Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
Bayer: Singer steigt ein. Bleibt jetzt kein Stein auf dem anderen?

Bayer ist einer der führenden Akteure in den Bereichen Pharma- und Chemie.
Nach eigenem Verständnis ist man ein Life-Science-Unternehmen mit Kernkompetenz in den Bereichen Gesundheit und Agrarwirtschaft.

Weiteres Störfeuer zu erwarten

In den letzten Monaten hatte ich mehrfach vom Kauf von Bayer abgeraten.
Die Themen Monsanto und Glyphosat schweben über der Aktie und üben Druck aus. Das dürfte auch in Zukunft so bleiben und Negativmeldungen durch die laufenden Prozesse in den USA werden immer wieder zu Störfeuer führen.

Aber eines ist auch klar: Die Risiken für Anleger sind bei Aktienkursen von 60 Euro natürlich sehr viel geringer, als bei einem Kurs von 140 Euro.

Die erste Chance für einen Longtrade hatte ich Anfang des Jahres gesehen, anschließend legte die Aktie von 60 auf 72 Euro zu.

In dem verlinkten Artikel finden Sie auch viele grundlegende Informationen und Überlegungen. Monsanto ist nicht die einzige große Veränderung bei Bayer – die Umwälzungen sind so tief greifend, dass im Endeffekt ein neues Unternehmen entsteht.

Mit dem „alten“ Bayer -Konzern hat das nichts mehr zu tun.

Singer wird den Laden umkrempeln

Jetzt ist Elliott Management und der Starinvestor Paul Singer bei Bayer eingestiegen. Der US-Hedgefonds hat eine Beteiligung mit einem Wert von 1,1 Mrd. Euro öffentlich gemacht.

Das ist ein klares Statement und Singer wird sicherlich nicht nur am Spielfeldrand sitzen und nur zusehen, was bei Bayer passiert.

Er ist als aktivistischer Investor bekannt und auf Sondersituationen und notleidende Kredit spezialisiert. Seinen Willen setzt er mit allen Mitteln durch, er übt regelmäßig Druck auf die Unternehmensführung aus, lässt Aufstände feuern, zerschlägt Firmen und verklagt alles und jeden – selbst Staaten.

Bei den Anlegern scheint das gut anzukommen, sie erhoffen sich Veränderungen.

Doch bisher hält Singer nur 2% aller Aktien, sein Einfluss ist also begrenzt. Doch er könnte sich auch mit den anderen Großaktionären zusammenschließen – der Unmut war zuletzt groß.

Bayer-Chef Baumann wurde auf der Hauptversammlung, als erster amtierender Chef eines Dax-Konzerns, nicht entlastet.
Ich denke zu Recht, denn der Deal wurde vor allem von ihm vorangetrieben. Er hatte die Übernahme von Monsanto bereits angestoßen, als er noch nicht CEO war. Chef und Vorstand hatten damals abgewunken.

Aufräumen

Jetzt müssen andere hinter Baumann aufräumen.
Der Aufsichtsrat hat am Vortag „konkrete Maßnahmen zum Umgang mit dem Rechtskomplex Glyphosat“ beschlossen und einen Mediator bestellt.

Es wurde ein Aufsichtsratsausschuss ins Leben gerufen, der sich ausschließlich mit diesem Thema beschäftigen soll.
Verschlechtern dürfte es die Lage nicht.

Ausblick und Bewertung

Darüber hinaus muss Singer natürlich zu dem Schluss gekommen sein, dass Bayer unterbewertet ist und es „etwas zu holen gibt“.

Der Konzern kommt derzeit auf einen Börsenwert von 52 Mrd. Euro, hinzu kommen die erheblichen Verpflichtungen. Zuletzt lagen die Nettofinanzschulden bei 36,74 Mrd. Euro.
Der Unternehmenswert von Bayer liegt also bei rund 90 Mrd. Euro.

Für Monsanto hatte man 60 Mrd. Euro bezahlt und vor der Übernahme wurde Bayer noch mit mehr als 120 Mrd. Euro bewertet.

Daraus ergibt sich eine Lücke von 50%. Selbst wenn man den Wert von Monsanto mit 0 ansetzen würde, was selbstverständlich vollkommen übertrieben ist, wäre noch Luft.

Durch den Einstieg von Singer ist die Wahrscheinlich, auch für extreme Maßnahmen, deutlich gestiegen. Baumann wollte mehr Macht, jetzt könnte er diesem Streben zum Opfer fallen.

Bayer kommt im laufenden Geschäftsjahr auf ein KGVe von 8. Die Dividendenrendite liegt bei 5%.

Aber natürlich sollte man die Schulden ebenfalls berücksichtigen. Ein realistischeres Bild erhält man durch den Cashflow. Monsanto konnte zuletzt einen FCF von rund 2,0 Mrd. USD erzielen, Bayer 5,3 Mrd. Euro.

Gemeinsam sollte man also rund 7,0 Mrd. Euro p.a. erwirtschaften können. Daraus ergibt sich ein EV/FCF von 12,8.

Das ist durchaus attraktiv, man sollte aber nicht vergessen, dass vorerst ein bedeutender Teil dieser Mittel durch Prozesskosten und Schadensersätze aufgezehrt werden wird.
Auf dem aktuellen Niveau überwiegen die Chance aber und die Risiken scheinen begrenzt zu sein.

Charttechnik

Bayer ist am unteren Ende des Abwärtstrendkanals angekommen und über Wochen ein Tief ausgebildet.

Der Einstieg von Sinder könnte nun der Startschuss einer Rallye sein. Gelingt ein nachhaltiger Ausbruch über 60 Euro, wäre der Weg in Richtung 63 und 65 sowie 72 Euro frei.
Darüber hellt sich das Chartbild weiter auf.

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Chart vom 27.06.2019 Kurs: 60,62 Kürzel: BAYN - Wochenkerzen | LYNX Online BrokerChart vom 27.06.2019 Kurs: 60,62 Kürzel: BAYN - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

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