Das Highlight der neuen Börsenwoche wird am Mittwoch um 20:00 Uhr der Fed-Zinsentscheid sein. Vor allem die Fed-Pressekonferenz wird mit Spannung zu erwarten sein. Außerdem werden die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland und die Eurozone für den September und die US-Industrieproduktion für den August erwartet. Von der Unternehmensseite liegen nur wenige Quartalsberichte vor, darunter von Adobe Systems, FedEx, General Mills oder Darden Restaurants. Als Aktie der Woche wird der Dow Jones-Konzern Caterpillar präsentiert.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die US-Börsen sind schon vor Wochen aufgewacht, doch so recht will die Facebook Aktie noch nicht durchstarten. Es sind leicht positive Tendenzen erkennbar, aber der so wichtige Sprung über den Widerstand knapp oberhalb der Marke von 191 USD wollte bislang nicht gelingen. Genau hier wird sich auch der weitere Weg der Facebook Aktie entscheiden, denn die Kurse bereiten sich gerade auf eine stärkere Bewegung vor. Momentan haben die Bullen leicht die Oberhand, aber dies kann sich schnell wieder ändern. Seit Tagen konsolidiert die Aktie zwischen der Zone von rund 184 und 191 USD und ein Ausbruch dürfte wohl viel frischen Wind in die entsprechende Richtung liefern.

Expertenmeinung: Vorerst belassen wir unsere Aussicht auf der neutralen Seite. Sollten die Kurse jedoch unter den eingezeichneten Support brechen, wären die Bären wieder am Zug. In Folge wäre ein Test des Pivot-Tiefs von Ende August bei USD 176.66 nicht mehr ganz ausgeschlossen. Übernehmen hingegen die Bullen das Zepter, wäre das Hoch von Juli bei 208.66 USD in Reichweite der Aktie. Der nächste Impuls dürfte stark ausfallen und Anleger können sowohl auf der einen als auch auf der anderen Seite profitieren. Derzeit ist noch etwas Geduld gefragt.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 13.09.2019 mit Kurs: 187.19 Kürzel: FB | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

 

Diesmal hat es gedauert, bis sich eine Meinung durchgesetzt hat, nachdem Apple am vergangenen Dienstag wieder einmal seinen großen Event zur Vorstellung neuer Produkte zelebriert hat. Sofern wirklich mittlerweile eine einigermaßen einheitliche Meinung dazu herrscht, ob der Weg, den das „Kult“-Unternehmen geht, für neue Hochs in der Aktie taugen würde. Denn Apple ist im Wandel. Das Problem dabei: Erstens ist das nicht freiwillig passiert, zweitens muss sich erst erweisen, ob der Richtungswechsel funktioniert.

Vor ein paar Jahren wäre das unvorstellbar gewesen: Apple stellt ein neues iPhone vor und kaum jemanden interessiert es. Der an diesem Abend am häufigsten zu lesende Kommentar war: Es ist hässlich. Und es hat herzlich wenig Neues zu bieten. Aber das ist ein Faktor, der nicht nur Apple betreffen wird. Die großen Innovationen bei den Smartphones sind Vergangenheit. Und damit wird die Chance, die Kunden zu einem steten, häufigen Wechsel zu neuen Modellen zu überreden, geringer. Es ist daher grundsätzlich sinnvoll, dass sich Apple beeilt, neue Geschäftsfelder zu erschließen, solange die iPhone-Verkäufe nur etwas zurückgehen und nicht dramatisch. Aber so etwas geht eben nicht im Handumdrehen. Und damit haben die Marktteilnehmer ein Problem.

Expertenmeinung: Apple stellte bei seiner Präsentation die Abo-Dienste Apple TV Plus für Filme und Apple Arcade für Spiele vor. Bei beiden Abonnements tritt Apple mit einem Kampfpreis von 4,99 US-Dollar pro Monat an. Und wer ein neues Endgerät kauft, bekommt das TV Plus-Abo für ein Jahr gratis dazu. Mit diesem Preis kann Apple keinen Gewinn machen, es geht darum, einen Fuß in die Tür der Streaming-Anbieter zu bekommen.

Man will so schnell wie möglich Marktanteile von der Konkurrenz abgreifen, von Netflix, Disney und Amazon Prime. Das ist für die Apple-Investoren Neuland, das ist eine Strategie, die man von amazon.com kannte. Aber Apple muss sich anpassen, es wird höchste Zeit. Dass das für seine saftigen Preise bekannte Unternehmen kommendes Jahr ein Smartphone in der billigeren Kategorie anbieten will, sagt alles: Die bisherige Strategie ist an ihre Grenzen gestoßen.

Für die Anleger ist die Frage, ob und wann sich die neue Ausrichtung in Richtung Services in neue Gewinndynamik verwandeln wird. Am Tag der Präsentation rührte sich die Aktie kaum. Am Folgetag, dem Mittwoch, schoss sie auf einmal davon, weil ein Analyst betonte, dass diese Strategie den Nebeneffekt haben könnte, dass Apple weiterhin hohe Preise für Endgeräte verlangen könnte, weil die potenziellen Käufer durch das „Giveaway“ in Form des einjährigen TV Plus-Abos das Gefühl haben, einen großen Mehrwert zu erhalten. Am Freitag jedoch sackte die Aktie wieder durch und gab die vorherigen Gewinn fast komplett wieder ab, nachdem Goldman Sachs das Kursziel der Aktie wegen dieser neuen Strategie deutlich auf 165 US-Dollar senkte … deutlich unter das aktuelle Niveau. Und jetzt?

Es deutet sich an, dass noch immer keine klare Meinung herrscht, wie man ab sofort mit Apple umgehen sollte. Daher würde es sich anbieten, stur auf Basis der charttechnischen Ankerpunkte zu agieren. Gelingt der Aktie ein klarer Ausbruch über das bisherige Rekordhoch von 233,47 US-Dollar, kann das die Zuversicht neu beleben: Anleger, die sehen, dass die Aktie steigt, lassen sich oft vom Kursverhalten in ihrer Beurteilung leiten. Sollte Apple jedoch unter die zwischen 190 und 207 US-Dollar gelegene, breite Unterstützungszone fallen und damit den zu Jahresbeginn etablierten Aufwärtstrend brechen, wäre klar, dass zu viele angesichts der neuen Strategie abwinken … und dann kann es durchaus sein, dass Goldman Sachs mit seinem Kursziel Recht bekommt.

Chart vom 13.09.2019, Kurs 218,75 US-Dollar, Kürzel AAPL | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

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Normalerweise müsste es funktionieren, schließlich haut die Sache meistens hin. Immer dann, wenn eine US-Notenbankentscheidung und ein dreifacher Hexensabbat in brisanter zeitlicher Nähe zueinander liegen, reiben sich die Bullen schon mal die Hände. Das geht seit vielen Jahren so. Und man fragt sich, wieso das so ist.

Die „Fed“ tagt alle sechs Wochen, aber ein großer Verfalltermin, die Abrechnung von Optionen und Futures, steht nur einmal im Quartal an, am dritten Freitag des dritten Monats eines Quartals. Und ein Quartal hat 13 Wochen. Irgendwann müsste man also mal aus dem Takt kommen. Eigentlich. Aber irgendwie funktioniert es eben doch immer, dass die US-Notenbank am Mittwochabend ihre Entscheidungen präsentiert und am Freitag die Derivate abgerechnet werden. Und meistens steigen dann die Kurse bis zum Ende dieser Abrechnung.

Dabei muss das, was die US-Notenbank tut oder nicht tut, keineswegs wirklich positiv sein. Aber unmittelbar nach einer Notenbanksitzung explodiert die Volatilität, weil dann alle kurzfristigen Trader weltweit loslegen wie die Feuerwehr und um die kurzfristige Tendenz ringen. Wenn die Grundtendenz des Aktienmarkts nach oben weist, ist das Ziel der meisten großen Akteure am Terminmarkt gemeinhin, die Optionen und Futures am höchstmöglichen Level der Kurse in die Abrechnung zu bringen.

Was heißt: Sie gewinnen in der Regel dieses Hauen und Stechen am Mittwochabend davor. Und dann ist die Zeit bis zur Abrechnung am Freitag für all diejenigen, die versucht haben, dagegen zu halten, zu knapp, um etwas dagegen zu setzen. Liegt also eine bullische Woche vor uns?

Auf jeden Fall scheint der Plan genau dieses Szenario vorzubereiten. Der marktbreite S&P 500 ist im Verlauf der vergangenen Woche in unmittelbare Nähe des bisherigen Rekordhochs bei 3.028 Punkten gelaufen. In freudiger Erwartung der nächsten Leitzinssenkung setzen die Bullen darauf, dass der Druck bis zur Entscheidung am Mittwoch nicht nennenswert größer wird. So soll es gelingen, den Index, idealerweise sogar kurz vor der Fed-Entscheidung am Mittwoch um 20 Uhr unserer Zeit, über diese letzte charttechnische Hürde zu heben, um dann nach der Zinssenkung bis zur Abrechnung der letzten Optionen zum Handelsende des Freitags weit in „uncharted territory“, auf neue Rekordlevels, zu laufen. Soweit der Plan.

Chart auf Monatsbasis vom 13.09.2019, Kurs 3.007,39 Punkte, Kürzel SPX | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

Sollte er aufgehen, wäre das ein wichtiger Befreiungsschlag. Nicht allein, weil dann neue Bestmarken zu Buche stünden. Sie sehen im ganz langfristigen Chart auf Monatsbasis, dass der S&P 500 zuletzt an der Hausse-Begrenzungslinie hängen geblieben war, die sich aus den vormaligen Rekordhochs von Anfang 2018 und Herbst 2018 ableitet. Zugleich ist dem Markt ein wenig die Dynamik abhandengekommen, wie die negative Divergenz des RSI auf Monatsbasis deutlich macht.

Ein Ausbruch wäre also ein Signal, das die Bullen unbedingt brauchen. Aber er ist angesichts dieser Hürden eben auch kein Selbstläufer. Wenn das bärische Lager einen idealen Punkt hätte, um zurückzuschlagen, dann dort, im Bereich des bisherigen Rekordhochs von 3.028 Punkten. Und das wäre ebenso ein Punkt für diejenigen, aktiv zu werden, die „nur“ Gewinnmitnahmen planen.

In der Hitze eines Notenbank-Tages kann es dabei gut sein, dass der S&P 500 das alte Hoch erst einmal überwindet, vielleicht auch darüber schließt. Aber erst, wenn der Index diese gesamte Woche über 3.028 Punkten beendet, ist dieser so typische und offensichtliche Plan der Bullen wirklich aufgegangen!

Chart auf Tagesbasis vom 13.09.2019, Kurs 3.007,39 Punkte, Kürzel SPX | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

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Die Aktie des Finanzdienstleisters und Plattformbetreibers Hypoport hat im laufenden Jahr eine atemberaubende Karriere hingelegt: Von 138 Euro Ende Dezember bis auf ein Rekordhoch von 261,50 Euro Ende August, das ist eine beeindruckende Entwicklung. Doch derzeit erwarten weder die Analysten noch das Unternehmen selbst, dass die Gewinne im laufenden Jahr vergleichbar durch die Decke gehen. Um die 20 Prozent mehr Gewinn, aber ein Aktienkurs, der so äußerst viel mehr gestiegen ist, das macht die Aktie eben erst einmal vor allem teurer.

Momentan würde sich für 2019 auf Basis der Konsens-Schätzungen der Schätzungen der Analysten ein Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp über 50 ergeben. Das ist auch einigen Experten zu viel, die Einschätzungen liegen gleichmäßig verteilt zwischen „Kaufen“, „Halten“ und „Verkaufen“. Keine allzu gute Bewertung. Und dass die Marktteilnehmer ebenfalls immer mehr geteilter Meinung sind, manifestiert sich in einer deutlich zunehmenden Volatilität im Bereich des bisherigen Rekordhochs.

Expertenmeinung: Schon seit knapp drei Monaten sind Schwankungen von zehn Prozent binnen weniger Tage keine Seltenheit. Und seit Anfang Juli wird die Aktie immer wieder in der Region um 260 Euro umgehend nach unten abgewiesen. Das war in der vergangenen Woche bereits zum vierten Mal der Fall. Da stellt sich natürlich, nicht zuletzt mit Querblick auf die verhaltenen Analysten, die Frage, ob sich genug Käufer für einen fünften Anlauf finden, bei einem KGV, das jetzt schon über 50 liegt.

Der Weg durch die entscheidende Unterstützungszone, deren Bruch dieser Super-Hausse ein Ende setzen würde, war per Freitagabend nicht allzu viel weiter als der auf neue Rekordhochs. Zwischen der 200-Tage-Line bei 199 Euro und der Ende Dezember etablierten Aufwärtstrendlinie bei 217 Euro liegen die mittelfristig entscheidenden Supportlinien. Bei dieser Volatilität kann die Aktie da schnell durchrutschen … und den Bären wäre zweifellos klar: „Billig“ wäre die Aktie seitens des KGV selbst dann nicht. Da dieser Abstieg der Aktie in den vergangenen Tagen auch noch gegen einen steigenden Gesamtmarkt ablief, ist es in der Tat so: Hier wird es langsam brenzlig für die Bullen!

Chart vom 13.09.2019, Kurs 237,00 Euro, Kürzel HYQ | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Welt der Kryptowährungen erhitzt nach wie vor die Gemüter. Der Branchenprimus Bitcoin kann sich nach wie vor behaupten und konnte seit April an Wert zulegen. Fans der Digitalwährung gehen von neuen Höchstständen aus, während vehemente Gegner weiterhin einen Untergang prophezeien. Wir wollen uns weder auf die ein noch auf die andere Seite schlagen und bewerten die Kursbewegung und das aktuelle Käuferverhalten wie immer neutral.

Im Zeitraum von November bis April dieses Jahres pendelte sich der Kurs der Bitcoins im Bereich von 4.000 USD ein, bis es in Folge zu einem fulminanten Breakout kam. Der hier betrachtete führende ETF der Branche mit dem Namen „Grayscale Bitcoin Trust“ spiegelt die Bewegung der Futuremärkte nahezu parallel wider. Auch hier war die enorme Kursexplosion nach dem Ausbruch deutlich zu sehen. Seit einigen Wochen ist wieder etwas Ruhe in den Sektor gekehrt und derzeit bildet sich ein abfallendes Dreieck.

Expertenmeinung: Hier scheint sich was zusammenzubrauen, denn ein Ausbruch aus der Formation dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer starken Bewegung führen. Bei einem Breakout aus dem Dreieck nach oben, wären wohl weitere Kursanstiege im hohen zweistelligen Bereich zu erwarten. Wird hingegen der Boden verletzt, dies wäre bei den Bitcoins die Marke bei 9.000 USD, könnte der jüngste Anstieg wieder in Frage gestellt werden. Derzeit gehen wir eher von einer Weiterführung der Rallye aus.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 12.09.2019 mit Kurs: 12.68 Kürzel: GBTC | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

Wir hatten Anfang des Jahres darauf hingewiesen, dass die Prognose des Wafer-Herstellers Siltronic verdächtig ambitioniert daherkam. Denn die im Zuge des Nachfragebooms nach Wafern seitens der Chipindustrie nach oben geschnellten Wafer-Preise hatten Siltronic zwar eine zeitweise atemberaubende Gewinnmarge von 40 Prozent beschert. Aber dass man die würde halten können, wie es Siltronic kommunizierte, erschien mehr als fraglich.

Selbst wenn die Halbleiterindustrie nicht einbrechen würde: Die konkurrierenden Hersteller hatten ihre Kapazitäten ausgebaut, es war zu fürchten, dass das Angebot zunehmen und die Preise drücken würde. Und so kam es auch. Zuletzt lag die Perspektive der operativen Gewinnmarge noch bei 30 bis 35 Prozent. Warum sollte sich das ändern? Ende Juli wurde deutlich, wie heftig die Kombination aus Umsatz- und Margenrückgang wirkt. Der Gewinn, gerechnet als EBITDA, fiel im zweiten Quartal von 146 Millionen im Vorjahr auf 100 Millionen. Und noch war von Siltronic nicht zu hören, dass das bald endende dritte Quartal besser gelaufen wäre. Trotzdem stieg die Aktie zuletzt. Und das auch noch rasant – warum?

Weil Siltronic zu den zyklischsten und damit volatilsten Aktien am deutschen Markt gehört. Damit wird sie zum Spielball kurzfristiger Trader, die von der hohen Volatilität der Aktie angezogen werden wie die Motten vom Licht. Binnen zwei Wochen war der Kurs um 25 Prozent nach oben geschnellt. Prozentual äußerst, vor allem, weil es keine neuen Nachrichten gab. Aber der Chart zeigt: Für eine Aktie wie Siltronic sind solche Impulse schon fast normal. Und sie erwiesen sich in den vergangenen Monaten immer wieder als kurzlebig, egal in welche Richtung es ging. Wird das diesmal anders?

Expertenmeinung: Das wäre dann denkbar, wenn es dem bullischen Lager gelänge, die Aktie über die durch die 200-Tage-Linie verstärkte Widerstandszone 74,25/75,92 Euro zu heben. Aber dass das so einfach nicht wird, belegte der Donnerstag. Siltronic vollzog knapp unter dieser Widerstandszone einen Intraday-Turnaround nach unten. Und das bei klar überkauften markttechnischen Indikatoren, die Trader mit Long-Positionen zum Ausstieg animieren könnten. Gut möglich also, dass die Reise jetzt ebenso dynamisch wieder in die Gegenrichtung geht. Denn solange sich an der düsteren Konsens-Prognose der Analysten, die für das laufende Jahr mit einem Gewinn pro Aktie von nur noch 7,40 Euro nach 12,60 Euro im Vorjahr rechnen, nichts ändert, ist der Weg nach oben steinig.

Was auch dann gälte, wenn der Break über diese Zone 74,25/75,92 Euro gelingen sollte. Die Aktie könnte dann zwar bis zur nächsten markanten Hürde bei 93,75 Euro vordringen, aber auch jederzeit auf diesem Weg wieder abdrehen. Anders wäre es, wenn sich Siltronics Perspektive klar aufhellen würde. Aber dazu müsste es zu einer deutlichen und glaubwürdigen Verbesserung der Lage beim Hauptproblem der Weltwirtschaft kommen: beim Handelskrieg der USA mit China. Und das nicht nur in den Köpfen der Trader, sondern faktisch am Verhandlungstisch. Was bislang ein frommer Wunsch bleibt.

Chart vom 12.09.2019, Kurs 69,58 Euro, Kürzel WAF | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

Wenn man sich nur den Tageschart des Goldpreises ansieht, könnte man zu dem Schluss gelangen, dass das Edelmetall anzog, als der europäische Aktienmarkt nach anfänglich sehr kräftigen Kursgewinnen als Reaktion auf die EZB-Entscheidung wieder nachgab und die DAX & Co.. Und dann hätten sich die Gewinne wieder in Luft aufgelöst, als die US-Börsen den Donnerstag mit starken Gewinnen und, was S&P 500 und Nasdaq 100 anging, nahe der bisherigen Rekordhochs beendete. Das wäre in der Tat ein schlüssiges Szenario gewesen. Nur war es nicht so.

Gold zog nämlich mit der Bekanntgabe der EZB-Maßnahmen um 13:45 Uhr an und hielt bis kurz vor 15 Uhr beeindruckende Gewinne, während die europäischen Aktien parallel dazu zulegten. Dann fiel Gold zusammen mit DAX, Euro Stoxx etc. zurück, als den Bullen dort kurzfristig die Luft ausging. Gold lief also nicht gegen, sondern mit dem Aktienmarkt. Erst, als gegen 16 Uhr das Gerücht aufkam, Donald Trump werde mit China eine Art „Interims-Deal“ mit einer gegenseitigen Reduzierung der Zölle vereinbaren, um die Chancen für eine Einigung im Zuge der Verhandlungen im Oktober zu erhöhen, gaben die Gold-Bullen auf und stiegen wieder aus. Bemerkenswert, denn:

Expertenmeinung: Was wir am Donnerstag gesehen haben, war eine entschlossene Attacke entgegen der ersten Reaktionen am Aktienmarkt. Das zeigt, dass das bullische Lager noch präsent und willens ist, die Chancen auf der Oberseite aufrechtzuerhalten. Aber damit ist man eben vorerst gescheitert. Heißt das, dass der Weg nach unten jetzt doch frei ist?

Der Chart zeigt, dass die Bären jetzt zumindest ihre Chance hätten. Denn so ist Gold am nächstgelegenen Widerstand in Form der bei derzeit 1.517 US-Dollar verlaufenden 20-Tage-Linie abgewiesen worden und wieder auf die Kreuzunterstützung aus der oberen Begrenzung der aus dem Juli stammenden Flaggenformation und der April-Aufwärtstrendlinie zurück gefallen.

Ein schwacher Tag würde jetzt reichen, um den Kurs durch diese bei 1.480/1.483 US-Dollar liegende Zone zu drücken und damit aus charttechnischer Sicht den Weg bis knapp 1.420 US-Dollar freizugeben. Wobei die Short-Trader dann natürlich unmittelbar die weit wichtigere Zone aus Februar-Hoch und 200-Tage-Linie im Auge haben würden. Sind die Bullen also geschlagen?

Noch nicht, aber es wird eng. Das wird davon abhängen, ob die wichtigsten Aktienindizes weiter zulegen oder nicht. Mit den Hoffnungen auf die US-Notenbanksitzung am Mittwoch und der potenziellen Sogwirkung des großen Abrechnungstermins an der Terminbörse am kommenden Freitag im Rücken ist die Chance da, dass die Aktien noch einmal eine Schippe drauflegen.

Das könnte genug sein, um die Käuferseite bei Gold so zu dezimieren, dass die Bären den Kurs unter 1.480 US-Dollar drücken können. Anders wäre das Bild, wenn das bullische Lager umgehend einen erneuten Anlauf unternehmen und es dann schaffen würde, einen Schlusskurs oberhalb der 20-Tage-Linie bei 1.517 US-Dollar durchzusetzen. Aber solange das nicht gelungen ist, hätten die Bären jetzt erst einmal ihren Matchball!

Chart vom 12.09.2019, Kurs 1.498,12 US-Dollar, Kürzel XAUUSD | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

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Als im Sommer klar wurde, dass die EZB handeln muss und dies in den Aussagen der Verantwortlichen auch immer deutlicher zwischen den Zeilen zu lesen war, sackten die Renditen deutscher Bundesanleihen auf neue Rekordtiefs. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen erreichte im Tief -0,72 Prozent. Und das Barometer dieser Anleihen am Terminmarkt, der Bund Future, vice versa neue Rekordhochs, denn je tiefer die Renditen sinken, desto höher steigen die Kurse der Anleihen. Bis 176,85 Prozent ging es dort Anfang des Monats nach oben. Dann setzten Gewinnmitnahmen ein.

Einige sahen umfassendere Maßnahmen der Europäischen Zentralbank als eingepreist an und nahmen das Geld vom Tisch. Nachdem der Bund Future seit Oktober 2018 in der Spitze fast 14 Prozent gelaufen war, eine für Anleihen gewaltige Distanz, was das nachvollziehbar. Damit stand die Frage im Raum, ob das, was die EZB am Donnerstag beschließen würde, erneute Käufe auslösen könnte. Der Chart zeigt, wie der Markt diese Frage beantwortete:

Anfangs ja, doch dann drehte das Anleihebarometer scharf nach unten ab und schloss im Minus. Ein Intraday-Turnaround mit einer Handelsspanne zwischen Hoch und Tief, die deutlich größer war als alles, was der Bund Future bislang in diesem Jahr gezeigt hatte. War es das für die Bullen? Wurde dadurch unterstrichen, dass der Weg nach oben vorerst zugestellt ist?

Was langfristig passiert, ist nicht absehbar, immerhin sind die Parameter wie Konjunkturperspektiven, Inflationsentwicklung und die sich wandelnden Einschätzungen der Notenbank nicht in einer Glaskugel vorhersehbar. Aber mittelfristig ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Bund Future seit Hoch im September gesehen hat, recht hoch. Was zu einem erneuten Rallyeimpuls hätte führen können, wäre eine dramatischere Darstellung der Lage durch die EZB gewesen und Hinweise, dass der Senkung des Einlagesatzes weitere Senkungen folgen und das Volumen der Stützungskäufe am Anleihemarkt, die ab November wieder aufgenommen werden, nötigenfalls deutlich steigen kann. Das blieb aus, die Käufe mit.

Chart auf Wochenbasis vom 12.09.2019, Kurs 173,36 Prozent, Kürzel GBL | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

Ein echtes, bärisches Signal wäre zwar erst gegeben, wenn dem Intraday-Turnaround zügig weitere Abgaben folgen, die den Kurs durch die Unterstützungen bei 172,10, 171,31 und 170,20 Prozent drücken und so den mittelfristigen Aufwärtstrend brechen. Aber viele Investoren fürchten, dass die EZB, die wie immer und bislang vergebens darauf verwies, dass auch die Politik aktiv werden müsse, mehr aus Verzweiflung als aus Überzeugung handelte. Und angesichts der breiten Kritik, dass man die Lage so nur verschlimmert, kann es gut sein, dass man jetzt sogar daraufsetzt, dass weitere Maßnahmen ganz ausbleiben.

Hinzu kommt, wie im Chart auf Wochenbasis zu sehen, dass die Abgaben dieser Woche einer größeren roten Kerze aus der Vorwoche folgen. Und die wiederum komplettierte eine potenzielle Abwärtstrendwende-Formation in Form eines „Abendsterns“. Der zwar zwei Dojis in der Mitte hat, aber solche Varianten sind durchaus nicht selten und schmälern die Aussage der Formation nicht, die, wenn die laufende Wochenkerze rot bleibt (was, da nur noch der heutige Handel übrigbleibt, zu vermuten ist), durch die laufende, schwache Woche bestätigt wird. Gegen diesen gestrigen Intraday-Turnaround auf der Long-Seite anzugehen, dürfte daher keine gute Idee sein: Die Bären sind dabei, das Ruder zu übernehmen.

Chart auf Tagesbasis vom 12.09.2019, Kurs 173,36 Prozent, Kürzel GBL | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

Wir beobachten für Sie regelmäßig die interessantesten Aktien am Markt. Die Besten stellen wir Ihnen jeden Morgen kostenfrei im LYNX Börsenblick vor.
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Goldaktien bleiben weiterhin gefragt, denn der Sektor gehörte in den letzten Monaten zu den Top-Performern an der Wall Street. Auch die Aktie Newmont Mining profitierte von der positiven Stimmung und blickt auf einen Kursanstieg seit Mai in der Höhe von immerhin +30 Prozent zurück. Nach wie vor ist ein intakter Aufwärtstrend vorhanden. Das zuletzt entscheidende Pivot-Tief hat sich bei 35.65 USD gebildet, welches es jetzt zu verteidigen gilt. Die jüngst ausgelöste Zwischenkorrektur im Goldpreis hat einige Anleger dazu veranlasst Gewinne mitzunehmen. Gerade wird der mittelfristige Trendindikator, der 50-Tage-Durchschnitt getestet. Dies war zuletzt Anfang August der Fall. Die Bullen nutzten zum damaligen Zeitpunkt die Schwäche schnell aus, um die Rallye weiter voranzutreiben.

Expertenmeinung: Im gestrigen Handel sind die Kurse erstmals wieder über das Hoch des Vortages gelaufen und konnten darüber schließen. Somit bildete sich ein kleines Kaufsignal. Ob dies von Dauer sein wird, ist leicht abzusehen, denn das Tief bei 37.55 USD darf jetzt nicht mehr verletzt werden. Sollte dies der Fall sein, müssen Marktteilnehmer noch mit günstigeren Kursen rechnen. Hierbei wäre sogar ein Test des Pivot-Tiefs von Anfang August in Betracht zu ziehen. Vorläufig stehen die Ampeln noch auf Grün und die Bullen wirken stabil.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 11.09.2019 mit Kurs: 38.72 Kürzel: NEM | Online Broker Aktienempfehlungen

 

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