Indexanalyse:
VIX: Das gefährliche Spiel mit der Volatilität

Aktuelle Analyse des CBOE Volatility Index

Der VIX ist ein von der Chicagoer Terminbörse berechneter Index, der die Volatilität des marktbreiten US-Index S&P 500 abbildet. Der Stand des VIX berechnet sich aus den Schwankungen der Optionspreise auf den S&P 500 über 30 Tage. Eigentlich ist er also nicht mehr als eine grafische Darstellung der Schwankungsintensität des den Gesamtmarkt gut repräsentierenden S&P 500. Und so war es auch ursprünglich gedacht. Aber heutzutage ist der VIX viel mehr als das. Er kann unmittelbar selbst über Optionen und Futures gehandelt werden. Und so kann ein Indikator seinen Basiswert durchaus mit beeinflussen.

Denn nicht wenige spekulative Trader verwenden Derivate auf den VIX, um sich gegen für sie ungünstige Bewegungen abzusichern, zu „hedgen“. Das kam auch deswegen in Mode, weil der VIX wie ein „Angstbarometer“ funktioniert. Da Abwärtsbewegungen fast immer weit schneller ablaufen als Aufwärtsimpulse, steigt der VIX vor allem dann steil an, wenn der S&P 500 schnell fällt. Also gehen Trader, die im Index insgesamt Long sind, hier über Optionen und Futures gerne ebenso Long, weil sie dann beim VIX durch einen im Fall eines wegbrechenden S&P 500 die dort entstehenden Verluste durch Long-Gewinne eines in diesem Fall nach oben schießenden VIX ausgleichen. Das klingt immer noch unproblematisch, aber es gibt auch noch die Gegenseite:

Expertenmeinung: In den letzten Jahren wurden sogenannte „Short-Vola“-Wetten immer beliebter, also Trades, die auf eine fallende bzw. niedrig bleibende Volatilität setzen. Summen in Milliardenhöhe flossen in solche Trades, mit denen Investoren auf einen ruhigen Anstieg der Märkte setzen, der dazu führt, dass der VIX in seiner üblichen „ruhigen Zone“ zwischen 8,5 und 11 Prozent verbleibt.

Das ist ein Auswuchs des Glaubens an die ewige Hausse, denn solche Wetten wären als Absicherung unnötig und werden vor allem deswegen so massiv gesucht, weil sie als risikoarme Gewinnchance gelten. Und dass, obwohl unser Chart, der den VIX über zwei Jahre hinweg abbildet, zeigt, dass der Volatilitätsindex im Fall einer scharfen Korrektur rasant und ansatzlos weit nach oben schießt.

Ein solcher „Peak“ bedeutet für die „Short-Vola“-Zocker ein Waterloo. Sie werden aus ihren Positionen herausgedrückt und können immense Verluste erleiden. Und wie kann man die kompensieren? Da solche Trades im Endeffekt „Hausse-Verstärker“ sind, haben diese „Short-Vola“-Zocker normalerweise keine bestehenden Short-Positionen auf den Gesamtindex, so dass dann oft versucht wird, sich durch Verkäufe am Aktienmarkt oder durch hektische Short-Trades im Index zu retten. Aber genau das drückt den S&P 500 als Basis des VIX ja erst recht, treibt dadurch den VIX umso höher.

Ein solches Szenario haben wir im Januar/Februar 2018 erlebt, als die Trump-Hausse erstmals in Turbulenzen geriet. Und es wäre denkbar, dass sich dieses Szenario wiederholt und ein Debakel der „Short-Vola“-Trader mit dazu beiträgt, dass die Bullen am US-Aktienmarkt das Fürchten lernen. Sie sehen im Chart, dass der VIX in den letzten Wochen mehrfach knapp unter einer Linie nach unten drehte, sich also wieder „beruhigte“, die sich über die beiden letzten Peaks von Anfang und Ende 2018 konstruieren lässt.

Wenn diese aktuell knapp über 25 Prozent und damit knapp über den beiden Hochs von Anfang August verlaufende Linie überboten werden sollte, kann der VIX erneut explodieren, diese Anfang 2018 bereits erlebte Wechselwirkung des Indikators mit seinem Basisindex einsetzen, ausgelöst durch zu viele Short-Vola-Trader, die da dann umgehend ihre eigene Wette auf die ewige Hausse durch Short-Trades hedgen müssen. Diese Zone um 25 im VIX sollte man jetzt nicht mehr aus den Augen lassen!

Chart vom 28.08.2019, Kurs 19,33 Prozent, Kürzel VIX | Online Broker Aktienempfehlungen

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