, dass sie in jeder Marktlage (Bullenmarkt und Bärenmarkt) positive Ergebnisse liefert. Verlustphasen sind erlaubt, sie sollten aber nicht länger als einige Monate dauern und nicht zum Totalverlust des Depots führen.

Ein guter Vorsatz fürs neue Jahr wäre zum Beispiel in diesem Zusammenhang, sich nicht von den Aussagen anderer zu einem bestimmten Unternehmen oder Finanzinstrument beeinflussen zu lassen. Die einzigen Gedanken, die für Ihre Investition von Bedeutung sind, sind Ihre eigenen.

Diese eigenen Anlage-Entscheidungen müssen jedoch begründet sein und auf Fakten beruhen, die Sie kritisch überprüft haben. Dazu können Sie beispielsweise „Paper Trading“ betreiben, um Ihre Strategie eine Zeit lang zu erproben, ohne dabei Geld zu riskieren. Mehr Informationen zum Thema Paper Trading finden Sie in unserem Artikel „Paper Trading mit Optionen: Vorteile und Nachteile“.

Wählen Sie einen Handelsansatz, der mit Ihrer Persönlichkeit übereinstimmt

Wenn Sie sich für Investitionen oder Spekulationen entscheiden, achten Sie stets darauf, dass sie im Einklang mit Ihrer Persönlichkeit sind. Stellen Sie sich vor, sie wären ein Künstler, Mahler oder Musiker: Sie würden auch nur das auf die Leinwand bringen oder auf Ihrem Instrument spielen, was Ihnen besonders liegt. Anleger, die selbst nicht wissen, was Sie handeln möchten, sind auch die, die auf Börsenzeitschriften zurückgreifen, um jede dort vorgestellte Tradeidee umzusetzen. Dabei wird selten reflektiert, ob die Handelsidee mit den eigenen Vorstellungen einer sinnvollen Investition übereinstimmt.

Wie definieren Sie Ihren Anlagestil? Diese Frage gehen wir jetzt an.

So definieren Sie Ihren eigenen Anlagestil

In der Börsenwelt gibt es unzählige Anlage-Möglichkeiten, so dass es für einen Privat-Anleger überwältigend sein kann, sich für einen Anlagestil zu entscheiden. Möchten Sie einfach mit Aktien und ETFs handeln, oder doch lieber mit Futures, Rohstoffe oder Devisen? Diese Frage ist eine Kernfrage. Versuchen Sie nicht, alles gleichzeitig zu handeln. Sie werden sich vermutlich verzetteln. Entscheiden Sie sich für 1 oder 2 Anlageklassen und spezialisieren Sie sich darin.

Achten Sie darauf, dass Sie einen Handelsansatz verfolgen, der mit Ihrer Risikoaffinität übereinstimmt. Wenn Sie eher zu den Anlegern gehören, die nicht mehr ruhig schlafen können, sobald Ihre Investitionen mit 10% im Minus liegen, werden einige Anlage-Klassen wie der Aktienmarkt für Sie nicht in Frage kommen. Sind Sie stattdessen bereit und in der Verfassung, längere Verluststrecken zeitweise zu akzeptieren, ohne dass Ihr Puls höher schlägt, können Sie auch mehr Risiken eingehen und den Handel von Aktien und Optionen in Betracht ziehen.

Noch besser wäre es, falls Sie zu der Kategorie der etwas ängstlichen Anleger gehören, diese Ängste aktiv anzugehen, damit Sie sich tatsächlich dem Aktienmarkt und dem Optionsmarkt widmen können. Denn diese Märkte bieten Chancen, die Sie in anderen Anlagen nicht finden werden.

Die nächste Frage, die Sie sich stellen sollten, lautet: Möchten Sie auf klare Kursbewegungen setzen, aufwärts oder abwärts, oder wollen Sie auch Strategien handeln, mit denen Sie profitieren, selbst wenn sich die Kurse nicht bewegen? Letzteres wird die Konturen Ihres Handelsspektrums noch klarer definieren und Sie zu der Welt der Optionen führen.

Bei mir hat es 10 Jahre gedauert, bis ich genau das gefunden hatte, was ich handeln wollte: Optionen auf Aktien und Indizes. Dabei geht es nicht um den einfachen Kauf von Optionen sondern um Stillhaltergeschäfte: Optionen werden leerverkauft und Prämien werden regelmäßig vereinnahmt. Diese Erkenntnis und diese Fokussierung führten zu einem persönlichen Durchbruch in meinem Handel. Wenn Sie erfahren möchten, warum Optionen in meinem Depot ein Muss sind, verweise ich auf diesen Artikel.

Passen Sie sich den Marktbedingungen an und werden Sie zum Experten

Wir erleben aktuell, immer noch, einen langjährigen Bullenmarkt. Es steht außer Frage, dass sich diese Situation irgendwann wieder ändern wird. Wissen Sie jetzt schon, wie Sie mit dem Ende der Hausse agieren werden? Sind Sie bereit, Ihren Handelsstil an den aktuellen Markttrend anzupassen? Und wenn ja, wie?

Zu Beginn des Jahres 2020, in dem sich vieles um die anstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA drehen wird, ist es mehr denn je an der Zeit, sich über diese Fragen Gedanken zu machen.

Mit Optionen und Optionen-Kombinationen können Sie Strategien für jede mögliche Marktlage strukturieren. Egal ob wir uns in einem Bullenmarkt, einem Bärenmarkt oder etwas dazwischen befinden, Optionen sind „versatile“ Handels-Instrumente, die sich dem Markt anpassen können. Der eine Vorteil liegt auf der Hand: Sie können mit Optionen bei jeder Marktrichtung Geld verdienen.

Der andere Vorteil, der vielleicht weniger offensichtlich ist, liegt in dem Komfort, nicht ständig nach der richtigen Aktie suchen zu müssen, die sich trotz schwacher Marktphase hoffentlich doch behaupten wird. Sie können sich auf einige Aktien oder einige Indizes konzentrieren und diese in jeder Marktlage handeln. Das ist einerseits eine große Entlastung für Sie und andererseits eine einfache Vorgehensweise, um in wenigen Unternehmen und Basiswerten eine eigene Expertise aufzubauen.

Nicht umsonst decken viele Analysten nur ein paar Unternehmen ab. Nur so können sie intensive und fokussierte Recherche betreiben. Als Vorsatz für das neue Jahr: Bauen Sie sich eine „Watchlist“ mit maximal einem Dutzend Aktien auf, und machen Sie sich mit denen gut vertraut. Analysieren Sie dabei das technische Chartbild und die wichtigsten fundamentalen Eckdaten der Unternehmen.

Auf welche Aktien sollten Sie sich konzentrieren?

Es gibt vielleicht Geschäftsbereiche, zu denen Sie über einen Wissensvorsprung verfügen, den Sie in Ihre Anlage-Entscheidungen einfließen lassen könnten. Jeder von uns hat seine besonderen Stärken, die sich im Laufe des Lebens entwickelt haben. Jeder ist Experte in etwas. Normalerweise stammt diese Expertise aus Ihren beruflichen Erfahrungen, muss es aber nicht. Wenn Sie zum Beispiel Pilot sind, wissen Sie bestimmt, was für eine Fluggesellschaft den Unterschied zwischen Gewinn und Verlust ausmacht. Der Handel von Aktien und Optionen von Fluggesellschaften ist dann vielleicht das richtige für Sie.

Vielleicht sind Sie ein Experte in Telekommunikation. Dazu werden Sie auch Basiswerte (Aktien und ETFs) finden, in die sie sich spezialisieren können. Es gibt etwas an Ihrer Erfahrung, das Ihnen einen Vorteil gegenüber anderen verschafft. Die Lösung hier ist, dass Sie es finden und nutzen.

Übernehmen Sie Verantwortung für Ihren Handel

Schätzungsweise 90% aller Anleger schieben die Schuld für Ihr Scheitern auf andere oder äußerliche Umstände. Erfolge schreiben Sie sich in der Regel jedoch selbst zu.

Erfolgreiche Anleger erkennen ihre Fehler und übernehmen dafür die Verantwortung. Wenn Sie einer Trade-Empfehlung von einem Profi-Trader folgen, und der Trade führt zum Verlust, sind Sie für den Verlust dieses Trades verantwortlich, nicht der Profi-Trader. Niemand hat Sie gezwungen, die Meinung des Profi-Traders in einen Trade umzusetzen. Nur wenn Sie eine eigene Verantwortung für Ihren Handel entwickeln, können Sie einen selbstreflektierenden Prozess anstoßen, um die Fehler zu eliminieren und besser zu werden. Hier lautet der Vorsatz: Suchen Sie keine Ausrede!

Fazit: Es dreht sich im neuen Jahr alles um Sie!

Wie können Sie also als Anleger in das neue Jahr erfolgreich starten? Indem Sie erkennen, wie wichtig es ist, sich selbst weiter zu entwickeln, die erforderlichen Anstrengungen zu unternehmen, die eigenen Stärke zu erkunden und dann einen Plan zu entwickeln, um die richtigen Handelsansätze anzugehen. So werden Sie 2020 zu einem sachkundigen und gebildeten Investor. Die Ergebnisse werden die Zeit und die Mühe wert sein.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Mit einem Short Float von über 19 Prozent gehört die Aktie des Elektrofahrzeugherstellers Tesla weiterhin zu den am meist geshorteten Aktien an der Wall Street. Aktuell sehen wir einen sogenannten „Short-Squeeze“, denn die aktuelle Rallye ist aus fundamentaler Sicht nicht zu rechtfertigen: Hier liegt eine deutliche Überbewertung vor und die Frage stellt sich, wie lange das noch gut gehen wird. Immerhin ist der Konzern derzeit mit 82.11 Milliarden US-Dollar höher bewertet als Schwergewichte wie Ford, BMW oder Daimler. Börsen leben von Übertreibungen und das gehört eben auch zum großen Ganzen mit dazu. Dies muss nicht notgedrungen bedeuten, dass die Rallye hier enden muss. Eventuell geht es noch in Richtung der Marke von 500 oder gar 600 USD, doch die Einbahnstraße wird über kurz oder lang ein Ende finden.

 

Expertenmeinung: Im Dezember waren unsere Erwartungen recht hochgesteckt und wir gaben der Tesla Aktie positive Erwartungen mit auf den Weg. Unsere Aussichten wurden nicht enttäuscht und so gehörte Tesla in den letzten Wochen mitunter zu den großen Gewinnern an der Wall Street. Nun ist es jedoch an der Zeit hier den Fuß vom Gas zu nehmen und sich ein paar Gewinne zu sichern. Teilverkäufe auf dem Weg nach oben sind mit Sicherheit keine schlechte Idee. Trailing Stopps können ebenfalls nachgezogen werden. Aktuell senken wir unsere Prognosen von bullisch auf neutral.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 07.01.2020 Kurs: 469.06 Kürzel: TSLA | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

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Per Freitag, den 3. Januar hat der „Fear & Greed-Index“ des US-Senders CNN, der die Stimmungslage der US-Anleger misst, mit 93 von 100 möglichen Punkten einen selten erlebten Grad der Gier erreicht … was man als Kombination aus Optimismus und Leichtsinn, gepaart mit hoher Risikobereitschaft an der Börse aktuell, ansehen kann. Solche Extremwerte erhöhen das Risiko eines massiven Impulses in die Gegenrichtung. An Weihnachten 2018, kurz vor der dann folgenden massiven Rallye, lag dieser „Fear & Greed-Index“ im Bereich extremer Angst. Steht uns ein „Aktienmarkt-Blackout“ bevor?

Starten die Aktienindizes, ob hierzulande oder an der Wall Street, mit Abschlägen, tauchen seit Monaten sofort Kaufwellen auf, die diese Verluste reduzieren, oft sogar eliminieren. Kommt es trotzdem zu einem Rücksetzer, tauchen die Käufe spätestens nach zwei, drei Tagen auf. Deren Volumen und das Tempo der Rallyes nehmen dabei sukzessiv zu. Eigentlich würde das bedeuten, dass die bullische Seite die Märkte fest im Griff hat und es absolut keinen Grund gibt, eine große Korrektur oder gar einen Crash an der Börse aktuell zu fürchten. Und weil viele genau davon überzeugt sind, gehen sie immer höhere Risiken ein. Was soll schon passieren?

Nun, es könnte ein „Blackout“ kommen. Ein plötzlicher Einbruch, der so stark ist, dass ihn die Käufer nicht mehr auffangen können. Nicht trotz des Umstands, dass so viele an der Börse aktuell bullisch sind. Sondern gerade deshalb. Und weil diese Super-Hausse des vergangenen Jahres ohne Begleitschutz unterwegs ist. Neben den Extremwerten der Marktstimmung (Sentiment), die beileibe nicht nur von CNN so gemessen werden, weisen Rahmenbedingungen, Charttechnik und Markttechnik allesamt Warnsignale aus. Ich möchte Ihnen sechs Charts zeigen, die mehr sagen als endlose Erläuterungen.

Die „Krisen-Indizes“ mahnen zur Vorsicht

Der erste Chart zeigt die Performances des Dow Jones und des DAX, dazu haben wir hier den Londoner Leitindex FT-SE 100 und den Shanghai Composite-Index als Repräsentanten des chinesischen Aktienmarkts. Die meisten Investoren unterstellen, dass die Krisenherde BrExit und Handelskrieg jetzt im Griff sind. Sind sie das?

Börse aktuell: Wie lange schrammen wir noch am Aktienmarkt-Blackout vorbei? - Vergleich Entwicklung Dow Jones, DAX, Shanghai Composite und FTSE-SE 100 von 2018 bis 2020 | Online Broker LYNX

Darüber kann man lange Aufsätze schreiben. Aber will man es kurz machen, sollte man sich diesen Chart ansehen. Wenn das Problem des BrExit vom Tisch wäre, warum war ausgerechnet der Aktienmarkt in Großbritannien 2019 im Vergleich zu den anderen so schwach unterwegs und zog auch nach der UK-Wahl am 12.12. nicht davon?

Und China? Ja, im Jahresvergleich konnte der Shanghai Composite mit DAX und Dow mithalten. Aber im April hatte der chinesische Leitindex schon weit höher notiert. Diesen Level hat er nicht erreicht … denn in China sieht man diesen ominösen Phase I-Deal, der angeblich am 15. Januar unterzeichnet werden soll, weit skeptischer. Dass das in Europa und den USA nicht auffällt, ist bezeichnend dafür, wie bemüht viele alles an der Börse aktuell einfach ausblenden, was nicht in ihr super-bullisches Bild passt.

Ein Leichtsinn wie 1929: Je mehr Risiko, desto besser

Unser zweiter Chart zeigt, wie sich der US-Aktienmarkt seit Trumps Wahlsieg am 8. November 2016 entwickelt hat. Je volatiler und risikoreicher die US-Indizes sind, desto stärker sind sie seither gestiegen. Der breite Markt, repräsentiert durch den NYSE Composite-Index, lief seither um die 30 Prozent, während die volatilen und riskanteren Blue Chips aus dem Technologiesektor, die im Nasdaq 100 versammelt sind, mit 85 Prozent fast um das Dreifache zugelegt haben. Ein Indiz dafür, dass immer mehr Marktteilnehmer das Risiko nicht mehr als riskant ansehen, so absurd das für Außenstehende auch klingen mag.

Börse aktuell: Wie lange schrammen wir noch am Aktienmarkt-Blackout vorbei? - Vergleich Entwicklung Dow Jones, Nasdaq 100 und NYSE Composite von 2016 bis 2020 | Online Broker LYNX

Das Wachstum versiegt, die Aktien haussieren: Das ist pures TNT!

Es gibt kaum ein Beispiel in der Historie der Wall Street, in der die US-Indizes so lange und konsequent gegen ein sich abschwächendes Wachstum gestiegen sind, wie das seit Ende 2018 der Fall ist. 2018 hatten die Aktien noch auf den Abstieg des US-Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes reagiert. Seit gut einem Jahr steigen die Aktien aber gegen den Abwärtstrend des Einkaufsmanagerindex. Ein Phänomen, das, wie der bis 2012 zurück blickende Chart zeigt, alles ist, nur nicht „normal“.

Die Käufer berufen sich darauf, dass der Handelskrieg schuld ist, dass das Wachstum nachlässt, dieser ja bald vorbei sei und dann alles in Windeseile nachgeholt wird, was zuvor an Wachstum verloren ging. Ist das so? Interessant ist, dass die Wirtschaft das offenbar anders sieht, wie der immer weiter abrutschende Einkaufsmanagerindex ausweist, der gerade erst vergangene Woche für Dezember veröffentlicht wurde … auf dem tiefsten Stand seit der Rezession 2009. Wer kann besser beurteilen, ob das Wachstum jetzt, da man davon ausgeht, dass mit dem „Phase I-Deal“ das Eis gebrochen und der Weg für eine umfassende Einigung geebnet ist, wieder anzieht: Die euphorischen Anleger oder die Einkaufsmanager in den Unternehmen selbst?

 

Boerse aktuell: Wie lange schrammen wir noch am Aktienmarkt-Blackout vorbei? - Vergleich Entwicklung Dow Jones mit Einkaufsmanagerindex USA v on 2012 bis 2020 | Online Broker LYNX

Negative Divergenzen im RSI

Der Relative Stärke-Indikator weist für den Dow Jones eine negative Divergenz und damit ein Warnsignal aus. Anfang des Jahres 2019 sahen wir noch zwei positive Divergenzen: Der Dow Jones markierte zwar ein Tief, das unter dem vorherigen lag, was an sich negativ ist. Aber der Relative Stärke-Indikator vollzog das nicht nach, wies keine neuen Tiefs aus. Das war ein positives Signal und es funktionierte: Der Index zog in beiden Fällen zeitnah wieder an. Doch jetzt haben wir das Gegenteil: Wir sehen eine negative Divergenz, sogar eine doppelte.

Börse aktuell: Wie lange schrammen wir noch am Aktienmarkt-Blackout vorbei? - Entwicklung Dow Jones von März 2019 bis Januar 2020 | Online Broker LYNX

Im November hatte das US-Index-Flaggschiff ein neues Rekordhoch erzielt, das nicht von einem neuen Hoch im RSI begleitet wurde. Diese negative Divergenz wirkte sich nur kurz mit zwei schwachen Tagen Anfang Dezember aus. Doch zur Jahreswende gab es erneut zwei neue Hochs beim Dow, die wiederum nicht bestätigt wurden. Das Rekordhoch vom 2. Januar sah gegenüber dem vorherigen Hoch der letzten Woche 2019 kein neues Hoch im RSI. Und diese negative Divergenz liegt noch unter der des Novembers, so dass das zusammengenommen noch eine weitere negative Divergenz ergibt (braune Linie im Indikator). Dass sich das auch noch in der überkauften Zone des Indikators abspielt, ist für technisch orientierte Trader ein massives Warnsignal.

Die Profis gehen an der Börse aktuell in Deckung

Während die US-Aktienindizes weiter steigen, geht das Volumen der US-Börsenkredite zurück und zog zuletzt nicht mehr mit der Index-Rallye mit. Was deutlich macht, dass die erfahrenen und/oder professionellen Trader seit Monaten tendenziell in die Defensive gehen.

Der Markt wird augenscheinlich immer mehr von Unerfahrenen und Zockern bestimmt, hinzu kommen natürlich die immer mehr Umsatzanteil gewinnenden computergesteuerten Handelsprogramme, die zwar konsequent und emotionslos reagieren. Aber es wäre ein gewaltiger Irrtum, diese Systeme als „Kaufprogramme“ anzusehen. Denn sie können jederzeit auf die Short-Seite wechseln. Solange die Trends intakt bleiben, halten sie die Stellung, auch gegen viele Warnsignale, solange die nicht vom „gemessenen“ Bereich kommen, also vor allem aus dem Bereich der Chart- und Markttechnik. Aber wenn solche Signale kämen, wären diese Systeme in Sekundenschnelle auf der Gegenseite. Und gerade wegen ihrem steigenden Umsatzanteil kann das einen „Blackout“ oder „Sudden Death“ der Hausse auslösen, denn: Wir sehen seit Monaten, dass gegen diese Systeme auf der Long-Seite niemand ankommt. Warum sollte das auf der Short-Seite anders sein?

Börse aktuell: Wie lange schrammen wir noch am Aktienmarkt-Blackout vorbei? - Vergleich Entwicklung Börsenkredite USA mit volkswirtschaftlichen Daten von 2012 bis 2020 | Online Broker LYNX

Die Geschichte wiederholt sich oft … diesmal auch?

Selten hat der Dow Jones seine 200-Tage-Linie so oft getestet wie in den Jahren 2018 und 2019. Der Abstand zur im Chart rot eingezeichneten 200-Tage-Linie war zum Jahresstart so groß wie vor den Abwärtsimpulsen im Oktober 2018 und im August 2019. Insgesamt wirkt die Phase, seit der Index dann Mitte August wiederholt die 200-Tage-Linie testete, der Zeit zwischen April 2018 und Oktober 2019. Mit demselben Ausgang? Dann würde eine markante Abwärtsbewegung unmittelbar bevorstehen. Aber!

Börse aktuell: Wie lange schrammen wir noch am Aktienmarkt-Blackout vorbei? - Entwicklung Dow Jones von Dezember 2017 bis Januar 2020 | Online Broker LYNX

 

Wenn sie sich die Phase ganz links im Chartbild ansehen, die Zeit, bevor es Ende Januar 2018 zum ersten schweren Kursgewitter in der Trump-Ära kam, sehen Sie, dass der Index damals glatt doppelt so weit von der 200-Tage-Linie entfernt war. Die da eingezeichnete grüne Linie hat dieselbe prozentuale Distanz wie in den drei nachgelagerten Fällen inklusive des aktuellen, da dieser Chart logarithmisch skaliert ist und so die Distanz einer Strecke prozentual auf den Index bezogen immer gleich ist. Wiederum aber:

Damals ahnte man weder, dass der Handelskrieg zur „Never Ending Story“ würde noch dass das US-Wachstum deutlich nachlassen wird, sondern war im Gegenteil überzeugt, dass die Steuerreform zu einem großen Wurf würde. Heute weiß man, dass all das nicht eintrat. Die rein charttechnische Gefahr ist also real.

Der DAX: Weniger extrem und doch im selben Boot

Dass ich hier den Dow Jones bzw. die Wall Street so hervorgehoben habe liegt daran, dass dort die Euphorie ebenso wie die Risikobereitschaft und der mit dieser Kombination einhergehende Leichtsinn besonders stark ausgeprägt sind. Hierzulande fällt auf, dass die Kurse vor allem in den letzten Wochen weit weniger davonziehen. Die hiesigen Marktteilnehmer sind vorsichtiger, keine Frage. Aber die Gesamtperformance des DAX ist kaum geringer als die des Dow, was 2019 angeht … und der MDAX hat zuletzt neue Rekordhochs erreicht. Das durchschnittliche Kurs/Gewinn-Verhältnis der DAX-Aktien ist so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr. Und wenn es an der Wall Street zu einem „Blackout“ kommen sollte, kann sich der deutsche Markt zumindest im ersten Moment ganz sicher nicht abkoppeln. Wie geht mit diesem Risiko um?

Wie lange kann das noch gutgehen?

Die Argumente, um auszusteigen oder sogar Short zu gehen, sind erdrückend. Eigentlich. Nur darf man eines nicht übersehen: Die meisten dieser Warnsignale gibt es nicht erst seit gestern. Und trotzdem lief die Wall Street von einem Rekordhoch zum anderen. Warnsignale sind keine Verkaufssignale. Man kann sie einfach ignorieren und weitermachen, diese Charts zeigen sehr deutlich, dass es für Leichtsinn und blinden Optimismus kein Limit gibt. Dass der „Fear & Greed-Index“ derart weit in der Euphorie-Zone angekommen ist, ist zwar ein Indiz, dass dem Aktienmarkt, vor allem in den USA, die Käufer ausgehen könnten. Aber die großen Adressen können immer mehr auf Derivate wechseln, Hebel einsetzen und so mit weniger Kapital mehr bewegen.

Aber natürlich steigt damit das Risiko ins Unermessliche. Selbst kleine Korrekturen würden die großen Zocker unter Margin-Druck bringen, denn oft agieren vor allem Hedgefonds mit sehr geringen Kapitalreserven. Käme es zu einem Abschlag von fünf Prozent im Dow Jones, könnte das schon reichen, um die Margins aufzuzehren und eine Verkaufslawine auszulösen, da die großen Spieler zu wenig Barreserve haben, um die Margins, die Sicherheitsleistungen, wieder aufzufüllen. Das in Kombination mit auf Short drehenden Handelsprogrammen wäre die Mixtur für einen „Blackout“, einen massiven, blitzschnellen Kurseinbruch.

Nur kann der heute kommen, morgen, in einer Woche, in einem Monat oder erst in einem Jahr. In einem Markt, der durch das Ausblenden der Fakten nahezu komplett emotionsgesteuert ist, ist nichts, absolut gar nichts, vorhersagbar. Weder Zeitpunkt noch Kursniveau eines „Blackout“ ist in einer Glaskugel oder im Kaffeesatz zu finden. Also?

Also bleibt es äußerst riskant, auf Verdacht Short zu gehen, wenn man nicht sehr erfahren und hartgesotten ist. Aber es wäre noch riskanter, auf diesem Niveau im Vertrauen auf ein „wird schon werden“ noch neu auf der Long-Seite einzusteigen und schlichtweg närrisch, das dann auch noch ohne konsequente Absicherung zu tun. Wobei da ein mentaler Stoppkurs auf Schlusskursbasis nicht mehr ausreicht, hier wären Stop Loss-Verkaufsorders, mit denen man sofort aus dem Markt wäre, unbedingt ratsam!

 

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Börsenwoche!

Ihr

Ronald Gehrt

*Charts vom 20.11.2019, Chartquelle marketmaker pp4

Sie stehen sich unversöhnlich gegenüber, liefern sich eine ewige, epische Schlacht an der Börse und werden nie zusammenkommen. So sieht man allgemein die beiden Lager der Bullen und der Bären an den Märkten. Das Bild, das die entschlossenen, ewigen Optimisten zeigt, die mutig voranstürmen und auf der anderen Seite die, die nichts positiv sehen können, die lauern, um dann durch durch Short-Attacken der Börse zu schaden. Dieses Bild ist simpel und damit eingängig. Aber es scheint allein deshalb Unfug zu sein, weil eigentlich niemand immer bullisch oder bärisch sein kann. Und erst Recht nicht als Bulle oder Bär geboren wird … oder?

Geboren nicht, aber eines darf man festhalten: Bären können auch Long gehen, aber sie sind dann einfach Long gehende Bären. Und Bullen finden sich ab und an auch mal im Lager der „Shorties“ wieder, haben aber trotzdem mit einem echten, bärischen Investor wenig bis nichts gemein.

Eigentlich bezieht sich diese Kategorisierung nur darauf, in welche Richtung man an der Börse aktuell agiert. Aber diese obenstehende, charakterliche Verallgemeinerung hält sich dennoch hartnäckig. Wenngleich sie in Bezug auf die Bären ziemlich unfair ausfällt. Was indes daran liegt, dass die Bullen nahezu immer die große Mehrheit stellen und damit das Meinungsbild bestimmen. Denn Bären sind weder heimtückisch noch, wie man es immer dann, wenn es am Markt kritisch wird, in den USA gerne behauptet, unpatriotisch. Denn fallende Kurse sind bisweilen eben nötig und sei es nur, um Übertreibungen zu korrigieren und so besonnenen Investoren wieder akzeptable Einstiegslevels zu bieten. Aber zurück zum Punkt: Kann man „bullish by nature“ sein?

Den Bullen im Blut? Das gibt es durchaus

Ich kenne nicht wenige Anleger, die grundsätzlich nur Long gehen. Basis dieser Einstellung ist die im Prinzip richtige Erkenntnis, dass Aktien unter dem Strich über weit längere Zeiträume steigen als fallen, Aufwärtstrends weniger rasant und damit berechenbarer ablaufen als Baisseschübe und es sich einfach besser anfühlt, an steigenden Kursen zu verdienen. Nicht zuletzt weil steigende Kurse normalerweise signalisieren, dass es um die Wirtschaft gut bestellt ist und daher die meisten zufrieden sein können. Und ja, das kann man so machen, vorausgesetzt …

… dass man nicht blind bullisch ist, indem man steigende Kurse an der Börse aktuell nicht hinterfragt und so sehr von einer ewigen Hausse überzeugt ist, dass man immer höhere Risiken eingeht und die Absicherung außer Acht lässt. Denn die Masse, die „Herde“, in der die Bullen sich gemeinhin sicher fühlen und meist auch sicher fühlen dürfen, liegt nicht immer richtig. Und gerade diejenigen, die in der Herde unaufmerksam werden, sich von ihr entfernen oder zu weit vorauspreschen, werden gerne die Beute der Bären, die angeblich nur darauf aus sind, die bullischen Anleger zur Strecke zu bringen.

Wenn wir uns den folgenden Chart ansehen, ist es nicht gerade eine Überraschung, dass die Zahl dieser „blinden Bullen“ an der Börse aktuell wächst. Im März 2020 würde diese Hausse, bezogen auf das Flaggschiff Dow Jones, elf Jahre alt. In dieser Zeit gab es so manche Phase, in der es „Spitz auf Knopf“ stand, in der es ganz leicht zu einer größeren Baisse hätte kommen können. Doch immer wieder gelang es, dieses Risiko zu überwinden. Kurz vor dem Jahresultimo 2019 notiert der Dow Jones auf Rekordlevel. Ist es da ein Wunder, dass so mancher Bulle immer mehr dem Klischee entspricht, das man von ihnen zeichnet, indem er/sie blind und ohne die nötige Vorsicht immer mehr Kapital immer riskanter einsetzt? Das Gefühl, dass nichts diese Hausse kippen kann, ist weit verbreitet unter denen, die es im Blut haben, dass „rauf“ und „richtig“ ein und dasselbe sind.

Börse aktuell: Über Bullen, Bären und was sie wirklich ausmacht - Entwicklung Dow Jones von 2007 bis 2019 | Online Broker LYNX

Die Bären, die ewigen Zweifler

Während sich die Bullen in der „Herde“ sicher fühlen, sind Bären eher Einzelgänger. Und sie sind Jäger. Diese Kategorisierung der beiden Lager ist daher schon passend. Denn die Bären treten seltener in Erscheinung, sorgen dann aber, wenn sie gezielt zuschlagen, oft für gelinde Panik unter den Bullen. Und doch ist es falsch, würde man daraus folgern, dass bärische Trader verschlagen und nur darauf aus sind, den Bullen zu Schaden, indem sie die Kurse gezielt drücken und die Bullen dadurch Geld kosten. Darum geht es einfach nicht. Sondern?

Wer bärisch ist, zweifelt an der ewigen Hausse und daran, dass alles zum Besten steht. Wer bärisch ist weiß, dass die Kurse und die Realität an der Börse aktuell oft auseinanderlaufen, die daraus entstehende Schere zwischen Schein und Sein aber irgendwann zuschnappt. Das wollen sie nutzen, da wollen sie dabei sein, zumal bärische Trader gerade durch diesen Zweifel und den daraus resultierenden Blick hinter den Vorhang der Ansicht sind, dass fallende Kurse „richtig“ wären, dass sie eine inkorrekte Bewertung des Aktienmarkts heilen.

Sie sehen beispielsweise, was die Mehrheit der Bullen an der Börse aktuell entweder nicht sieht oder nicht sehen will, dass die US-Konjunktur und der Aktienmarkt seit einem Jahr auffällig auseinanderdriften, wie wir in dem folgenden Chart sehen. Ein Chart, der aufzeigt, dass der marktbreite US-Index S&P 500 derzeit gegen den abwärts weisenden Trend des US-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe läuft und das keineswegs die Regel, sondern eine ungewöhnliche Ausnahme ist, die eine solche Schere zwischen Kursen und Fakten öffnet:

Börse aktuell: Über Bullen, Bären und was sie wirklich ausmacht - Vergleich Entwicklung S&P 500 mit US Einkaufsmanagerindex von 2014 bis 2019 | Online Broker LYNX

Doch das alleine bringt nur die unerfahrenen oder leichtsinnigen „Jäger“ dazu, umgehend auf fallende Kurse zu setzen. Kluge Bären kennen ihren Gegner und wissen, dass die Bullen stark und zahlreich genug sind, sie niederzutrampeln, wenn sie nicht abwarten, bis denen die Luft ausgeht. Es gilt, einen klugen Moment zu erwischen, indem das Short gehen auch wirklich effektiv wirkt. Deswegen sind Bären meist unsichtbar. Das Risiko für die Bullenherde liegt vor allem darin, diese Unsichtbarkeit der Bären damit zu verwechseln, dass sie nicht da wären. Sie sind da … und lauern auf ihre Chance.

Bulle oder Bär – wofür sollte man sich entscheiden? Für beides!

Elf Jahre Hausse, die zwar von heftigen Abwärtsimpulsen unterbrochen wurde, aber unter dem Strich immer neue Hochs hervorbrachte … eigentlich kann die Entscheidung nicht leichter sein, womit man als Anleger besser fährt:

Bulle sollte man sein. Nur eben einer der gescheiten Sorte, einer von denen, die um die Risiken an der Börse aktuell wissen und sich deswegen in Sachen Kapitaleinsatz und Risiko nicht übernehmen und zugleich immer darauf achten, sich immer und überall konsequent durch Stoppkurse abzusichern. Aber …

… ist man dann denn wirklich noch ein Bulle? Wer vorsichtig agiert, wer sich absichert, weiß um die Risiken und ist damit ebenso ein Zweifler wie die Bären. Ist man dann also nicht eine Art Bulle mit Bärenkopf? In der Tat. Und es ist in der Tat weder nötig noch sinnvoll, sich mit Kopf und Herz einem dieser Lager zu verschreiben. Wozu denn?

Warum sollte man nicht grundsätzlich Long gehen, solange der Trend das hergibt, zugleich aber immer aufmerksam die Gesamtsituation verfolgen um in dem Moment, wo den Leichtfertigen ihre Dauer-Hausse um die Ohren fliegt, sofort die Fronten zu wechseln um auf der Short-Seite mitzuverdienen, während diejenigen, die „Long Only“ agieren, völlig von der Rolle sind und in fallende Messer greifen?

Ich bin alleine durch meine Tätigkeit, die erfordert, immer und überall hinter den Vorhang des schönen Scheins zu schauen, fast naturgemäß ein Zweifler, der alles in Frage stellt. Das hindert mich aber nicht, auf der Long-Seite mitzuhalten, wenn ich den Eindruck habe, dass die Bullen das Ruder nicht aus der Hand geben. Warum muss man denn unbedingt entweder Bulle oder Bär sein? Ich meine:

Nutzen Sie einfach unvoreingenommen die Gelegenheiten, die sich an der Börse aktuell bieten. Und auch, wenn ich von dem Blick in die Glaskugel, Prognosen genannt, nichts halte, so bin ich doch überzeugt, dass es 2020 auf beiden Seiten starke Impulse geben wird, an denen sich trefflich verdienen lässt. In diesem Sinne:

 

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein gutes Neues Jahr!

Ihr

Ronald Gehrt

*Charts vom 20.11.2019, Chartquelle marketmaker pp4

Das erste Quartal 2019 war äußerst stark, das zweite und dritte Quartal hingegen bedeutete für den technologielastigen Nasdaq 100-Index keinen Raumgewinn. Dafür lief der Index im vierten Quartal wie auf Schienen immer höher. Und das, obwohl das Wachstum der USA mit dieser Hausse nicht mithält. Aber das scheint die Mehrzahl der Anleger nicht zu kümmern. Hat man denn so etwas schon erlebt, mögen sich da manche kopfschüttelnd sagen. Aber wenn man sich in der Historie umschaut, kommt man nicht umhin, nüchtern zu konstatieren: Ja, das hat man.

Freilich ist es ein Novum, dass der größte und wichtigste Aktienmarkt der Welt großenteils von einer einzigen Person abhängt. Donald Trumps Aktionen wie die Steuersenkungen haben ebenso dazu geführt, dass es diese sogenannte „Trump-Hausse“ gibt wie seine permanenten und meist erfolgreichen Versuche, die Kurse durch eine Flut von Twitter-Nachrichten zu pushen.

Es ist der Glaube an Trump bzw. an seine Aktivitäten, der die Kurse treibt. Und dass, obwohl er bislang außer einer Steuerreform, die an den niedrigen und mittleren Einkommen, für die sie angeblich gedacht war, vorbeigeht, nichts vorzuweisen hat. Aber davon abgesehen, dass er es geschickt angeht, indem er den Anlegern immer kleine Häppchen vorwirft, die ihnen vorgaukeln, dass äußerst vieles im Gange und alles Bestens ist und bleibt, ist er nicht der einzige Faktor, der die Kurse treibt.

Es ist ebenso die US-Notenbank, die den Aktienmarkt in Wallung hält. Zum einen dadurch, dass sie 2019 mehrfach den Leitzins senkte. Zum anderen dadurch, dass sie dem Markt seit September milliardenschwere Liquiditätsspritzen verpasst, die sogenannten Repo-Geschäfte. Und das nicht nur wie anfangs auf eintägiger Basis. Mittlerweile gibt es solche Geldspritzen an US-Banken auch mit Laufzeiten von 14 Tagen, am 16. Dezember wurde sogar eine 50-Milliarden-Spritze mit einer Laufzeit von 32 Tagen vergeben. Und das Geld wird von den Banken gierig aufgesaugt.

Eigentlich sind diese Milliarden, Mitte Januar können da zeitgleich bis zu 500 Milliarden-US-Dollar als Repo-Kredite ausstehen, dafür gedacht, die Liquidität am Geldmarkt zu sichern. Aber das Geld ist keineswegs zweckgebunden … und es ist schon auffällig, dass die US-Aktienindizes über die Futures oft einen Sprung nach oben machen, kaum sind neue „Repos“ am frühen Morgen US-Zeit (Eastern) zugeteilt.

Wenn man das Ganze nüchtern betrachtet, bedeutet das, dass diese beiden Faktoren, Trumps Sprüche und die Geldspritzen der US-Notenbank, entscheidend dafür verantwortlich sind, dass der Nasdaq 100 das Jahr 2019 mit einem Anstieg von fast 40 Prozent beenden dürfte. Damit wäre es das achtbeste Jahr seit 1985. Aber es wäre keineswegs das erste Mal, dass es ausgerechnet in einem eher kritischen Umfeld zu einem ungewöhnlich starken Kursanstieg käme. Denn die besten Jahre des Nasdaq 100 waren die Jahre 1998 und 1999 mit 85 und 102 Prozent Kursanstieg. Also die Jahre, bevor dann Anfang 2000 mit einem gewaltigen Knall die Internet-Blase platzte. Jahre, in denen man die Gefahr hätte erkennen können, diese aber kaum jemand sehen wollte. Jahre, in denen man von einer neuen Zeit faselte und dass Bewertungsmodelle wie das Kurs/Gewinn-Verhältnis völlig veraltet seien.

Das Prinzip ist heute ähnlich. Sicher, der damalige Glaube an eine neue Welt, in der durch den Internetboom alle reich werden, wird aktuell durch Donald Trump ersetzt. Aber die eigentliche Basis ist eben dieselbe: Man folgt bereitwillig und ohne es zu hinterfragen einer Fata Morgana, viele allein deshalb, weil es halt zu funktionieren scheint. Dabei sind es genau diese beiden Elemente, Trump und die Repo-Kredite, die zugleich das Damoklesschwert dieser Hausse darstellen. Was, wenn sich herausstellt, dass Donald Trump diesen Handelsstreit doch nicht in den Griff bekommt, der Phase I-Deal, dessen Inhalt ja seltsamerweise keiner sehen soll, das Papier nicht wert ist, auf dem er steht oder womöglich gar nicht existiert? Was, wenn die US-Notenbank die Repo-Kredite stoppen sollte, die immerhin vor September 2019 zehn Jahre lang nicht nötig waren?

Man denkt nicht darüber nach, weil das Ergebnis solchen Nachdenkens für diejenigen, die nonstop Long agieren und ihren Einsatz immer weiter erhöhen, unerfreulich wäre. Also wird es verdrängt. Und das soll gutgehen? Natürlich nicht, das wird grandios schiefgehen. Aber gerade das historische Beispiel der Super-Hausse vor dem Platzen der Dot.Com-Blase macht deutlich: Auf der Zeitachse ist der große Knall eben nie vorhersehbar.

Chart auf Wochenbasis vom 27.12.2019, Kurs 8.770,98 Punkte, Kürzel NDX | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

Ende 1998 hatten sich schon viele erfahrene Anleger aufgrund des damaligen Irrsinns an den Kopf gefasst. Was aber die Hausse nicht kümmerte, 1999 ging es noch viel heftiger aufwärts. Das könnte auch 2020 so kommen, wenn es Donald Trump gelingen sollte, dieses Feuer am Leben zu erhalten, auch, wenn er wenig oder nichts liefern kann. Fazit:

Es wäre extrem leichtsinnig, sich an dieser Hausse zu beteiligen, ohne sich konsequent via regelmäßig angepasste Stop Loss abzusichern und zugleich Risiko und Kapitalexposition in einem Rahmen zu halten, der das Gesamtvermögen nicht in Gefahr bringt, wenn es womöglich über Nacht zu einem Kurseinbruch kommen sollte. Aber es wäre noch viel leichtsinniger, einfach mal auf Verdacht dagegen zu halten und Short zu gehen. Verrücktheiten wie diese Super-Hausse pflegen hartnäckiger zu sein als viele denken, daher: Noch gäbe es zu Long-Trades nur die Alternative, sich sukzessiv aus dem Markt zurückzuziehen, aber die Short-Seite ist weiterhin (noch) keine!

Chart auf Tagesbasis vom 27.12.2019, Kurs 8.770,98 Punkte, Kürzel NDX | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

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Wenn man sich mal in aller Ruhe, in einem stillen Moment, überlegt, warum die Aktienindizes in einem Umfeld wie diesem wie auf Schienen steigen, kommt man irgendwann zu der verblüffenden Erkenntnis: Der Motor dieser Aktienmarkt-Hausse ist Unwissenheit! Was nicht neu ist, aber doch immer wieder erschreckend. Überlegen wir mal: Was führt dazu, dass so viele Sparer immer weiter in einen Aktienmarkt investieren, der nichts anderes als ein wandelndes Pulverfass ist? Drei Dinge:

Erstens sehen die Anleger vor allem bei uns in Europa keine Alternative zur Börse aktuell. Anleihen bringen keine Zinsen mehr, sondern kosten Geld. Und Anleihen aus Euroländern, die noch eine positive Rendite aufweisen, haben ein höheres Risiko.

Zweitens wird die Teilhabe am Aktienmarkt immer einfacher. Man kann z.B. über ETFs jederzeit mal nebenher mit einem Mausklick kaufen, bildet so einen Index oder eine ganze Region ab, kann jederzeit aussteigen und zahlt weit weniger Gebühren als bei den im Vergleich zu ETFs behäbiger wirkenden Fonds.

Und drittens sind Risiken, denen man sich gar nicht bewusst ist, eben auch nichts, das einen vom Kauf abhalten würde. Und genau das ist der Punkt.

Wer ist denn heute an der Börse aktuell noch ein „erfahrener Investor“?

Die letzte Baisse liegt an der Börse aktuell über zehn Jahre zurück. Auch damals, vor dem Platzen der Subprime-Blase, hatte die Mehrheit nicht den Hauch einer Ahnung, was sich da unter dem rosa Teppich nonstop bullischer Prognosen verbarg. Ja, manche Fachleute warnten. Aber zwei Aspekte spielten zusammen, die dazu führten, dass man die Warnungen in den Wind schlug. Zwei Aspekte, die immer auftauchen. Auch heute.

Zum einen bewahrheiteten sich die Warnungen nicht umgehend. Was zwar logisch ist, denn was jahrelang gutgeht, geht nicht ausgerechnet in dem Moment schief, in dem ich darauf hinweise, dass der Baum brennt. Aber genau das wurde als „Beweis“ dafür genommen, dass die Warnungen Blödsinn seien. Schaut, der hat vor einem Monat vor x oder y gewarnt und wo stehen die Kurse heute: höher! Ja, das kommt einem bekannt vor. Nicht nur aus allen vergleichbaren Situationen der Börsengeschichte. Sondern auch in Bezug auf das Hier und Jetzt.

Zum anderen war die Problematik kompliziert. Das damalige Vorgehen, wacklige Hypothekenkredite in einen Topf zu werfen, den schön zu verpacken und en bloc zu verhökern, war ja sogar für die meisten Banken, die darauf hereinfielen, nicht durchschaubar. Wie also hätten es die normalen Anleger erkennen können? Ich erinnere mich, wie damals Beiträge dazu aussahen. Schaubilder, Vektorgrafiken, Datenreihen und Tabellen, die sich ewig hinzogen. Da steigt auch manch intelligenter Anleger vor der Ziellinie aus. Gerade weil diese Geschichte mit den Subprime-Paketen relativ komplex war, dauerte es lange, bis das alles in sich zusammenfiel und, natürlich, alles mit sich riss.

Man musste ein wirklich erfahrener Investor sein, um zu erkennen, wie dünn das scheinbar massive Eis damals war. Und heute ist es nicht anders. Zugleich ist die Zahl der erfahrenen und fachlich versierten Marktteilnehmer seither nicht gewachsen. Im Gegenteil, die niedrigen Zinsen haben so viele „Rookies“ an den Aktienmarkt gespült, dass man glatt behaupten könne: Insgesamt gesehen ist man am Aktienmarkt heute so ahnungslos wie seit 1929 nicht mehr.

Natürlich weiß um die Gefahr, wer sich genau mit der Materie befasst, das nötige Wissen mitbringt oder es sich aneignet. Aber die Zahl derer, die hinter den Vorhang schauen wollen und auch noch verstehen, was sie dort sehen, ist eben viel, viel kleiner als die Zahl derer, die sich darauf beschränken, die steigenden Kurse als scheinbaren Beweis dafür zu sehen, dass a) alles bestens ist und es sich b) weiter zu kaufen lohnt. Wie kann das sein?

Die Entscheidungen „outsourcen“, die Risiken behalten

Wie ist es möglich, dass Leute, die beim Kauf eines Fahrrads alles peinlich genau untersuchen und wegen zehn Euro eine Stunde herumfeilschen, beim Anlegen des Ersparten eines ganzen Arbeitslebens völlig sorglos vorgehen? Wobei ich mit diesem Satz die Börsenlegende André Kostolany zitiere, der das bereits in den Siebzigerjahren perfekt auf den Punkt brachte. Was zeigt, dass die aktuelle Börse kein Novum in der Geschichte ist. Also? Es liegt daran, dass eine komplexe Herausforderung in drei Verhaltensweisen münden kann. Die da wären?

Eine Möglichkeit ist, dass jemand, der erkennt, dass die Sache ziemlich kompliziert und zugleich riskant ist, sich sagt: Da lasse ich lieber die Finger weg. Was damals wie heute die meisten Bürger tun. Doch diejenigen, die wegbleiben, fallen ja nicht ins Gewicht, wenn es um die Frage geht, welche Risiken sich für den Aktienmarkt daraus ergeben bzw. um die Antwort auf die Frage, wieso die Kurse immer weiter steigen.

Die zweite Gruppe erkennt die Komplexität der Materie und sucht nach einem Weg, das Problem zu lösen. Ein kleiner Teil tut das, indem er sich kundig macht, erst einmal auf dem Papier investiert und dann behutsam, unter stetigem Dazulernen, vorangeht. Recht so, sage ich … zu einer verschwindenden Minderheit. Der Rest dieser Gruppe aber wählt einen anderen Weg:

Die suchen sich jemanden, dem sie vertrauen können oder wollen, damit die bzw. der das in die Hand nimmt. Man vertraut sein Erspartes also Leuten an, die umso besser leben, je mehr man als ihr Kunde investiert. Nüchtern betrachtet darf man sich da fragen, ob diese Klientel, nennen wir sie über den Kamm geschoren Finanzindustrie, dem Sparer wirklich sagen würde: Ich glaube, jetzt wird es zu gefährlich, zieh dein Geld ab und nimm mir damit die Verdienstgrundlage? Ich für meinen Teil habe noch nie VOR einer größeren Baisse erlebt, dass das in nennenswertem Umfang passiert wäre. Mit diesem Vorgehen lässt man andere die Entscheidungen fällen und auch aktiv mit dem ersparten Geld agieren, behält aber das Risiko bei sich. Gewagt.

Und der dritte Weg? Das sind die Selfmade-Fachleute. Diejenigen, die z.B. auch grundsätzlich keine Bedienungsanleitungen lesen. Die glauben, dass sie die Sache locker im Griff haben, nur, weil bislang noch nichts schiefging und es deswegen auch nicht nötig haben, sich wirklich zu informieren. Um hierzu einen Chart einzustreuen: Das sind z.B. Diejenigen, die trotz der Warnungen vieler Fachleute, dass die Bewertung der Aktie hanebüchen hoch ist, zu irrwitzigen Kursen bei Aktien wie Beyond Meat eingestiegen sind. Die einem dann mitteilten, wie dämlich man doch sei, mit Zahlen herum zu hampeln, die keiner wissen will und deswegen die Aktie nicht gekauft zu haben, mit der sie soeben 20, 30, 40 Prozent „verdient haben“. Und die jetzt, siehe der Chart von Beyond Meat, diesem im Frühjahr an die Börse gegangenen US-Fleischersatz-Hersteller, auf einmal ganz leise sind.

Börse aktuell: Ach wie gut, dass niemand weiß … oder – Entwicklung Beyond Meat Aktie von Mai 2019 bis November 2019 | Online Broker LYNX

Das Beispiel des Hypes bei dieser Aktie und des Platzens dieser Blase ist absolut auf die Risiken und Verhaltensweisen am Gesamtmarkt übertragbar. Mit dem Unterschied, dass die „Phase II“ solcher Verhaltensweisen, die Zeit der langen Gesichter, am Gesamtmarkt an der Börse aktuell noch nicht begonnen hat. Den Grund für die „Phase II“, den haben wir jedoch jetzt schon auf dem Teller: Entweder fahrlässige oder grob fahrlässige Unwissenheit.

Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß …

Wobei man in der Regel einfache Fahrlässigkeit bei den späteren Leidtragenden, sprich den Anlegern, unterstellen darf, aber grobe Fahrlässigkeit bzw. sogar Vorsatz dort, wo man dafür sorgt, dass sich die Sparer sicher fühlen. Denn eines darf man nicht vergessen:

Die Berichterstattung bzw. die Analysen sind meist tendenziös … und natürlich in bullische Richtung. Das schale Argument dafür: Die Anleger „wollen“ positive Nachrichten. Mag sein. Aber vor allem wollen die Anleger ihr Geld nicht verlieren. Es wäre Aufgabe der Medien, dem Rechnung zu tragen. Aber wie gesagt: Nicht wenige in der Finanzindustrie und in deren Schlepptau auch viele Medien, für die die Finanzbranche ein wichtiger Werbekunde ist, sind nicht daran interessiert, dass weniger investiert wird. Je mehr Anleger kaufen, je mehr neue Anleger hinzukommen, desto besser. Und das erreicht man nicht mit negativen Nachrichten. Ein Beispiel:

Der Chef der regionalen US-Notenbank von Dallas erklärte am Dienstag, dass das laufende vierte Quartal mit Blick auf das Wachstum schwach werde und er im kommenden Jahr mit einem Wachstum um zwei Prozent rechne. Ich las dazu in einem Bericht, dass er mit „einer starken Entwicklung im nächsten Jahr rechnet“. Wie belieben? Davon abgesehen, dass dieser „Bericht“ keinen Ton von den zwei Prozent erwähnte, wären diese zwei Prozent nicht stark, sondern mager. Zwischen 1945 und 2019 lag das Wachstum des US-Bruttoinlandsprodukts im Durchschnitt bei drei Prozent. Aber „starkes Wachstum“ klingt eben gut. Also werden die Aussagen entsprechend „aufgehübscht“.

Und so funktioniert es meistens. Wenn der Anleger die tatsächlichen Daten und Zusammenhänge gar nicht zu sehen bekommt, wie soll er da unruhig werden? Es ist doch alles „great“ an der Oberfläche. Und wenn „great“ genau das ist, was ich hören will, schaue ich dann noch unter den Teppich, ob wirklich alles passt? Natürlich nicht.

Die Mehrheit ist nicht imstande, volkswirtschaftliche Zusammenhänge zu analysieren. Die Mehrheit kommt ja nicht einmal an die nötigen Daten oder müsste sich zumindest ein wenig bemühen, sie zu finden. Die einen glauben daher denen, von denen sie glauben, dass ihr Geld bei ihnen in guten Händen ist (was man immer gerne glaubt, solange die Kurse steigen). Die anderen glauben, all das eh nicht wissen zu müssen, weil sie, ahnungslos wie sonst was, denken, sie hätten ein Händchen für Aktien und alles im Griff, nur, weil es bislang gutgegangen ist. Und ein großer Teil der Finanzindustrie ist nicht daran interessiert, die Anleger aus ihrer Passivität und/oder Unwissenheit heraus zu führen.

Beispiel: Der Trick mit den „billigen Aktien“

Aber dass die Finanzbranche im Zweifel aus Eigeninteresse optimistisch ist, ist an der Börse aktuell indes nicht das eigentliche Risiko. Das wissen durchaus viele, zumal es ja auch nachvollziehbar ist. Aber diesmal kommt noch etwas hinzu, das zumindest nicht wenige US-Anleger davon abhält, Warnsignale wie z.B. dem Umstand, dass die Dow Jones-Aktien ziemlich teuer bewertet sind, zur Kenntnis zu nehmen: Es wird ihnen noch von höchster Stelle, sprich vom US-Präsidenten, permanent bestätigt, dass diese Hausse a) völlig berechtigt ist und b) weitergehen wird! Sehen wir uns dieses Beispiel mit dem scheinbar „billigen“ Dow Jones mal an:

Börse aktuell: Ach wie gut, dass niemand weiß … oder – Entwicklung Kurs Gewinn-Verhältnis Dow Jones von August 2011 bis November 2019 | Online Broker LYNX

Dieser Chart zeigt die Entwicklung des Kurs/Gewinn-Verhältnisses (KGV) des US-Flaggschiffs Dow Jones seit 2011. Derzeit wird allgemein behauptet, dass US-Aktien an der Börse aktuell wirklich „billig“ seien. Gut, wer schon ein paar Jahre dabei ist weiß: Aktien sind, wenn man den Dauerwerbesprüchen glauben wollte, immer billig. Das hört man nach einer Baisse ebenso wie kurz vor einem langfristigen Hoch. Aber es geht ja nicht darum, die Erfahrenen zu überzeugen. Es geht darum, die Unerfahrenen bei der Stange zu halten bzw. sie zum Einstieg oder Zukauf zu verleiten. Und die merken eben nicht, dass an diesen Aussagen etwas faul ist.

Der Chart weist ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von derzeit knapp 21 für die Dow Jones-Aktien aus. Dargestellt wird der Durchschnitt der KGVs der 30 im Index gelisteten Aktien. Wenn man sich den Chart insgesamt ansieht, ist das nicht gerade billig. Immerhin lag das KGV zwischen 2011 und 2016 jahrelang im Bereich zwischen 13 und 17. Aber Sie dürfen sicher sein: Das erwähnt niemand. Der normale Anleger bekommt, wenn es um einen „billigen“ Aktienmarkt geht, Charts wie diesen nicht zu Gesicht. Im Gegenteil:

Da werden dann nicht KGVs von knapp 21 erwähnt, sondern von 16 oder 17. Wie das? Ganz einfach: Die Damen und Herren Experten, die dergleichen in den Medien verbreiten, nehmen einfach eine Anleihe in einer rosigen Zukunft und nennen das ehrfurchtgebietend „Forward PE“ … ein in die Zukunft blickendes Kurs/Gewinn-Verhältnis. Da wird dann einfach „gewusst“, dass die Gewinne der Dow Jones-Unternehmen in den kommenden zwei Jahren um jährlich 15 Prozent steigen werden und schwupp ist der Index ein Schnäppchen. Das alleine ist ein Witz. Aber er wird geglaubt. Aber das alleine reicht nicht, man überzeugt auch damit, indem man in den Medien, wenn man eine Grafik dazu liefert, einfach nur die Zeitspanne seit Anfang 2018 zeigt, so dass es wirkt, als sei das KGV unlängst ja viel höher gewesen. Was aber die Wahrheit verzerrt, denn:

Weil am 1.1.2018 die US-Steuerreform in Kraft trat, die vor allem große US-Unternehmen begünstigte, buchten fast alle Unternehmen negative Elemente in das vierte Quartal 2017, um so viel Gewinn wie möglich erst nach der Reform versteuern zu müssen. Dadurch schoss das KGV mit der Präsentation der Bilanzen des vierten Quartals 2017 im Januar/Februar 2018 in die Höhe. Und fiel ebenso rasant, als die vorgetragenen Gewinne im April/Mai 2018 ausgewiesen wurden. Hinzu kam, dass die gesparten Steuern der Steuerreform nicht, wie angeblich von der Regierung erhofft bzw. erwartet, in mehr Arbeitsplätze gesteckt wurden, sondern in Aktienrückkäufe. Viele große US-Unternehmen kauften massiv eigene Aktien zurück. Dadurch verteilte sich der Gewinn auf weniger Aktien. Selbst ein nominal gar nicht steigender Gewinn bedeutete dadurch, dass der Markt so immer billiger wirkte, weil die Berechnung des KGV auf dem Gewinn pro Aktie aufgebaut wird.

Im Grunde ist der Markt also keineswegs billig, wird aber so dargestellt. In einer Zeit, in der „alternative Fakten“ auf höchster Ebene zur Regel werden, muss man sich da nicht wundern. Wobei wir wieder bei dem Sonderfaktor sind, dass man den Eindruck haben könnte, die US-Regierung sei ein Garant für weiter steigende Kurse.

Die ewige Hausse, vom US-Präsidenten „amtlich bestätigt“

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass sich Politiker nicht zur Börse äußern sollten, weil das die Gefahr birgt, dass sie den Markt dadurch beeinflussen. Und das gilt für Präsidenten natürlich erst recht. Aber auch, wenn es ein „geschriebenes“ Gesetz wäre, einen Donald Trump interessiert das nicht. Er sagt seine Meinung. Oder besser: Er gibt das von sich, von dem man glauben soll, er sei davon überzeugt. Was seine Fans als „herrlich unkonventionell“ ansehen, ist eine klare Beeinflussung der Märkte. Wobei Trump nie vergisst, sich abzusichern, indem er immer wieder betont, dass, würde es zu einem Crash kommen, die anderen Schuld wären: die Demokraten, die Medien, die Chinesen, die EU.

Aber warum redet Trump den Aktienmarkt überhaupt hoch? Weil er genau weiß, dass sehr, sehr viele, die derzeit am Aktienmarkt herumtoben, keine Ahnung haben, was sie da eigentlich tun. Und diese Klientel, die oft nicht mal versteht, dass es da überhaupt große Risiken gibt, macht es sich eben einfach: Sie glauben denen, die scheinbar Ahnung haben und denen man vertrauen kann bzw. vertrauen will. Diese Marktteilnehmer schauen nicht auf Konjunkturdaten oder lesen seitenlange Analysen. Sie nehmen einfach den omnipräsenten Dow Jones-Index als „Barometer“. Sprich:

Erzählen ihnen diejenigen, denen man scheinbar trauen kann, dass alles gut ist und immer besser wird und der Dow Jones steigt, so ist das der Beweis, dass diese bullischen Aussagen wahr sind. Also bleibt man dabei bzw. kauft immer mehr.

Jawohl, das ist blanker Wahnsinn. Aber es funktioniert, seit Trump am Ruder steht. Und gerade weil er weiß, wie simpel viele US-Anleger ticken, weiß er auch: Solange der Aktienmarkt läuft, glauben die meisten (sogar manche seiner Gegner), dass die Wirtschaft gut läuft. Weil doch der Dow Jones steigt. Dass das eine mit dem anderen nicht zwingend zusammenhängt, gerade wegen dieses irrwitzigen Verhaltens vieler Ahnungsloser, sehen sie nicht oder wollen es nicht sehen. Und Trump weiß:

Wenn die Wirtschaft brummt, gewinnt man als amtierender Präsident fast immer die Wahl. Und solange so viele den Dow Jones als Abbild der Lage ansehen, muss er dafür sorgen, dass die Hausse es durch sein verbales „Anschieben“ bis zur Wahl in elf Monaten schafft! Fazit:

Willkommen in Absurdistan!

Lässt man sich all das durch den Kopf gehen, kann man nur konstatieren: Willkommen in „Absurdistan“. Das alles kann eigentlich nicht sein, ist aber doch so:

Würden mehr Anleger als nur eine kleine Gruppe erkennen, wie groß die Risiken an der Börse aktuell sind, wäre diese Super-Hausse wohl längst Vergangenheit. Aber die einen haben keine Ahnung von der Materie und glauben einfach denen, die ihnen erzählen, was sie hören wollen. Die anderen glauben, dass sie ohnehin keinen Rat brauchen und genial geboren wurden, weil es bislang immer unter dem Strich nach oben ging. Und mit dem Nonstop-Getrommel des US-Präsidenten, der ja von vielen als genialer Geschäftsmann angesehen wird, hat man dann auch noch das Gefühl, dass, solange der „Chef“ sagt, dass alles passt, nichts passieren kann.

Ach wie gut, dass niemand weiß, dass das Eis so dünn ist … das dürften alle konstatieren, die zwar um die Gefahr wissen, dieses Wissen aber nicht weitergeben oder rosa einfärben. Die Realität kommt in diesem Reigen aus „Weismachen“ und „glauben wollen“ schlicht nicht vor.

Das geht am Ende schief, klar. Aber: Lügen haben derzeit lange Beine. Das kann morgen schiefgehen oder in einer Woche. Aber auch erst in einem Jahr, wenn die US-Wahl vorbei ist, oder gar noch später. Da wir uns seit Jahren und immer massiver in einem Umfeld ohne Bodenhaftung bewegen, warum sollte nicht vorerst weiter funktionieren, was nicht funktionieren dürfte und trotzdem seit Jahren klappt? Eben.

Es ist entscheidend, die Gefahr zu kennen, das ist unstrittig. Denn wer weiß, dass er auf einem Pulverfass tanzt, ist entsprechend vorsichtig, wo andere immer leichtsinniger werden. Aber wer heute erkennt, dass dieses Pulverfass existiert, muss realisieren, dass es auch schon vor einem Jahr und vor zwei Jahren da war. Ohne entsprechende Signale in den Kursen selbst auf Verdacht auf Baisse zu setzen, kann daher bedeuten, von der Herde der Ahnungslosen einfach überrannt zu werden. So geht’s halt zu in Absurdistan!

Mit den besten Wünschen für eine erfolgreiche Börsenwoche

Ihr

Ronald Gehrt

* Chartquelle marketmaker pp4

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