Börsenblick

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Aktienanalyse:
Leoni: Es ist alarmierend

Die Leoni AG mit Sitz in Nürnberg ist ein weltweit führender Hersteller für Drähte, Kabel, optische Fasern und Bordnetz-Systeme.

Es kam, wie es kommen musste

Ich hatte mich bereits in der Vergangenheit mehrfach negativ zu Leoni geäußert und zu einem Verkauf der Aktie geraten. Zuletzt war das bei 35 Euro der Fall.

Seitdem hat sich der Kurs mehr als halbiert.

Die Lage bei Leoni war eindeutig und dementsprechend klar hatte ich auch die Warnungen formuliert:

„Es hapert beim Gewinn“

„In Anbetracht der bisherigen Zahlen, scheint ein Erreichen der Prognose mindestens fragwürdig.“

„Die Bewertung ist oberflächlich niedrig, die realen ökonomischen Gewinne (sind es) allerdings auch.“

„Aus fundamentaler Sicht kann keine Kaufempfehlung ausgesprochen werden.“

Wie geht es weiter?

Seit Anfang 2018 hat Leoni massive Kursverluste hinnehmen müssen.

Die Autoverkäufe stagnieren und der ganze Sektor steht vor enormen Herausforderungen. Nicht nur konjunkturell, sondern auch mit Blick auf die Elektromobilität.

Die Zulieferer müssen Unsummen investieren, um in diesem Markt Fuß zu fassen. Spinnt man die Entwicklungen weiter, stellt sich mir allerdings die Frage, ob man dieses Investitionen oder auch nur die Kapitalkosten jemals wieder erwirtschaften kann.

Das hat folgenden Grund: Benziner und Dieselfahrzeuge bestehen aus mehr als 1.000 Bauteilen, doch Elektroautos bestehen aus weniger als 200.

Man muss kein Genie sein, um zu erkennen, was passieren wird. All die Zulieferer werden um eine sehr viel kleinere Zahl an Komponenten kämpfen. Das drückt die Preise und die Margen werden implodieren.

Es hat bereits begonnen

Das ist keine Zukunftsmusik, es hat bereits begonnen und lässt sich an den Zahlen ablesen.

Seit 2011 ist die operative Marge von 6,4% auf 2,8% gesunken.

Während der Umsatz von 3,70 auf 5,10 Mrd. Euro kletterte, sank das Ergebnis im selben Zeitraum von 4,99 auf 2,31 Euro je Aktie.

Der Cashflow sieht nicht besser aus. Zuletzt wurde ein operativer Cashflow von 152 Mio. Euro erwirtschaftet, es mussten aber 316 Mio. Euro investiert werden.

Real verdient das Unternehmen kein Geld mehr.

Der freie Cashflow war also negativ und passte nicht zum gemeldeten Gewinn. Das ist eines der eindeutigsten Warnsignale, die es gibt.
Mit diesem kleinen Kniff lassen sich viele Fehlkäufe einfach vermeiden.

Für unsere Leser ist das nichts Neues und es ist auch nur einer von vielen „Tricks“.
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Es kam, wie es kommen musste 2.0

Schlechte Zahlen sollten also niemanden überraschen, aber die jüngste Quartalsmitteilung hat es wirklich in sich.

Der Umsatz ist um 4,8% auf 1,26 Mrd. Euro gesunken. Das Ergebnis ist von plus 1,34 auf minus 4,03 Euro je Aktie regelrecht implodiert.

Der freie Cashflow lag bei Minus 313 Mio. Euro.

Dementsprechend sind die Nettofinanzschulden um 57% auf 1,09 Mrd. Euro gestiegen und die Eigenkapitalquote ist in nur einem Jahr von 32,8% auf 25,2% gesunken.

Die Zahlen sind alarmierend.

Ausblick

Zitat aus der Quartalsmitteilung:

„Vor dem Hintergrund der Belastungen aus den Anlaufschwierigkeiten am neuen mexikanischen Standort, der anhaltend schlechten Ergebnisentwicklung im ersten Quartal 2019, des zunehmend herausfordernden Marktumfelds und der deutlichen Kürzung der Abrufe einiger Automobilhersteller im Bereich Wiring Systems hat der Vorstand am 17. März 2019 bekanntgegeben, nicht mehr an dem am 7. Februar dieses Jahres veröffentlichten Ausblick für 2019 festzuhalten.“

Die bisherige Prognose ist also Geschichte, eine neue gibt es nicht.

Aus meiner Sicht erscheint es allerdings unwahrscheinlich, dass man im laufenden Geschäftsjahr noch einen Gewinn erzielen kann.

Die Dividende wurde im Februar bereits ausgesetzt.

Aus fundamentaler Sicht kann weiterhin keine Kaufempfehlung ausgesprochen werden.

Charttechnik

Man muss leider in die Zeit der Finanzkrise zurückgehen, um auf diesem Niveau noch Unterstützungen zu finden.

Mögliche Anlaufpunkte liegen bei 15 und 14 Euro. Vielleicht kann sich die Aktie dort stabilisieren. In diesem Fall wäre eine technische Erholung in Richtung 17,50 Euro durchaus denkbar.

Fällt Leoni allerdings unter 14 Euro, muss mit weiteren Verlusten in Richtung 13 und 11 Euro gerechnet werden.

Chart vom 15.05.2019 Kurs: 15,48 Kürzel: LEO - Wochenkerzen | LYNX Online BrokerChart vom 15.05.2019 Kurs: 15,48 Kürzel: LEO - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

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