MSCI Europe ETF Vergleich – Die besten ETFs auf den MSCI Europe Index 2019

Dass die Aktie die lukrativste Form des Investierens ist, ist den meisten Sparern zwar bewusst. Aber viele lassen sich davon abschrecken, dass es Tausende verschiedener, börsennotierter Unternehmen in Europa, Zigtausende weltweit gibt. Wer wollte da abschätzen, welches die richtigen Aktien sind? Und wann man sie kaufen oder verkaufen sollte? Es wirkt, als müsste man Hellseher und ausgewiesener Fachmann zugleich sein, um am Aktienmarkt erfolgreich zu sein. Aber das muss man nicht, wenn man die richtigen Instrumente nutzt. In den MSCI Europe Index mit einem ETF zu investieren, ist da eine ideale Möglichkeit. 

MSCI Europe Index: Das Wichtigste kurz zusammengefasst

  • Der MSCI Europe Index ist ein Aktienindex, der die derzeit 443 größten Aktien aus den 15 wirtschaftlich wichtigsten europäischen Ländern unter einem Dach zusammenfasst. Damit erfasst der Index die Aktien, in die etwa 85 Prozent des am europäischen Aktienmarkt aktiven Kapitals investiert sind.
  • Der MSCI Europe Index bildet die Entwicklung des europäischen Aktienmarkts perfekt ab und gleicht dabei kurzzeitige starke Schwankungen in einzelnen Märkten aus.
  • Der MSCI Europe Index erfüllt damit eine der Grundregeln, die Anleger beim Aufbau eines Depots beherzigen sollten: eine breite Streuung der Chancen und Risiken nach Ländern und Branchen.
  • Ein idealer Weg, um in den MSCI Europe Index zu investieren sind ETFs, da diese die Performance des Index präzise nachbilden, jederzeit handelbar sind und dabei nur geringe jährliche Gebühren anfallen.

Was ist der MSCI Europe Index?

Viele Anleger haben von diesem Index noch nichts gehört, obwohl es ihn seit nunmehr 25 Jahren gibt. Das liegt vor allem an zwei Dingen. Zum einen hat der Indexbetreiber MSCI (ehem. Morgan Stanley Capital International) viele große Indizes mit Hunderten, ja Tausenden Subindizes herausgebracht, so dass man sich in dieser Fülle leicht verliert. Zum anderen ist der Euro Stoxx 50 Index sehr bekannt. Und man neigt leicht zu dem Schluss, dass es egal wäre, ob man nun in den einen oder den anderen investiert. Aber das ist es ganz und gar nicht, denn der MSCI Europe Index hat mehrere bedeutsame Vorteile. Dazu gleich mehr.

Richtig ist schon, dass MSCI Tausende von Indizes betreibt. Aber die gruppieren sich um wenige Kernindizes. Und die sind wichtig, weil sie hervorragende Vehikel sind, um sozusagen „flächendeckend“ zu investieren. Wir haben uns in mehreren Beiträgen wichtige Vertreter dieser Index-Familie angesehen. So den MSCI World Index („MSCI World ETF: Das sind die bestens ETFs auf den Weltindex 2019“.), den MSCI Emerging Markets Index („MSCI Emerging Markets ETFs 2019 – die besten Schwellenländer ETFs“) und den MSCI ACWI, den All Countries World Index („MSCI All Countries World ETF Vergleich – die besten ETFs auf den ACWI 2019“).

Der MSCI Europe Index konzentriert sich im Gegensatz zu den vorgenannten Indizes speziell auf Europa und deckt dort die wichtigsten Industrieländer ab. Das tun in der Tat andere Indizes auch, aber gegenüber dem wichtigsten, potenziellen Konkurrenten als Investment-Basis, dem Euro Stoxx 50, haben wir hier markante Unterschiede:

Europa komplett und breit gestreut: Die Vorteile des MSCI Europe Index

Während der Euro Stoxx 50 die 50 von der Marktkapitalisierung her größten börsennotierten Unternehmen der Eurozone abbildet, zieht der MSCI Europe Index keine Grenzen in Form der EU oder der Eurozone. Hier geht es schlicht um die präzise Abbildung der europäischen Wirtschaft insgesamt, egal, ob ein Land den Euro hat oder auch nur Mitglied der EU ist. So ist hier die für Aktienanleger sehr wichtige Schweiz dabei, beim Euro Stoxx 50 nicht. Und:

Der MSCI Europe Index investiert viel breiter. In ihm sind derzeit 443 Aktien enthalten, nicht nur 50 wie beim Euro Stoxx 50. Damit deckt der Index nach Angaben von MSCI momentan die Aktien ab, in denen 85 Prozent des in Europa am Aktienmarkt investierten Kapitals steckt. Das ist sehr vorteilhaft, wenn man erwägt, einen Index als Basisinvestment zu nutzen mit dem Ziel, einen Markt in seiner Gesamtheit zu erfassen und sich dadurch zeitaufwändige Recherchen, Dispositionen und Überwachung zu ersparen.

Und es rechnet sich auch momentan besser. Denn der MSCI Europe hat gegenüber dem Euro Stoxx 50 nicht nur den Vorteil einer breiteren Abdeckung des europäischen Markts, sondern auch den einer besseren Performance. Der folgende Chart zeigt, dass der MSCI Europe Index über die vergangenen zehn Jahre deutlich besser lief als der Euro Stoxx 50.

Welche Länder sind im MSCI Europe Index enthalten?

MSCI erfasst in diesem Index 15 sogenannte „Developed Markets“. Konkret sind dies:

Belgien, Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, die Schweiz und Spanien.

Sie sehen, dass der Index nicht an den Grenzen der Eurozone oder der EU Halt macht. Und das ist auch sinnvoll, denn gerade in der Schweiz finden sich viele der wichtigsten Top-Unternehmen Europas.

Die 10 wichtigsten Einzel-Aktien im MSCI Europe Index

Das sehen wir, wenn wir uns die zehn am höchsten gewichteten Aktien des MSCI Europe Index ansehen. Denn die Top 3 dieser Liste werden allesamt von Schweizer Unternehmen gestellt:

Nestlé liegt mit einer Index-Gewichtung von 3,66 Prozent auf dem Spitzenplatz. Es folgen die Aktien der Pharmariesen Roche (2,37 Prozent) und Novartis (2,1 Prozent).

Auf den Plätzen vier bis zehn folgen, in der Reihenfolge ihres Gewichts im Index, die britische Bankholding HSBC, die deutsche SAP, die britischen Konzerne BP, Astrazeneca und Royal Dutch Shell sowie der französische Ölkonzern Total und, auf Platz 10, der französische Luxusgüterkonzern Louis Vuitton Moet Hennessy (LVMH).

Was die Verteilung der Index-Gewichtung nach Ländern angeht, liegen britische Aktien mit 25,9 Prozent an der Spitze, es folgen Frankreich mit 18,18 Prozent, die Schweiz mit 14,81 Prozent und Deutschland mit 13,98 Prozent. Auch hier ist also eine breite Streuung sichergestellt, der MSCI Europe Index ist in der Tat ein tadelloses Abbild des europäischen Aktienmarkts in seiner Gesamtheit.

Welche Rolle spielt der Wechselkurs beim MSCI Europe Index?

Da der MSCI Europe Index nicht ausschließlich in der Eurozone investiert, spielt der Wechselkurs im Prinzip eine Rolle. Denn da finden sich viele Aktien, die z.B. in Pfund, Franken oder norwegischen Kronen notiert sind. Aber:

Wenn Sie sich selbst ein breites Europa-Portfolio anlegen würden, hätten Sie diese Beeinflussung des Wertes von Nicht-Euro-Aktien natürlich ebenso. Und immerhin liegen etwa 50 Prozent des im Index zusammengefassten Marktkapitals in Aktien der Eurozone. Dass es durchaus einen Unterschied macht, in welcher Währung man agiert, zeigt der folgende Beispielchart:

Sie können den Index natürlich weltweit über entsprechende Instrumente kaufen. Und dann macht es schon einen Unterschied, wo man „sitzt“, ob also die Heimatwährung der Euro ist oder nicht. Sie sehen hier den immensen Unterschied in der Performance des MSCI Europe Index auf Euro-Basis zur Entwicklung auf US-Dollar-Basis. Wer den Index als US-Anleger vor zehn Jahren kaufte, hat nur ein Drittel der Performance erzielt, die man als Euro-Anleger erreicht hat. Grund: Der Wert des Euro ist aus US-Dollar-Sicht in dieser Zeit gefallen, so dass man zwar rein nach Punkten dieselbe Performance erreicht hätte, ein Punkt im Index aber für US-Anleger durch den Abstieg des Euro sukzessiv weniger wert wurde.

Das gilt so auch für die im MSCI Euro enthaltenen Nicht-Euro-Aktien. Würde z.B. der Schweizer Franken dramatisch an Wert zum Euro verlieren, würde das den Index markant bremsen, weil die Schweizer Aktien knapp 15 Prozent im Index ausmachen. Aber wirklich extreme Wertveränderungen sind innerhalb Europas eben selten, so dass sich negative Auswirkungen des Wechselkurs-Effektes im Vergleich zum nur auf die Eurozone beschränkten Euro Stoxx 50 in Grenzen halten … das belegt ja auch die deutlich stärkere Performance des MSCI Europe Index, wie wir im obersten Chart sehen konnten.

Wie können Sie in den MSCI Europe Index investieren?

Ein idealer Weg, um sich den MSCI Europe Index ins Depot zu holen, sind die sogenannten ETFs, ausgeschrieben „Exchange Traded Funds“. Sie bilden den Index exakt nach und laufen entsprechend mit der Performance des Index hauteng mit. Hinzu kommen als Vorteile:

Die Gebühren sind im Vergleich zu den meisten Fonds äußerst niedrig und die Handelbarkeit jederzeit gewährleistet. Die ETFs, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen, sind an den größeren deutschen Börsen jederzeit problemlos handelbar. Aber es gibt bei den ETFs durchaus einige Unterschiede, auf die es zu achten gilt:

Worauf Sie bei ETFs auf den MSCI Europe Index achten sollten

Je größer das Investmentvolumen eines ETF ist, desto besser kann er einen komplexen, großen Index wie den MSCI Europe Index nachbilden. Wir haben in der folgenden Übersicht daher gezielt die derzeit vom Kapitalvolumen her größten ETFs ausgewählt.

Auch der Faktor der Gebühren ist nicht zu unterschätzen. Denn ein Investment wie dieses sollte grundsätzlich mittel- bis längerfristig ausgerichtet sein. Da spielt es schon eine Rolle, ob die jährliche Gebühr besonders günstig ist oder nicht. Noch wichtiger ist aber ein dritter Aspekt:

Wählt man besser einen ETF, der die von den im Index enthaltenen Unternehmen ausgeschütteten Dividenden auszahlt? Oder möchte man doch lieber einen „thesaurierenden“ ETF kaufen, bei dem diese Dividenden sofort reinvestiert werden?

Der Unterschied ist kurzfristig nicht groß, aber dass summiert sich über die Jahre. Denn wenn man die thesaurierende Variante wählt, Dividenden also reinvestiert werden, entsteht ein auf mehrere Jahre gesehen nicht unwesentlicher, positiver Zinseszins-Effekt.

Und gerade beim MSCI Europe Index ist das bedeutsam, denn in Europa sind die Dividendenrenditen hoch, deutlich höher als z.B. in den USA. Was das über nur fünf Jahre gerechnet an Unterschied ausmacht, zeigt Ihnen die folgende Grafik, in der wir dem Index zwei ETFs beigestellt haben. Beide ETFs sind MSCI Europe-ETFS des Anbieters iShares, nur ist der in blau gehaltene ein thesaurierender ETF. Sie sehen:

Der Unterschied ist nicht zu unterschätzen. Natürlich fließt Ihnen das Gros dieser Differenz als Ausschüttung zu, so dass Sie natürlich nicht einmal ansatzweise so viel an Gewinn einbüßen, wie es hier scheint. Aber der Zinseszins-Effekt ist eben dennoch relevant, mehr dazu finden Sie in diesem lesenswerten Beitrag: „Der Zinseszins – die magische Geldvermehrung“.

Oft hat man auch die Wahl zwischen synthetisch und physisch replizierenden ETFs. Synthetisch replizierende ETFs bilden die Basis, also hier den MSCI Europe Index, über Derivate nach. Das ist immer mit einem etwas höheren Risiko behaftet. Ein physisch replizierender ETF hingegen kauft die im Index enthaltenen Aktien tatsächlich, das ist die sicherere Variante. Unter unseren im Folgenden vorgestellten ETFs repliziert nur der Anbieter Amundi den Index synthetisch, alle anderen replizieren den Index physisch.

Die besten MSCI Europe Index ETF 2019

Wir haben Ihnen hier die aus unserer Sicht derzeit besten ETFs auf den MSCI Europe Index in einer Übersicht abgebildet. Sie sehen, dass die Performances sich kaum unterscheiden. Auch, weil die ETF-Performances hier, ob der ETF als Basiswährung den US-Dollar oder den Euro hat, in Euro errechnet sind. Aber das unterstreicht auch, dass all diese ETFs ihr Handwerk verstehen und die Replikation des Index fehlerlos umgesetzt wird.

Unsere Top 5 ETFs auf den MSCI EUROPE Index

Name des ETFISINBasiswährungFondsvolumenAusschüttung?Performance 1 Jahr
inkl. Ausschüttung
Performance 3 Jahre
inkl. Ausschüttung
jährl. Kosten
iShares Core MSCI Europe UCITS ETFIE00B1YZSC51EUR6,17 Mrd.ja/quartalsweise15.83%31.44%0.12%
Amundi MSCI Europe UCITS ETFLU1681042609EUR2,52 Mrd.thesaurierend*15.75%31.53%0.15%
Xtrackers MSCI Europe Index UCITS ETFLU0274209237USD2,5Mrd.thesaurierend*15.92%31.98%0.25%
iShares Core MSCI Europe UCITS ETFIE00B4K48X80EUR1,57 Mrd.thesaurierend*16.03%31.68%0.12%
Lyxor MSCI Europe (DR) UCITS ETFFR0010261198EUR1,48 Mrd.ja/halbjährlich15.85%31.47%0.25%
* "thesaurierend" bedeutet, dass Dividendenerträge der im MSCI Europe Index enthaltenen Aktien umgehend wieder investiert und nicht ausgeschüttet werden

Fazit: Der MSCI Europe Index ist ein Top-Investmentziel, ein ETF das ideale Instrument

Die wichtigsten Aktien des europäischen Kontinents in einem Index vereint und der wiederum mit einem Mausklick ins Depot geholt: ETFs auf den MSCI Europe Index sind als mittel- und langfristiges Fundament eines Aktiendepots in der Tat eine tadellose Option.

Was indes nicht nur für weniger erfahrene Anleger gilt, denn wer bereits etwas mehr Erfahrung hat, kann mit den jederzeit problemlos kauf- und verkaufbaren ETFs natürlich auch versuchen, die großen Aufwärtstrends des Marktes mitzunehmen, das Investment bei Abwärtsbewegungen zu reduzieren und so eine Outperformance zu erreichen.

*Charts von marketmaker pp4

Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv, aktuell ist er u.a. Chefanalyst des Börsendienstes Stock Selection Europe bei Finanzen100. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.
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